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Die Schweizer Jungs haben bestimmt noch nicht ausgejubelt. Bild: EPA/KEYSTONE

Captain Lichtsteiner und 4 weitere Gründe, warum es die Schweiz weit bringen kann

Die Schweizer Nationalmannschaft nahm sich für die WM 2018 Grosses vor. Und das Team von Vladimir Petkovic ist auf gutem Wege, Grosses zu erreichen. Die Gründe für den möglichen Schweizer Höhenflug.

23.06.18, 13:17 23.06.18, 14:26


Immer mit der Ruhe

Was die Schweizer Nationalmannschaft beim 1:1 gegen Brasilien und dem 2:1 gegen Serbien am markantesten auszeichnete, war ihre Ruhe im Aufbauspiel. Gegen beide Teams lag die Nati mit einem Tor in Rückstand. Doch zu keinem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, dass das Team von Vladimir Petkovic aus der Fassung gerät. Völlig unbeirrt machte die Schweiz in den bisher 180 Minuten ihr Spiel, die vier Punkte sind der verdiente Lohn dafür.

Konzentriert bis zum Schluss: Captain Stephan Lichtsteiner und Xherdan Shaqiri. Bild: EPA/KEYSTONE

Selten hat man in der Vergangenheit eine Schweiz gesehen, die nach einer vergleichbaren Situation wie beim frühen 1:0 der Serben so ruhig weitergespielt hat. Und auch nach dem Ausgleich hat die Schweiz nie aufgehört, Fussball zu spielen. Der Siegestreffer ist die logische Konsequenz dieser bestechenden Ruhe – auch wenn er erst in der 90. Minute gefallen ist.

Die Leistung ist beachtenswert: Kein Team hat an der WM in Russland zuvor ein 0:1 noch gedreht.

Selbstvertrauen

«Wir wollten gegen Brasilien natürlich gewinnen, aber ein Punkt ist auch okay.»

Steven Zuber nach dem 1:1 gegen Brasilien

Von einem WM-Debütanten erwartet man alles – nur keine zu grossen Worte. Steven Zuber ist da anders. Nach dem Spiel gegen Brasilien sagte er gegenüber den Medien trocken: «Wir wollten gegen Brasilien natürlich gewinnen, aber ein Punkt ist auch okay.»

Was früher als selbstüberschätzende Hochnäsigkeit abgestempelt worden wäre, ist heute Ausdruck des gesunden Selbstvertrauens der Schweiz. Kein Gegner ist mehr zu gross, nicht einmal ein Brasilien mit Spielern wie Neymar, Coutinho und Gabriel Jesus. Ein wichtige Eigenschaft, wenn man Grosses vor hat.

Zuber steht für das grosse Selbstvertrauen, das die Schweizer Nati besitzt. Bild: AP/AP

Fokus auf Leistung

Doppeladler hier, ein «ic» zu viel dort. Wenn die Schweiz eines kann, dann ist das Nörgeln. Noch nie hatte die Schweiz ein derart heisses Kader an einer WM, doch scheint dies nicht jeden Schweizer Fan zu beeindrucken.

«Es ist die beste Nationalmannschaft, in der ich gespielt habe.»

Stephan Lichtsteiner

Alle reden über politische Themen und weitere Störfaktoren im Team von Vladimir Petkovic – ausser die Nati selbst. Seit den ersten Diskussionen 2014 hat das Gerede um die Herkunft der Spieler abgenommen. Ein Grund dafür ist Stephan Lichtsteiner. Der Captain vertritt die Garde der «Vollblut»-Schweizer, von denen einige gern mehr hätten – doch der 34-Jährige lobt das Schweizer Team mit all seinen Facetten in den höchsten Tönen. Und er hat den vollsten Respekt von Seiten der Leaderfiguren wie Granit Xhaka sowie auch Trainer Vladimir Petkovic. Eine Mischung, die in einer Multikulti-Truppe von immenser Bedeutung ist.

Stehen für die perfekte Mischung der Schweizer Nati: Stephan Lichtsteiner und Granit Xhaka. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Manuel Akanji

Der beste Innenverteidiger, den die Schweiz je hatte? Vielleicht noch etwas früh, um dies zu behaupten. Doch was der junge Manuel Akanji an dieser WM bisher zeigt, ist grossartig.

Eine Macht: Manuel Akanji. Bild: AP/AP

Souverän am Fuss, grandiose Übersicht und ein Zweikampf-Verhalten, das einerseits spektakulär aussieht, andererseits bestechend sicher ist. Sein Tackling gegen Neymar im ersten Spiel und seine Grätsche im eigenen Strafraum gegen Serbien wenige Minuten vor Schluss zeigen zudem, dass der erst 22-Jährige nur so vor Selbstvertrauen strotzt. Wenn er jetzt noch im Luftkampf etwas zulegt, kann er der beste Innenverteidiger werden, den die Schweiz je hatte.

Stürmerwechsel

Im wohl wichtigsten Spiel dieser WM-Gruppenphase hat Vladimir Petkovic wieder einmal alles richtig gemacht. Nach der schwierigen Auftaktpartie gegen Brasilien seinen Mittelstürmer auf der Bank zu lassen, hätte unnötige Unruhen ausgelöst. Nach einer schwachen ersten Halbzeit gegen Serbien war jedoch der richtige Moment, die viel kritisierte Nummer 9 auszuwechseln.

