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Zugs Torhueter Leonardo Genoni und Luganos Romain Loeffel, von links, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano, am Samstag, 21. September 2019 in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Zugs Torhüter Leonardo Genoni und Luganos Romain Loeffel, von links, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano, am Samstag, 21. September 2019 in der Bossard Arena in Zug. Bild: KEYSTONE

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Wie aus «Lotter-Leo» auf einmal wieder der Titane Leonardo Genoni geworden ist

Grosse Torhüter stehen wieder auf. So wie Zugs Leonardo Genoni (32). In 24 Stunden hat er seine Abwehrquote von 86,67 auf 93,75 Prozent, von miserabel auf formidabel gesteigert und für seine Mannschaft den Sieg gegen Lugano «gestohlen.»



Eigentlich sollten wir nicht zwei Spiele miteinander vergleichen und aus diesem Vergleich Schlussfolgerungen ziehen.

Eigentlich. Aber in diesem Falle dürfen wir es. Weil Zug am Freitag und am Samstag gegen zwei Gegner antritt, die fast gleich spielen. Beide begegnen Zug mutig auf Augenhöhe. Wohl wissend, dass die talentierteren, schnelleren Zuger nur mit furchtloser «Vorwärts-Strategie», mit bissigem Forechecking und couragiertem Zweikampfverhalten aus dem Gleichgewicht zu bringen sind.

Die Statistik bestätigt die verblüffende Ähnlichkeit: In Langnau wird Zug mit 32:20 Torschüssen dominiert und verliert 3:5. Am Samstag müssen sich die Zuger 24 Stunden später erneut und nun auf eigenem Eis statistisch dominieren lassen (21:30 Torschüsse). Sie haben alle Hände, Stöcke und Füsse voll zu tun, um sich einem hartnäckigen Gegner zu erwahren. Sie gewinnen nach Penaltys 3:2.

Trainer Dan Tangnes ist sichtlich erleichtert. Die Differenz sieht er in einer Steigerung im Spiel mit dem Puck: «Wir haben weniger Pucks verloren.» Und in einer Reduktion der Anzahl Fehler.

Zugs Gregory Hofmann, Zugs Jan Kovar, Zugs Cheftrainer Dan Tangnes, Zugs Yannick Zehnder und Zugs Sven Leuenberger, von links, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem Lausanne HC, am Dienstag, 17. September 2019 in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Trainer Dan Tangnes beim Spiel vom 17. September gegen Lausanne. Bild: KEYSTONE

Er hat sicherlich recht. Hockey ist ein Mannschaftssport. Aber wir können es polemisch auch auf einen einzigen Faktor herunterbrechen. Auf Torhüter Leonardo Genoni. Er «stiehlt» für die Zuger den Sieg.

Die Partie gegen das leidenschaftliche und noch punktelose Lugano beginnt nämlich so, wie das Spiel 24 Stunden zuvor in Langnau aufgehört hat. Mit defensiven Denkpausen.

Auf einmal stürmt Dario Bürgler allein auf und davon. Ihn holt niemand mehr ein. Er bezwingt Leonardo Genoni eiskalt bereits in der 7. Minute zum 0:1.

Zug taumelt schon wieder. Ausgerechnet Reto Suri, letzte Saison noch einer der Leitwölfe der Zuger, entwischt noch vor Ablauf der ersten Viertelstunde und fährt allein auf und davon. Wenn er zum 0:2 trifft, dann werden die Zuger gedebakelt.

Aber Leonardo Genoni lenkt die Scheibe mit schnellem Schoner-Reflex ab. Es ist die Parade, die alles ändert. Einer dieser Augenblicke, in denen ein Spiel und vielleicht sogar eine Saison, manchmal sogar Karrieren in eine andere Richtung gelenkt werden.

«Wir stecken doch nicht in einer Krise. Meine bisher wichtigste Parade? Nein, ich glaube, die hebe ich mir für später auf.»

Eine weitere Niederlage hätte womöglich eine Negativ-Dynamik ausgelöst, die schon Titelverteidigern (2014 den SCB, 2019 die ZSC Lions) die Playoffs gekostet hat. Die Zuger waren nur noch Sekunden vom Beginn eines Krisenspektakels entfernt. Eine Heimniederlage gegen das inzwischen bescheidene Lugano. Gegen ein noch punkteloses Lugano. Gegen ein Lugano, das seine Reihen inzwischen auch mit Spielern «auffüllt», die nicht mehr in die grossen Pläne der Zuger gepasst haben (unter anderem Dominic Lammer, Reto Suri, Dario Bürgler) – das hätte das Selbstvertrauen nachhaltig erschüttert.

Aber das 0:2 fällt nicht. Es ist Leonardo Genonis bisher wichtigste Parade für seinen neuen Arbeitgeber. Es ist das, was die Nordamerikaner «Big Save» nennen. Keine Krise. Aufatmen. Durchatmen.

Leonardo Genoni muss ob dieser dramatischen Einschätzung ein wenig lächeln. «Wir stecken doch nicht in einer Krise. Meine bisher wichtigste Parade? Nein, ich glaube, die hebe ich mir für später auf.»

