Saudi-Arabien
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«Neuer Hitler im Nahen Osten»: Saudischer Kronprinz bin Salman schlägt harsche Töne an

Mohammed bin Salman verschärft massiv seine Rhetorik gegen die iranische Führung. In der «New York Times» warnt der saudische Kronprinz vor einer «Appeasement-Politik» - und nennt Europa als mahnendes Beispiel.



FILE- In this Saturday, May 20, 2017 file photo, President Donald Trump shakes hands with Saudi Deputy Crown Prince and Defense Minister Mohammed bin Salman during a bilateral meeting, in Riyadh. Trump's son-in-law Jared Kushner and Saudi Arabia's newest heir to the throne Mohammed bin Salman, or MBS as he is known, have skyrocketed to power and been entrusted with a wealth of responsibilities and wide-ranging duties, even though neither had the experience or that comes with years of government service. (AP Photo/Evan Vucci, File)

Mohammed bin Salman und Donald Trump. Bild: AP/AP

Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran spitzt sich zu. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman bezeichnete den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Ali Khamenei als «neuen Hitler des Nahen Ostens».

In Saudi-Arabien herrscht Furcht vor einem Erstarken der Islamischen Republik Iran. Es gibt die Sorge, dass Iran versucht, die Kontrolle im Nahen Osten zu übernehmen und einen schiitischen Halbmond vom Libanon bis nach Iran und vom Persischen Golf bis zum Roten Meer zu schaffen.

Eine solche Ausdehnung des iranischen Einflusses müsse verhindert werden, sagte bin Salman der «New York Times». «Wir haben von Europa gelernt, dass eine Appeasement-Politik nicht funktioniert. Wir wollen nicht, dass der neue Hitler im Nahen Osten das wiederholt, was in Europa passiert ist.»

Der 32 Jahre alte Kronprinz gilt in Saudi-Arabien als eigentlicher Machthaber und Kopf hinter der verschärften Politik gegen Iran. Die beiden Regionalmächte führen unter anderem im Jemen, im Süden der arabischen Halbinsel, einen Stellvertreterkrieg.

FILE- In this Tuesday, Oct. 24, 2017 file photo released by Saudi Press Agency, SPA, Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman speaks at the opening ceremony of Future Investment Initiative Conference in Riyadh, Saudi Arabia. Saudi Arabia's crown prince has promised to return the ultraconservative kingdom to a more

Mohammed bin Salman Bild: AP/Saudi Press Agency

Zuletzt hatte sich der Konflikt zwischen der schiitischen Theokratie in Teheran und der sunnitischen Hegemonialmacht wegen der Lage im Libanon verschärft. Ministerpräsident Saad Hariri erklärte am Mittwoch, vorerst doch nicht zurücktreten zu wollen. Dies wurde als Rückschlag für bin Salman gewertet, den dieser kaum auf sich sitzen lassen will.

Der Kronprinz verteidigte auch die Festnahme Dutzender Prinzen und anderer führender Persönlichkeiten Anfang des Monats unter Korruptionsvorwürfen. Es sei «lächerlich» nahezulegen, dass diese Antikorruptionskampagne ein Griff nach der Macht gewesen sei.

Sein Vater König Salman habe bei seinem Amtsantritt 2015 geschworen, der Korruption ein Ende zu setzen, sagte der Kronprinz weiter. Das Ermittlungsteam habe in den vergangenen zwei Jahren sehr genaue Informationen gesammelt. Nach Schätzungen gingen jedes Jahr rund zehn Prozent der Regierungsausgaben durch Korruption verloren.

cte/Reuters/dpa

Unermessliches Elend in Jemen

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Video: srf/SDA SRF

Der Nahostkonflikt

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    Alle Leser-Kommentare
  • laska 24.11.2017 14:50
    Highlight Highlight Mich erstaunt die leise Kritik an den Saudis in westlichen Medien. Das sind doch die Freunde der guten Amis und dem noch besseren Israel und gehören demzufolge zu den Guten.
    Die Bösen sind doch die Iraner und die viel böseren die Russen und Syrer etc.
    Also liebe Journis, nicht plötzlich noch versuchen etwas Objektiver zu berichten
  • Amisabi 24.11.2017 13:12
    Highlight Highlight Da schimpft der Esel den andern Langohr...
  • Wilhelm Dingo 24.11.2017 12:58
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu den Saudis führt der Iran seit Längerem keine Angriffskriege. Die Saudis schlachten mit US Billigung den Jemen ab aber der neue Hitler sollen die Iraner sein. Ich vermisse wie immer im Spiegel Kritik am Gebaren der Achse USA-SA-Israel.
  • Saraina 24.11.2017 12:56
    Highlight Highlight Wie damals bei Nixon stellt sich die Frage: würden Sie diesem Mann einen Gebrauchtwagen abkaufen?
  • derEchteElch 24.11.2017 12:41
    Highlight Highlight der Dritte Weltkrieg, nicht wegen RUS vs USA oder so, sondern wegen dem Nahen Yosten mit Saudi-Arabien. Dass die EU und RUS auf der Gegenseite der Saudis stehen werden ist klar, aber wo werden die Amis anzutreffen sein?

