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epaselect epa07574714 Demonstrators protest for more climate and environmental protection with a so-called 'die-in' at the Annual General Meeting of the automobile manufacturer BMW in Munich, Bavaria, Germany, 16 May 2019.  EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS

Auf der BMW-Generalversammlung reden die Aktionäre. Draussen protestieren Jugendliche für mehr Klimaschutz. Bild: EPA/EPA

Frustrierte BMW-Aktionäre erwarten eine Strategie, «die Tesla vom Tisch bläst»

BMW-Chef Harald Krüger bekommt von Demonstranten und Aktionären ein schlechtes Zeugnis. Es hagelt Kritik von allen Seiten. Nun will der Autobauer mit einer Doppelstrategie aus der Krise fahren.



Kartellstrafe, Gewinneinbruch, Kursverlust und Dividendenkürzung: «Von BMW kommen derzeit nur Hiobsbotschaften», sagte Janne Werning von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken.

Die Vizepräsidentin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Daniela Bergdolt, sagte: «Ich bin nicht zufrieden mit BMW!» Viele Probleme seien hausgemacht, BMW habe die Zeichen der Zeit zu spät erkannt. «Sie haben sich viel zu lange auf Ihrer Position der Stärke ausgeruht», warf Bergdolt der Konzernspitze vor. Sie erwarte von BMW eine Strategie, «die Tesla vom Tisch bläst». Der US-Rivale gilt als Elektroautopionier und wächst mit seinem ersten Massenmarktmodell Model 3 derzeit stark.

BMW setzt auf eine Doppelstrategie

Die BMW-Aktie hat innerhalb eines Jahres 25 Prozent ihres Wertes verloren. Der Münchner Autobauer hatte im vergangenen Jahr zwar mehr Autos verkauft als im Vorjahr, aber der Gewinn vor Steuern sank von den 10.7 Milliarden Euro des Rekordjahrs 2017 auf 9.8 Milliarden Euro und soll im laufenden Jahr sogar unter 8.9 Milliarden Euro fallen. Die drohende Milliardenstrafe der EU-Kartellwächter wegen Technikgesprächen mit VW und Daimler ist nur ein Grund.

Im Gegensatz zum Volkswagen-Konzern setzen BMW und Daimler nicht voll auf das Batterieauto, sondern auch auf Benzin-, Diesel- und Hybridautos mit Verbrenner- und Elektroantrieb kombiniert.

Das erfordert zwar noch höhere Investitionen. Doch technologische Offenheit sei entscheidend, um die verschiedenen Kundenwünsche flexibel bedienen zu können, sagte Krüger. «Alles auf eine Karte zu setzen», «ist der falsche Weg und für den Wohlstand in Deutschland gefährlich». Mit zehn elektrifizierten Autos habe BMW heute das breiteste Angebot und sei beim Verkauf Marktführer in Europa.

«BMW wirkt zaghaft, kraft- und mutlos»

Daniel Bauer, Chef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), lobte diese Strategie. Dagegen kritisierte Werning: «BMW wirkt zaghaft, kraft- und mutlos.» Die Konkurrenz in Wolfsburg (VW), Ingolstadt (Audi) und Stuttgart (Daimler) drücke bei der Elektromobilität mehr aufs Tempo, BMW fahre mit angezogener Handbremse.

Wie die anderen Autobauer kämpft auch BMW mit der weltweit schwächeren Nachfrage und neuen Zollhürden. Zugleich müssen sie enorme Summen in Elektroautos und die Umrüstung der Fabriken investieren, um die Vorgaben in China und der EU einzuhalten und Strafabgaben zu vermeiden. Dazu kommen Investitionen in selbstfahrende Autos und Mobilitätsdienste, um nicht in naher Zukunft als blosser Zulieferer der finanzstarken IT-Konzerne dazustehen.

BWM bringt 2020 neue Modelle

Bauer sagte, langfristig betrachtet schneide die BMW-Aktie deutlich besser ab als Daimler. Analyst Daniel Schwarz von der Credit Suisse erwartet in einer aktuellen Studie, dass BMW den Tiefpunkt der Profitabilität jetzt erreicht habe. Nächstes Jahr habe BMW die jüngste Modellpalette im Wettbewerb.

Max Burton vom US-Analysehaus Bernstein kommt in einer Branchenstudie vom Montag zu dem Schluss, BMW sollte die weniger profitable Kleinwagenmarke Mini aufgeben und noch viel stärker auf grosse, margenstarke Plug-in-Hybride setzen. Das bringe Pluspunkte bei den EU-Klimavorschriften und mehr Gewinn.