Er war in Langnau nach der Niederlage ruhig und gelassen, und er ist es jetzt auch nach dem Sieg. Der Zürcher strahlt diese unerschütterliche Ruhe und Zuversicht aus, die eigentlich zur typischen Berner Art gehört. Er habe in der Nacht vom Freitag auf den Samstag gut geschlafen. Er schlafe immer gut.

Zugs Torhueter Leonardo Genoni beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano, am Samstag, 21. September 2019 in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Zugs Torhüter Leonardo Genoni. Bild: KEYSTONE

Aber kehren wir zurück zum Spiel. Zur «Auferstehung» von Leonardo Genoni. Zug gleicht aus, gerät noch einmal 1:2 in Rückstand – aber dann wird der «Lotter-Leo» aus dem Spiel gegen Langnau (86,67 Prozent Fangquote) wieder zum Titanen Leonardo Genoni.

Zugs letzter Mann lässt sich nicht mehr überwinden, wehrt zum ersten Mal in dieser Meisterschaft mehr als 90 Prozent der Schüsse ab (exakt 93,75 Prozent) und verhindert in der Schlussphase und in der Verlängerung in Unterzahl mit mehreren weiteren «Big Saves» Luganos Siegestreffer.

Jubel bei Luganos Reto Suri, Luganos Luca Fazzini, Luganos Matteo Romanenghi und Luganos Benoit Jecker, von links, nach dem Tor zum 2-2 beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano, am Samstag, 21. September 2019 in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Reto Suri bejubelt sein Tor zum Ausgleich (2:2). Bild: KEYSTONE

Im Penaltyschiessen lässt er sich weder von Dario Bürgler, Linus Klasen, Romain Loeffel, Luca Fazzini, noch von Sandro Zangger bezwingen. Zugs Sven Senteler trifft als einziger – die Zuger gewinnen die Penalty-Entscheidung 1:0 und damit die Partie 3:2.

Zum ersten Mal wird Leonardo Genoni nach dem Spiel von den Fans mit Sprechchören gefeiert. Er ist in Zug angekommen. Gut für die Zuger. Denn sie sind nach wie vor weit von ihrer defensiven Bestform entfernt.

Sie werden den Titanen Leonardo Genoni auch in den nächsten Partien dringend brauchen.

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31
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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 22.09.2019 23:31
    Highlight Highlight Müssen wir uns jetzt nach jeder Eishockeyrunde diesen M all von Zaugg reinziehen. Genoni einmal der Titan, dann wieder Lottergoali. Fakt ist doch, dass Genoni seit Jahren der beste Schweizer Torhüter ist, der, wenn es drauf ankommt, immer seine Leistung gebracht hat. Da kann es auch einmal einen etwas schlechteren Match geben, ihn dass dadurch der Gesamteindruck leidet.
  • Sandro Lightwood 22.09.2019 13:48
    Highlight Highlight Chronist (Blitz) oder Belletrist (Herz)?
  • Rumpelstilz 22.09.2019 11:24
    Highlight Highlight Faszinierend! Alle regen sich über Chlöisus repetitive Genoni-Saga auf. Und doch lesen wir alle und kommentieren eifrig, dass wir uns aufregen. Das Konzept funktioniert bestens!
    • Lümmel 22.09.2019 16:03
      Highlight Highlight Du klickst den Artikel an = du hast den Artikel gelesen = Watson nimmt an es hat dich interessiert = es folgen weitere solche Artikel.
    • Eau Rouge 22.09.2019 17:43
      Highlight Highlight @2 linienpass
      Melde du dich doch bei Watson. Ich lese die Artikel von Zaugg (meistens) gerne. Sie sind amuesant, manchmal witzig, oft mit einem Kern Wahrheit und nicht zuletzt ganz freiwilig zum lesen.
  • janusodehalt 22.09.2019 10:02
    Highlight Highlight Warum gibt es schon unmittelbar nach Saisonstart so krasse Differenzen bei der Anzahl gespielten Matches bei den Teams? Bereits in der 2. Runde (ein Tag nach Saisonstart) waren nur 50% der Teams im Einsatz. Ich finde das echt mühsam!
    • goldmandli 22.09.2019 11:57
      Highlight Highlight Wird leider lange so bleiben und teilweise sogar noch schlimmer. Aber kann man nichts machen. Es werden viele Stadien (um)gebaut und das führt zu diesem komischen Spielplan.

      Es würde vielleicht mehr Sinn machen, eine Verlustpunktetabelle zu posten.
    • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 22.09.2019 13:38
      Highlight Highlight @ goldmandli:

      Dein Flehen wurde erhört...

      Schöne Sunnti!
      Benutzer Bild
    • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 22.09.2019 13:49
      Highlight Highlight Sorry für die schlechte Qualität, ist ein Printscreen aus Excel...