    Diese Ungewissheit kann einem angst machen, zumal bisher fast immer Europa die Leidtragende war.

    Aus dem Grund brauchen wir eine starke Armee und Unabhängigkeit und eine möglichst lokale Versorgung...
    • Baba 24.11.2017 16:21
      Highlight Highlight Echt jetzt?
    • legis 24.11.2017 17:00
      Highlight Highlight LOL

      Bei dir ergibt wohl 1+1 = 1.562477895

      Die Amis werden den Saudis noch den A..... küssen, auch wenn der Prinz öffentlich die Flagge der USA verbrennen würde. Da gibt es keine zwei Meinungen!

      Und die EU wird wie gewohnt kuschen! Die Fronten sind klar!

      Und unsere Armee wird wie eine verletzte, neugeborene Gazelle, welche umringt von Löwen ist, abgeschlachtet, wenn es denn zu deinem prophezeiten Krieg kommen sollte. Da bringen alle Milliarden nichts!

      Wieso prangerst du nicht stattdessen die Waffenexporte der Schweiz nach SA an?
    • Saraina 25.11.2017 00:12
      Highlight Highlight Sollte es dir entgangen sein, dass Prinz Salman erst so richtig Gas gibt, seit Trump in Saudi Arabien war, um alles nochmal in Ruhe zu besprechen? Und dass die Saudis jetzt militärische Verbündete Israels sind?
  • demokrit 24.11.2017 12:21
    Highlight Highlight Dieser Mann wird vermutlich kein langes Leben führen.
  • Dirk Leinher 24.11.2017 12:09
    Highlight Highlight Die Rethorik der Saudis ist nicht förderlich.
    Der Iran unterstützt mit Militär die amtierende syrische Regierung, während die Saudis den früheren jemenitischen Präsidenten zurück an die Macht bringen möchte. Hüben wie drüben wird geopolitisch agiert.
    Wie wäre es einfach mal miteinander ohne Vorwürfe zu reden?
    • Saraina 25.11.2017 00:14
      Highlight Highlight Weil es um nichts anderes als um Geopolitik geht?
  • Slavoj Žižek 24.11.2017 11:54
    Highlight Highlight Ist heute Gegenteilstag?
  • Sebastian Wendelspiess 24.11.2017 11:37
    Highlight Highlight Wenn jemand faschistisch regiert, sind es eher die Saudis, als der Iran. Mit der ältesten jüdischen Gemeinde und sogar politischen Vertreter im Parlament, ist der Iran alles andere als antisemitisch.
    • gianny1 24.11.2017 11:57
      Highlight Highlight Naja.... aber dass der Iran das Jüdische Land von der Landkarte streichen will ist auch nicht freundschaftlich....!
    • FancyFish - Stoppt Zensur! 24.11.2017 12:28
      Highlight Highlight Das vielleicht schon, aber Antisemitismus und Antizionismus sind verschiedene Meinungen
    • Posersalami 24.11.2017 12:43
      Highlight Highlight Der Iran will das nicht, das war eine böswillige und falsche Übersetzung.

      "Kein Satz wird so häufig mit dem amtierenden Präsidenten Irans, Mahmud Ahmadinedschad, assoziiert wie dieser: Israel muss von der Landkarte radiert werden. Das Problem ist nur - er hat diesen Satz nie gesagt."

      http://www.sueddeutsche.de/kultur/umstrittenes-zitat-von-ahmadinedschad-der-iranische-schluesselsatz-1.287333#redirectedFromLandingpage

