Syrien
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Assad festigt Macht: Rebellen in Syrien geben weiteres Gebiet auf



Nach mehr als sieben Jahren Bürgerkrieg geben Syriens Rebellen eines ihrer letzten Gebiete auf. Oppositionelle Milizen stimmten einem unter russischer Vermittlung erzielten Abkommen für die Provinz Kunaitra im Süden des Landes zu, wie Staatsmedien und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag meldeten.

Laut Angaben händigen die Rebellen in Kunaitra dem Abkommen zufolge unter anderem ihre schweren Waffen aus. Zehntausende Flüchtlinge sollen in ihre Heimatorte zurückkehren.

In this photo released by the Syrian official news agency SANA, buses arrive in Tel el-Eis, the crossing between Aleppo and Idlib provinces, Syria, Wednesday, July 18, 2018. About 7,000 Syrians were expected to be evacuated from the two pro-government villages of Foua and Kfarya, ending their three-year siege by insurgents who control the surrounding areas. (SANA via AP)

Evakuierte reisen mit mehr als 120 Bussen in ein Gebiet in der Provinz Aleppo. Bild: AP/SANA

Oppositionelle Kämpfer und Zivilisten können in die noch von Rebellen kontrollierte Provinz Idlib im Nordwesten Syriens übersiedeln. Regierungstruppen hatten im Juni im Gebiet um Kunaitra eine Offensive begonnen und in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Orte übernommen.

Mit dem Abkommen verlieren die Regierungsgegner im Süden Syriens fast ihr vollständiges Gebiet. Dort kontrolliert jetzt ein Ableger der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») noch eine kleine Region. Diese grenzt an die von Israel besetzten und annektierten Golanhöhen.

Israel besorgt

Die israelische Regierung beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Sie will verhindern, dass iranische Kräfte bis an die Grenze vorrücken. Der Iran ist wie Russland ein wichtiger Verbündeter der syrischen Regierung.

Teheran finanziert unter anderem die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah, die mit Israel verfeindet und in Syrien an der Seite der Regierungstruppen im Einsatz ist. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte erst vor einer Woche bei einem Besuch in Moskau vor der Präsenz des Irans in Syrien.

In einer Pufferzone zwischen Israel und Syrien wurden 1974 UNO-Soldaten stationiert, die den Waffenstillstand zwischen beiden Ländern überwachen sollen. Die staatliche syrische Agentur Sana berichtete am Donnerstag, die Armee solle nun an die Waffenstillstandslinie zurückkehren. Aktivisten erklärten zugleich, auch russische Militärpolizei solle entsandt werden.

Nur noch zwei Rebellengebiete

Der Bürgerkrieg war im Frühjahr 2011 ausgebrochen, als syrische Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Demonstrationen vorgingen. Seitdem kamen in dem Konflikt mehr als 400'000 Menschen ums Leben, Millionen sind auf der Flucht.

Zeitweilig sah es so aus, als könnten die Rebellen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad stürzen. Mit russischer und iranischer Hilfe gelang es den Regierungskräften jedoch, grosse Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, darunter alle wichtigen Städte.

epa06837013 Syrian President Bashar al-Assad gives an interview to the Russian NTV Channel in Damascus, Syria, 24 June 2018. Assad affirmed that any constitutional reform in Syria should be done by a national referendum which is wholly a Syrian matter, with no way related to the will of the United Nations or foreign countries.  EPA/SANA

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad.  Bild: EPA/EPA

Oppositionelle Milizen sind nun ausser in der Provinz Idlib noch in einem Gebiet im Norden präsent, das sie zusammen mit der türkischen Armee beherrschen. Beobachter rechnen damit, dass sich Syriens Regierungstruppen im nächsten Schritt Idlib zuwenden werden.

Schiiten-Dörfer in Idlib evakuiert

Dort wurde am Donnerstag die Evakuierung zweier Orte abgeschlossen, die noch in der Hand regierungstreuer Truppen waren. Zunächst seien Kranke mit Rettungswagen aus den überwiegend von Schiiten bewohnten Ortschaften Fua und Kefraja in Sicherheit gebracht worden, meldeten staatliche Medien.

Am Donnerstag früh seien dann die übrigen Einwohner und Kämpfer aus den seit Jahren belagerten Ortschaften mit mehr als 120 Bussen in ein Gebiet in der Provinz Aleppo abgefahren, das von den Regierungstruppen kontrolliert wird.

In beiden Orten lebten vor allem Schiiten. Sie wurden seit 2015 von Rebellen belagert. Im Gegenzug für die Evakuierung kommen 1500 Häftlinge aus Regierungsgefängnissen frei. Schon im April 2017 waren Tausende Einwohner aus den Dörfern in einer ähnlichen Aktion umgesiedelt worden. (sda/dpa/reu)

Die Diplomatie soll für Ordnung sorgen

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • LibConTheo 20.07.2018 15:30
    Highlight Highlight Assad ist aber immernoch syrisches Staatsoberhaupt. Was kommt als nächstes?

