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Von solchen Bildern können wir im Flachland nur träumen: ein Junge auf dem Schulweg in Avers GR im schneereichen Winter 1942.
Von solchen Bildern können wir im Flachland nur träumen: ein Junge auf dem Schulweg in Avers GR im schneereichen Winter 1942.
Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Sind wir auf dem Weg zum schneeärmsten Winter aller Zeiten in den Städten?

Lange haben die Skigebiete auf Schnee gewartet, an diesem Wochenende wird ihr Wunsch erfüllt – Neuschnee oberhalb von 800 Metern ist angesagt. Im Flachland warten wir an vielen Orten weiter vergebens auf die weisse Pracht.
17.01.2020, 18:3718.01.2020, 01:32
Lea Senn
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Natürlich – es ist erst Mitte Januar und damit zu früh, die Hoffnung auf Schnee im Mittelland aufzugeben. In der Vergangenheit waren nämlich 53% aller Tage mit Neuschnee erst jeweils nach dem 17. Januar.

Anteil an Tagen mit Neuschnee ...

Aber schaut man in die Bücher der Meteorologen, zeigt sich klar, dass die Chance auf schneereiche Winter, wie wir sie aus unserer Kindheit in Erinnerung haben, kleiner wird.

Ein eingeschneites Velo auf der Bahnhofquaibrücke in Zürich, Dezember 2017.
Ein eingeschneites Velo auf der Bahnhofquaibrücke in Zürich, Dezember 2017.
Bild: KEYSTONE

Auch wenn viele Skigebiete rund um die Weihnachtstage viel Niederschlag erhalten haben – in den Städten im Mittelland war bisher wenig bis gar kein Schnee zu sehen. Einzig St.Gallen verzeichnet in der laufenden Saison vier Tage mit mindestens einem Zentimeter Schnee. Die Messstationen in Bern und Zürich kommen bisher auf je einen Tag – wobei man erwähnen muss, dass die Zürcher Messstation in Fluntern rund 150 Meter höher als beispielsweise der Hauptbahnhof liegt.

Tage mit mindestens einem Zentimeter Schnee im Winter 2019/20

Stand: 17. Januar 2020.
Stand: 17. Januar 2020.
Bild: watson

Der bisher schneereichste Winter des «neuen» Jahrtausends war 2008/09. In vielen Gebieten gab es Rekordhöhen an Schnee, auch in tiefen Lagen. Vor allem in der Romandie blieb die weisse Pracht teilweise lange Zeit liegen.

In den Wintern seit der Jahrtausendwende lag in Zürich beispielsweise an gut 38 Tagen pro Saison mindestens ein Zentimeter Schnee. In den 20 Jahren davor (also zwischen 1980 und 2000) waren es noch vier Tage mehr.

Für Klimaexperte Stephan Bader von MeteoSchweiz kommen die seltenen Schneetage im Flachland nicht überraschend: «Im Mittelland haben wir oft Temperaturen um die Nullgradgrenze. Dass dann Schnee fällt – und sogar liegen bleibt – ist daher eher die Ausnahme».

Durchschnittliche Anzahl Tage mit Schnee (seit 2000)

  1. St.Gallen: 75,6 Tage
  2. Zürich: 38,3 Tage
  3. Bern: 26,8 Tage
  4. Luzern: 25,7 Tage
  5. Neuenburg: 24 Tage
  6. Basel: 21,1 Tage
  7. Genf: 15,1 Tage

Durchschnittliche Anzahl Tage mit Schnee und Neuschnee

An so vielen Tagen lag – respektive fiel – Schnee in Schweizer Städten im Durchschnittswinter seit 2000.
An so vielen Tagen lag – respektive fiel – Schnee in Schweizer Städten im Durchschnittswinter seit 2000.
Bild: watson

Auch wenn vier Tage auf den ersten Blick nicht nach einem grossen Unterschied klingen: Der visuelle Überblick zeigt, dass die schneereichen Winter schwinden.

Exemplarisch dafür ist die Situation in Luzern. In den 1970er- und 1980er-Jahren lag die Stadt regelmässig über 70, ja vereinzelt über 100 Schneetagen pro Winter. In den letzten 30 Jahren knackte man gerade mal in drei Wintern die 50-Tage-Marke.

So oft lag Schnee in Schweizer Städten

grafik: watson

Mit 776 Metern über Meer liegt St.Gallen am höchsten aller von uns untersuchten Städte im Flachland. Es verwundert daher nicht, dass dort auch die meisten Schneetage gemessen werden. Der Rekord aus der Geschichte der Schneemessungen stammt aus dem Jahr 1962/63, in welchem St.Gallen an 125 Tagen schneebedeckt war.

Auch morgen Samstag darf man beim Erwachen in St.Gallen auf einen Flaum von Schnee hoffen. Für einen durchschnittlichen Winter fehlen aber auch in St.Gallen noch einige Schneetage.

Datenquelle
Die Daten, welche den Grafiken zu Grunde liegen, wurden uns von MeteoSchweiz zur Verfügung gestellt.
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