      Es ist auch nicht freundlich, Präsidenten anderer Länder bewusst falsch zu zitieren und Lügen zu verbreiten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheGoon 24.11.2017 11:30
    Highlight Highlight Das wird sicher ein Bombengeschäft für unser Waffenexporteure. Noch schnell ein paar Zelte in die Wüste werfen um die Flüchtlinge vor Ort zu betreuen.
    • Wilhelm Dingo 24.11.2017 12:58
      Highlight Highlight Das Geschäft brummt bereits, Siehe US-SA Waffendeal.
  • Linus Luchs 24.11.2017 11:27
    Highlight Highlight Es mutet schon etwas grotesk an, wenn ein saudischer Herrscher anderen Staaten totalitäre Züge vorwirft, während im eigenen Land kritische Blogger öffentlich ausgepeitscht werden.
  • Raphael Stein 24.11.2017 11:10
    Highlight Highlight Je lauter sie brüllen, je stärker ist der Schmerz.
    Die Saudis haben keinen blassen Schimmer mit wem die sich anlegen wollen.
    Auf Sand gebaut, im Sand versunken. Ist ein sehr altes persisches Sprichwort.

    Vor der Oelzeit haben die ja zusammen Handel betrieben, (Perlen) als wären sie Brüder.
  • Zeyben 24.11.2017 11:08
    Highlight Highlight Der “Kronprinz”, der einen oppositionellen Teil seiner Familie und Minister kaltblütig beseitigen ließ, der Hariri erpresst hat outet sich als der eigentliche neue Hitler und wie auch schon im Hintergrund die Angelsachsen. Vielmehr diese Wüstenmafia hat mit Israel und des USA zusammen diese Allmachtsfantas und bedient sich verlogener Kriegspropaganda, die als Muster aber schon recht einfach zu durchschauen ist. Eine Frechheit Europa “appeasement” anzudichten, in der Hoffnung die NATO wird dann auch mitmachen. Soll Russland dem Iran wieder helfen? Wer sonst?
    • Tomjumper 24.11.2017 12:49
      Highlight Highlight In einigen Punkten gebe ich dir Recht. Die Saudis wollen ihre Vormachtstellung behalten und nutzen dazu jeden fiesen Trick. Beseitigt hat bin Salman seine Konkurrenz noch nicht, nur kaltgestellt. Der Iran versucht seinen Einfluss zu vergrössern, auch dank Bushs Aktion im Irak haben sie die Möglichkeit dazu. England und Frankreich haben vor dem zweiten Weltkrieg Deutschland gegenüber Appeasement- Politik betrieben, die bekanntlich total in die Hose ging. Der Vergleich mit Hitler und der damaligen Situation, ist aber völlig an den Haaren herbeigezogen und stimmt absolut nicht.
    • Saraina 25.11.2017 00:20
      Highlight Highlight Beseitigt hat Salman seine Konkurrenz schlicht deswegen noch nicht, weil er an ihre Milliarden will. Und weil diese Milliarden nicht als Goldvreneli oder Banknötli herumliegen, sondern als Beteiligungen an westlichen Firmen (UBS! CS!) kann er sie nicht einfach einsacken. Also hat er sie in einem Luxushotel eingeschlossen, wo jetzt eine medizinische Abteilung sich um die Spuren von Folter und Suizidversuchen der Eingeschlossenen kümmert.
    • Saraina 25.11.2017 20:30
      Highlight Highlight Höchst interessanter Bericht über verschwindende Saudi-Prinzen. Hier der Link zu einer Kurzfassung dazu. Und dieser Staat wird uns neuerdings als verkauft als "sich öffnend", "modernisierend" und "moderat".

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  • LeChef 24.11.2017 11:07
    Highlight Highlight Irgendwie ironisch, dass das genau von bin Salman kommt...
  • The Origin Gra 24.11.2017 10:58
    Highlight Highlight Er sollte lieber die Füsse stillhalten

«Für mich sieht der Fall Khashoggi sehr orchestriert aus»

Die Affäre um den ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi beschäftigte die Welt in den letzten Wochen. Im Gespräch mit watson erzählt die Menschenrechtsaktivistin und Politikwissenschaftlerin Elham Manea ihre Einschätzung und kritisiert Saudi-Arabien scharf.

Frau Manea, die Ermordung des Journalists Khashoggi löste weltweit Empörung aus. Was war Ihre erste Reaktion?Elham Manea: Ich war überrascht, im Gegensatz zu anderen Experten.

Überrascht?Ja, die Ermordung eines Journalisten ist ein neues Ausmass, welches ich so noch nicht beobachten konnte. Es war bekannt, dass Saudi-Arabien Dissidenten entführt, aber nicht so brutal ermordet wie jetzt Khashoggi. Das ist eine neue Stufe. Ausserdem erstaunt es mich, wie er nun in den Medien dargestellt wird.

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