    Warten wir mal ab.
  • Sebastian Wendelspiess 20.07.2018 10:20
    Highlight Highlight Schon traurig, dass die immernoch als Rebellen bezeichnet.
  • chris___ 20.07.2018 10:06
    Highlight Highlight Frage: Wieso spricht man immer noch von Rebellen? Es handelt sich doch um radikale Islamisten aus Terrorgruppen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Quneitra

    "Im syrischen Bürgerkrieg stand die Stadt im November 2016 unter Kontrolle der sunnitischen Extremisten der al-Nusra-Front"
  • Petrum 20.07.2018 09:42
    Highlight Highlight Syriens Rebellen...Oppositionelle Milizen... Ich mag die neuen Synonyme für Terroristen.
  • P. Saulus 20.07.2018 08:37
    Highlight Highlight Syrien braucht keine Waffenruhe, das Land braucht ein endgültiges Ende des Krieges !
    Alle die die nach Waffenruhe schreien, wissen dass sie nun verloren haben, und alle Opfer sinnlos und vergebens war.
    Konsequent wäre nun dies zu akzeptieren, und aufzugeben. Das wäre mal ein Dienst für ihr Land und den Menschen

  • Der Rückbauer 20.07.2018 08:09
    Highlight Highlight Einfach so freier Abzug? Werden keine Kriegsgefangene gemacht, welche unter den Schutz des Genfer Abkommens fallen? Was ist mit den Verbrechern des IS (ja, auch Europäer), welche unvorstellbare Gräueltaten an allen Sorten von Zivilisten und Soldaten des Gegners zu verantworten haben? Schlimmste Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Freier Abzug in die Wüste! Tausende vergewaltigte Jesidinnen, tausende Köpfe abgeschnitten! Was machen die internationalen Anklagebehörden, was macht der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag?
    • Posersalami 20.07.2018 10:11
      Highlight Highlight Mit dem IS werden keine Deals ausgehandelt, die SAA kämpft jeweils so lange bis der IS sich zurück zieht, alle Tot sind oder sich ergeben haben.

      Deals gibt es nur mit anderen Gruppen, wo man wohl eine Chance sieht dass sie sich wieder eingliedern. Die meisten Kämpfer mit Familien werden ja jeweils nicht mit Bussen weggebracht, sondern gehen in ein Programm an deren Ende sie ein normaler Teil der Gesellschaft werden sollen. Es gibt unzählige Berichte darüber im Netz.
  • Uli404 20.07.2018 07:56
    Highlight Highlight Eine weitere Flase Flag die man den Russen in die Schuhe scheiben kann wird immer wahrscheinlicher.
  • Cpt. Jeppesen 20.07.2018 07:06
    Highlight Highlight Montag: Donald trifft Vlad in Helsinki.
    Freitag: 7 Jahre dauernder Krieg in Syrien beendet.
    Der Preis dafür? Assad kann weitermachen als ob nichts war. Die Russen behalten ihre Militärstützpunkte und den Zugang zum Mittelmehr.
    Die Verlierer: Die Einwohner Syriens.
    Die Gewinner: Die Russen, die Assad-Clique, die Waffenindustrie.
    Der Preis: Hunderttausende toter Zivilisten, ein verwüstetes Land, Flüchtlingsströme, die Demokratie, die Stabilität der EU.

    Bravo! Gut gemacht...
  • Ville_16 20.07.2018 06:26
    Highlight Highlight Rebellen? Dass ist der IS das sind Terroristen.
  • R. Peter 20.07.2018 00:04
    Highlight Highlight Welche Rebellen waren das nun? Wie standen sie (nicht) in Verbindung mit dem Verbleibenden IS Ableger?
  • Roman Stanger 19.07.2018 22:57
    Highlight Highlight Herzlichen Glückwunsch an alle Waffenlieferanten der Rebellen, ihr habts geschafft, diesen Konflikt über sieben Jahre am Kochen zu halten. Das hats voll gebracht.
    • _kokolorix 19.07.2018 23:51
      Highlight Highlight Oder vielen Dank Herr Putin, sie haben es geschafft, dass die Folterknechte Assads wieder im ganzen Land uneingeschränkten Zugriff auf die Bevölkerung haben...
    • KXXY 20.07.2018 05:06
      Highlight Highlight Nun ist Assad, der Schlächter von Damaskus, wieder am Zug.
    • Sebastian Wendelspiess 20.07.2018 10:31
      Highlight Highlight @kxxy ja Assad der Schlächer gell, dank ihm konnten die Bewohner von Ghouta oder Aleppo wieder zurückkehren. Die Christen wieder frei herumlaufen und die Kinder zurück in die Schulen.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

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