      Hier nochmal in lesbar:

      1 Lausanne HC -3
      2 HC Davos -3
      3 EHC Biel-Bienne -4
      4 Genève-Servette HC -4
      5 SC Bern -5
      6 SC Rapperswil-Jona Lakers -5
      7 SCL Tigers -5
      8 HC Fribourg-Gottéron -6
      9 ZSC Lions -7
      10 EV Zug -8
      11 HC Lugano -8
      12 HC Ambri-Piotta -11
      http://
    Weitere Antworten anzeigen
  • HotIce 22.09.2019 09:51
    Highlight Highlight zaugg du kleine dramaqueen. 🙄
  • goschi 22.09.2019 09:50
    Highlight Highlight übrigens, zur Frage im Titel:

    "Wie aus «Lotter-Leo» auf einmal wieder der Titane Leonardo Genoni geworden ist"

    Weil KZ es daherschreibt.... beides...
  • Apfel Birne 22.09.2019 09:47
    Highlight Highlight Immer das gleiche ein Artikel reicht es braucht nicht 10 über Genoni. Besser auch mal berichten, dass Schlegel Genoni bisher vergessen macht in Bern.
  • UncleHuwi 22.09.2019 09:40
    Highlight Highlight Immer die gleiche Geschichte🤦 Vom Lotter-Goalie zum Titanen innert 24h...c'mon Klaus, Leo ist einer der besten Goalies in Europa und da ändert eine Niederlage gegen Langnau auch nichts dran. Wäre ich Eishockeyprofi in der Schweiz, würde ich kein Wort mit KZ reden😂
  • Vord Lader 22.09.2019 09:40
    Highlight Highlight Innerhalb von vier Tagen drei mal einen Beitrag über Leo. Vom Meistergoalie zum Lottergoalie und wieder zurück...
  • AG_14 22.09.2019 09:39
    Highlight Highlight Täglich grüsst das Murmeltier...
  • Töfflifahrer 22.09.2019 09:34
    Highlight Highlight Es wäre evtl. einfach besser, nach ein oder zwei verbieten Machen nicht gleich einen Artikel zu schreiben der einen Spieler abschreibt und dazu noch 'Analysen' liefern zu wollen. Jeder weiss, dass es einige Zeit und Machen brauch um einen Spieler bewerten zu können. Dann hat sich auch die Mannschaft eingespielt.
    Aber evtl. muss man ja einfach mal was schreiben.
    (Gelsen habe ich den Lotter-Bericht genau aus diesen Gründen nicht)
    • Töfflifahrer 22.09.2019 09:44
      Highlight Highlight *versiebten Matches - Sorry
    • goschi 22.09.2019 09:49
      Highlight Highlight die Autokorrektur mag dich nicht :D


      Aber ja, wenn schon Analysen, wieso nicht mal zu den ganzen mannschaften, die interessante Saisonstarts haben?
      Das wäre mal interessant...
      (aber vermutlich redet ausser langnau und Leonardo genoni einfach niemand mehr mit KZ ^^)
  • goschi 22.09.2019 09:31
    Highlight Highlight Die Meisterschaft besteht scheinbar nur aus zwei Mannschaften, Langnau und die Mannschaft, die Leonardo Genoni als Goali hat.


    Langsam sehr ermüdend und langweilig.
  • Theophilus Carter 22.09.2019 09:12
    Highlight Highlight KZ, schreiben Sie doch mal über Rapperswils Saisonstart oder über den von Freiburg. Oder wieso Biel obwohl so viele Spieler verletzt sind trotzdem auf dem ersten Platz steht. Zufall oder Kaďertiefe? Alles spannender als die ganze Zeit über Langnau oder das Morgenmüesli von Genoni zu lesen.
  • Mia_san_mia 22.09.2019 08:52
    Highlight Highlight Zug kann er jetzt langsam sein lassen... Bei denen ists seit dem Freitag sowieso vorbei.
  • ColtSeavers 22.09.2019 08:51
    Highlight Highlight Trotz guter Leistung… Leonardo Genoni hat noch nicht entschieden Meister zu werden!
  • tesfa 22.09.2019 08:05
    Highlight Highlight Chlöisu haut in die Tasten zum Thema Genoni, Teil 7 von 238. Satzbausteine: Leo, Lotter-Leo, Titan, Rolex, Transferwühltisch, guter Goalie, grosser Goalie, Bandengeneral, Leitwolf, Schillerfalter.
    • wilhelmsson 22.09.2019 09:00
      Highlight Highlight Die unendliche Geschichte. 😂
  • hopplaschorsch12 22.09.2019 07:26
    Highlight Highlight irgendwie langweilig. immer das gleiche von herr zaug.
    • lushütte 22.09.2019 21:11
      Highlight Highlight äbe nid ^hoppla schorsch!
      Chlöisu gspürt äber was der weit ghöre um z hippere..
    • hopplaschorsch12 23.09.2019 07:01
      Highlight Highlight ich hippere gar nicht. lese den bericht aber auch nicht mehr, eben weil es mich langweilt.

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Das Verbot für Grossveranstaltungen – also auch Fussball- und Hockeyspiele mit mehr als 1000 Zuschauern – gilt noch bis Ende August. Nun zeichnet sich eine Krisen-Lösung ab, die zum Dauerzustand werden und die Fussball- und Hockeykultur nachhaltig verändern kann: Nur noch Sitzplätze und personalisierte Tickets.

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