Türkei
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Türkische Diplomaten wollten Geschäftsmann aus der Schweiz entführen

18.06.18, 10:32 18.06.18, 10:50


Die Bundesanwaltschaft hat zwei türkische Diplomaten national zur Verhaftung ausgeschrieben. Sie sollen versucht haben, einen Geschäftsmann in die Türkei entführen zu lassen.

Zudem wird ihnen Spionage vorgeworfen. Diplomatische Immunität gilt für die beiden nicht. Sie arbeiteten für die türkische Botschaft in Bern. Einer war den Angaben zufolge Presseattaché, der andere zweiter Botschaftssekretär. Beide haben die Schweiz unterdessen verlassen.

Wie die Bundesanwaltschaft (BA) am Montag einen Bericht der Tamedia-Zeitungen bestätigte, will sie die beiden bei Einreise in die Schweiz verhaften lassen. Sie hat einen entsprechenden nationalen Haftbefehl ausgestellt. Auf einen internationalen verzichtete sie, ohne sich über die Gründe auszulassen.

Der türkische Präsident Erdogan im Helikopter-Anflug auf eine Wahlveranstaltung. Bild: EPA/TURKISH PRESIDENT PRESS OFFICE

Keine Immunität

Das Strafverfahren gegen die beiden Diplomaten läuft bereits seit Mitte März 2017. Sie geniessen für die ihnen vorgeworfenen Taten keine diplomatische Immunität, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vor drei Monaten auf Ersuchen der BA festgestellt hatte. Die im Strafverfahren erwähnten Anschuldigungen gehörten nicht zur Ausübung diplomatischer Aufgaben.

Die konkreten Vorwürfe gegen die zwei inzwischen ausgereisten Diplomaten sind zum einen politischer Nachrichtendienst für einen anderen Staat. Zum anderen wirft die BA ihnen vor, sie hätten versucht, einen Schweizer Geschäftsmann mit türkischen Wurzeln entführen zu lassen.

Der Mann soll der Gülen-Bewegung nahe gestanden haben, der das türkische Regime den Putschversuch vom Juli 2016 anlastet. Der Entführungsversuch soll einen Monat später eingefädelt worden sein.

Türkei dementiert

Die Schweiz protestierte im vergangenen März scharf gegen die mutmassliche Spionageaktivitäten und die Entführungspläne. Das Land dulde keine derartigen Aktivitäten auf seinem Staatsgebiet, hielt EDA-Staatssekretärin Pascale Baeriswyl damals gegenüber Ankara fest.

Das türkische Aussenministerium wies den Verdacht zurück, dass Angestellte der Botschaft die Entführung geplant hätten. Das seien grundlose Anschuldigungen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Ministeriumssprecher Hami Aksoy.

Die Schweiz intervenierte seit dem vereitelten Putschversuch schon mehrmals wegen mutmasslichen Spionageaktivitäten in Ankara. Sie stellte gegenüber türkischen Vertretern klar, dass nachrichtendienstliche Tätigkeiten gegen die türkische Diaspora in der Schweiz inakzeptabel seien. (sda)

Bei Anruf Erdogan – Bizarres Vorgehen in der Türkei

Video: srf

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hosch 18.06.2018 10:46
    Highlight Mehrmaliges klarstellen, protestieren hat alles nichts gebracht und wird es auch nicht.
    Änderung der Taktik?
    87 6 Melden
    • Walter Sahli 18.06.2018 11:51
      Highlight Nämlich?
      Diplomatische Beziehungen abbrechen? Beste Armee der Welt schicken?

      #Augenrollenbisschwindlig
      39 50 Melden
    • malu 64 18.06.2018 11:56
      Highlight Geht nicht, wir haben keinen Platz für die Gefangenen!
      23 2 Melden
    • Hosch 18.06.2018 12:43
      Highlight Leider habe ich nicht internationale Beziehungen studiert, weiss also nicht was umsetzbare Konsequenzen wären.
      Da sie mich dazu drängen würde ich vorschlagen,
      - wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen
      - blockieren von Geldern
      - Einreiseverbote für türkische Politiker

      Wie schon erwähnt habe ich keine Ahnung was davon umsetzbar wäre aber wie wäre es mit Lösungen anstelle von Sarkasmus Herr Sahli?
      47 1 Melden
    • Radiochopf 18.06.2018 13:06
      Highlight Weltpolizist USA ist halt ein guter Freund von Erdogan, darum hat er nichts zu befürchten.. bei anderen Ländern wären schon längstens Sanktionen verhängt worden (die zwar auch nichts bringen).. solange Erdogan schön weiter Waffen bei der USA, der Deutschen kauft und die NATO bei ihm Gastrecht hat, passiert nichts..
      21 5 Melden
    • Walter Sahli 18.06.2018 13:12
      Highlight Ich kann nur Sarkasmus....und den auch nur, wenn ich gut gelaunt bin.

      Im Ernst, auf dem internationalen Parkett hat man nicht viel andere Möglichkeiten, als die immergleichen Protestnoten und die darauf folgenden Dementi. Es sei denn, man strebt eine Eskalation an, was aber kaum je zu was Positivem führt.
      13 2 Melden
    • Hosch 18.06.2018 13:32
      Highlight In Ordnung. Dann danke ich für die Auskunft.
      6 0 Melden
    • Firefly 18.06.2018 15:22
      Highlight @Radiochopf nein, Weltpolizist USA ist kein Freund von Erdogan, die haben ja dem Gülen Asyl gegeben. Weltpolizist USA ist zurezeit mit Trump beschäftigt und nicht an allem was auf der Welt passiert schuld.
      6 1 Melden
    • Radiochopf 18.06.2018 17:58
      Highlight @Firefly wie bitte? Die USA ist mit Trump beschäftigt und hat darum keine Zeit sich um Erdogan zum kümmern? Schlechte Ausrede! Als hätten seine Vorgänger nicht mit Kriegen im Ausland begonnen um von den innenpolitischen Probleme abzulenken, sei es, Bush, Clinton und Obama... und genau, die Türkei ist Feind der USA, darum haben die USA dort einen wichtigen Militärstützpunkt für den ganzen arabischen Raum und zudem noch US-Atombomben gelagert und verkaufen ihnen noch Patriot-Raketen... lächerlich...
      1 0 Melden

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