Seferovic kam auch gegen Serbien nicht auf Touren. Bild: KEYSTONE

Mit dieser Amtshandlung machte der Trainer erste Anzeichen dafür, dass der bisher gesetzte Seferovic in den folgenden Spielen auch gut einmal auf der Bank gelassen werden könnte. Ein entscheidender Wechsel, der auf dem Weg in Richtung K.o.-Phase ausschlaggebend sein könnte.

So schön jubelten die Schweizer nach dem Sieg gegen Serbien

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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17
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    Alle Leser-Kommentare
  • Macci 23.06.2018 18:47
    Highlight Seferovic ist sicher ein super Spieler, aber auch ich würde ihn zunächst auf der Bank belassen und ihn allenfalls einwechseln, wenn die Schweiz einen Vorsprung zu verwalten hat... Denn er ist ein starker Defensivstürmer
    2 0 Melden
  • sowhat 23.06.2018 18:29
    Highlight saubere Analyse, Danke. Es kann nur gut kommen;)
    7 0 Melden
  • Sagitarius 23.06.2018 18:10
    Highlight Das sind eifach geili Siechä!
    Weiter so! Die beste Nati die wir je hatten!
    Das macht einfach Spass!
    Hopp Schwiiz!
    25 1 Melden
  • danmaster333 23.06.2018 17:58
    Highlight Naja das mit der Ruhe stimmt für mich persönlich nur bedingt. Vor der Halbzeit waren da schon viele Fehlpässe und unnötige Ballverluste drin. Aber das war nach der Pause wie weggezaubert. Gegen Brasilien war es ausgeglichener.
    7 1 Melden
  • ta0qifsa0 23.06.2018 17:02
    Highlight Ich hoffe, dass Petkovic die Variante mit Embolo und Gavranovic (oder evtl. Drmic) gegen Costa Rica von Anfang an testet. Zusätzlich könnte man vielleicht auch noch Berahmi schonen und mit Zakaria ersetzen.

    Ansonsten sehe ich viele Ähnlichkeiten zu unserer Hockey-Nati von diesem Frühling. Mit etwas Matchglück und einem gnädigen Referee könnte da etwas Grosses entstehen.
    33 1 Melden
    • dr.nonsens 23.06.2018 17:35
      Highlight sehe ich auch so... und das geilste: auch die fans glauben endlich mal vollkommen an ihre mannschaft. von wegen nur doppeladler-gemotze. das kommt doch fast ausschliesslich von den medien.
      27 2 Melden
  • Hatschi99 23.06.2018 16:50
    Highlight Nebst dem, dass Akanji wohl wirklich der beste (oder einer der besten) Innenverteidiger ist, kommt noch dazu, dass er mit Djourou, den wohl für alle Zeit schlechtesten Verteidiger ersetzt hat...
    28 14 Melden
  • Toerpe Zwerg 23.06.2018 15:08
    Highlight Mit Embolo Gavranovic von Beginn an schätze ich die Mannschaft noch deutlich stärker ein. Dzemaili und Seferovic dürften als Joker wirkungsvoller sein als von Beginn weg.
    110 3 Melden
    • Snowy 23.06.2018 15:46
      Highlight So wird’s gemacht!
      21 0 Melden
    • dave1771 23.06.2018 16:37
      Highlight aber auch Embolo ist top als Jo... nur etwas früher!
      15 0 Melden
  • Rellik 23.06.2018 15:07
    Highlight Welcher Schweizer Innenverteidiger soll den besser gewesen sein als Akanji?
    40 6 Melden
    • Ziasper 23.06.2018 15:19
      Highlight Henchoz, Müller...
      35 7 Melden
    • Snowy 23.06.2018 15:46
      Highlight Murat Yakin
      21 8 Melden
    • morbus grammaticalis 23.06.2018 15:52
      Highlight Andy Egli, lol
      17 8 Melden
    • Marlon Mendieta 23.06.2018 19:00
      Highlight Henchoz und Muri waren beide auch ziemliche Kaliber.
      Auch der junge Senderos in seiner besten Zeit bei Arsenal.
      Oder Müller bei Lyon
      4 0 Melden
    • Luca Regnipuzz 23.06.2018 19:32
      Highlight Spontan kommt mir sofort Stéphane Henchoz in den Sinn. Legendäre Jahre in Liverpool!
      Natürlich kann Akanji dies und noch viel mehr erreichen, doch muss er dies erst beweisen.
      2 0 Melden
    • UG11 23.06.2018 23:10
      Highlight Henchoz, müller
      0 0 Melden

Aufwühlender WM-Abend: Grosser Sieg, doch alle reden über den Doppeladler

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Wie auch immer das Urteil ausfällt, eines müsste Xhaka und Shaqiri eigentlich bewusst gewesen sein: Dass sie damit die Diskussionen um Identität, um Herkunft und Heimat wieder neu entflammen. Ob das gut ist für das Verhältnis dieser Mannschaft zur Schweiz? …

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