Mindestens 22 Tote bei Massenpanik auf einem Bahnhof in Mumbai

29.09.17, 16:52

Bei einer Massenpanik auf einer Fussgängerbrücke in der indischen Metropole Mumbai sind mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 39 seien verletzt worden, teilte ein Polizeisprecher mit.

Zahlreiche Menschen waren am Freitagvormittag - während der Hauptverkehrszeit - bei heftigem Regen am Fusse einer der Treppe der überdachten Überführung zwischen den zentralen Bahnhöfen Elphinstone und Lower Parel stehengeblieben. Zugleich kamen demnach viele Passagiere aus ankommenden Zügen von hinten nach, wie die Polizei mitteilte.

Es kam den Angaben zufolge wegen Gerüchten, die überfüllte Brücke stürze ein und mehrere Menschen hätten Stromschläge erlitten, zur Panik. Manche Zeugen hätten erzählt, die Panik habe begonnen, als einige Frauen stürzten, sagte ein Polizeisprecher.

Es habe in der Vergangenheit Beschwerden gegeben, weil die Überführung nicht genug Platz für die vielen Pendler​ biete, die jeden Tag die Bahnhöfe nutzten​, erklärte der Gesundheitsminister des Bundesstaates Maharashtra, Deepak Sawant. Die Reaktion der Behörden sei langsam gewesen.

Mangelnde Infrastruktur

Indiens Bahnminister Piyush Goyal kündigte eine Untersuchung an. Die aufstrebende Wirtschaftsmacht leidet unter veralteter Infrastruktur. Im Spital, in das die schwer verletzten Opfer gebracht wurden, fehlte es nach Medienberichten an Blut für Transfusionen.

Auf im Fernsehen übertragenen Handy-Videos der Tragödie war zu sehen, wie Menschen auf der Treppe eingequetscht waren und auf einander lagen. Andere hingen aussen am Gelände.

Schreie waren zu hören, als sich die Menge zu bewegen begann und manche Menschen über andere hinweg hinunter liefen. Spätere Fernsehbilder zeigten regungslos am Boden liegende Opfer sowie auf der Treppe einen Haufen zurückgelassener Schuhe und Sandalen.

Die Bahnhöfe liegen in der Nähe vieler Bürogebäude und gehören zu den meistfrequentierten von Mumbai (früher Bombay). Die Finanz- und Film-Metropole ist mit rund 20 Millionen Einwohnern eine der grössten Städte der Welt. (sda/dpa/afp)

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