(sda/awp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 17.05.2019 00:08
    Highlight Highlight Den Mini aufzugeben wäre eine selten dämliche Idee.
  • Repplyfire 16.05.2019 20:11
    Highlight Highlight Wenn VW die angekündigten E-modelle tatsächlich auf die Strasse bringt und BMW sich auf Hybride (deren Verkäufe im Vergleich zu reinen E Autos rückläufig sind. Wer will zwei unterdimensionierte Antriebe und doppelten Unterhalt?) reduziert, wirds für BMW richtig übel.
    • sunshineZH 16.05.2019 20:24
      Highlight Highlight @Repplyfire Nö
  • Jawolaufensiedenn 16.05.2019 19:29
    Highlight Highlight Gute neue ideen sind gefragt. Es genügt nicht auf den Tesla Zug aufzuspringen- Batterietechnologie ist nicht geeignet unsere Mobilität in Zukunft zu gewährleisten. Das weiss man schon lange. Musk hat aber die Fähigkeit seinen Wahnsinn weiterhin als scheinbar genial zu verkaufen. Was bliebe denn an machbaren Ideen? Genau: H2 und Brennstoffzelle. Aber dazu bräuchte es eine mutige konzertierte Aktion der Autoindustrie. Anfangs könnte man mit H2 sogar die vorhandenen Verbrenner betreiben, später dann E-Motoren. Die Zeit, die man sich so verschafft nutzen ein Netz H2-Tankstellen aufzubauen.
    • Stirling 16.05.2019 22:28
      Highlight Highlight Frage 1:
      Wieso sollte man H2 in einem konventionellen Ottomotor verbrennen?
      Frage 2:
      Wieso sollte man H2 für einen Elektroantrieb einsetzen?
    • Jawolaufensiedenn 17.05.2019 00:32
      Highlight Highlight @Stirling: Dir würde sicher Kohle reichen😂🤪🤨
      Frage1: Weil dann am Auspuff Wasser pur rauskommt bei Otto und Dieselmotor;
      Frage2:https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffantrieb
      Ich empfehle vor dem kommentieren informieren
    • Jawolaufensiedenn 17.05.2019 01:26
      Highlight Highlight So fährt man mit dem Toyota Mirai mit Wasserstoff:
      Play Icon


      Harald Lesch zum größten Problem des Elektroautos neben dem hohen Gewicht von 2,5t:
      Play Icon


    Weitere Antworten anzeigen
  • sunshineZH 16.05.2019 18:13
    Highlight Highlight Ich erwarte von BMW weiterhin starke Benzinmotoren mit geilem Sound und viel Bums 😊

    Muss ja nicht jeder Hersteller sein gesamtes Portfolio auf Elektro umstellen nur weil es gerade aktuell ist.
    • Linksextremer Klima-Opportunist 16.05.2019 19:49
      Highlight Highlight Hahaha irgendwann kann auch bmw keine autos mehr verkaufen... denn auch deren drecksschleudern fahren auf unserer erde. Geld verdienen bis zum schluss...
    • sunshineZH 16.05.2019 20:23
      Highlight Highlight @5737isch_läbe Ahaa darum macht Tesla nur Verlust, weil die gar kein Geld verdienen wollen sondern nur der Erde etwas Gutes tun, danke für die Aufklärung 😊
    • sunshineZH 17.05.2019 12:24
      Highlight Highlight @Harry Tobler Nö, einfach für mich nichts 😊 Aber Geschmäcker sind bekanntlich ja verschieden.
  • Pafeld 16.05.2019 18:08
    Highlight Highlight Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum ausgerechnet BMW mit ihrer modularen Bauweise nicht schon lange die Hybridoption bei allen Modellen hat. Das Hybridkonzept lässt sich bestens mit x-Drive kombinieren und kann den bestehenden Verbrennungsmotor super ergänzen.
    Das waren zumindest mal BMWs Worte, als der i8 noch als Konzeptcar "BMW Vision" vorgestellt wurde.
    • LeBase 16.05.2019 19:48
      Highlight Highlight BMW bietet diverse Hybridfahrzeuge an. Ausserdem sind sie die einzigen, die sich aktiv und vor allen DINGEN ERFOLGREICH um die Senkung des Fahrzeuggewichts bemühen, das aufgrund der schweren Batteriepakete bei gleichzeitig herkömmlicher Karosseriebauweise zwangsläufig ins völlig Absurde ausufert.

      Es ist KEINE Leistung, ein Fahrzeug mit herkömmlicher Karosserie mit Batterien und Elektromotoren auszurüsten. Die technologischen Grundlagen für eine BEZAHLBARE Fertigung einer CFK-Karosserie zu entwickeln UND diese dann auch tatsächlich industriell umzusetzen IST hingegen sehr wohl eine...
    • Fruchtzwerg 16.05.2019 19:56
      Highlight Highlight Weil es sich finanziell scheinbar nicht lohnt. Gerade bei kleinen Modellen ist die Batterie zu teuer. Und aktuell gibts doch folgende Fzge. als Hybrid: 2er, 3er, 5er, 7er, X3, X5 und bald X7. Dazu i3 und i8.
    • Stirling 16.05.2019 22:33
      Highlight Highlight Ein Hybrid ist viel zu kompliziert und trägt die Nachteile von beiden Techniken in sich.
      Elektro ist klar die Zukunft nur braucht es einen Moment bis die Gesellschaft das übernimmt.
      Heute schon tauglich für Langstrecken, Tesla machts vor.
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