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Eines der grössten Munitionsdepots der Ukraine in Brand geraten

27.09.17, 12:56

Im Mittelwesten der Ukraine ist eines der grössten Munitionslager des Landes in Brand geraten. Die Behörden ordneten am Dienstagabend die Evakuierung der umliegenden Dörfer an und sperrten den Luftraum in einem Radius von 50 Kilometern über dem Depot.

Nach Angaben des Militärs brach das Feuer gegen 22.00 Uhr Ortszeit (MESZ) aus. Daraufhin seien zahlreiche in dem Depot gelagerte Artilleriegranaten explodiert, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenseite «Ukrainska Prawda». Nach Angaben der ukrainischen Regierung ist das Feuer inzwischen unter Kontrolle gebracht worden.

Zwei Menschen wurden verletzt und in Spitäler gebracht, wie die örtlichen Behörden am Mittwochmorgen mitteilten. Alle Bewohner der Ortschaft Kalyniwka und zweier benachbarter Dörfer wurden in Sicherheit gebracht. Auch ein Teil der Strassen in der Region wurde gesperrt und der Bahnverkehr teilweise umgeleitet.

Die ukrainische Führung vermutete einen Brandanschlag. Präsidentenberater Juri Birjukow sagte, möglicherweise sei das Lager mit einer Drohne angegriffen worden. Ein Wachtposten habe von einem seltsamen Geräusch berichtet, anschliessend habe es eine Explosion gegeben, schrieb Birjukow auf Facebook.

Zudem schrieb der Militärexperte von Festnahmen. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben lag zunächst nicht vor. Präsident Petro Poroschenko setzte für den Nachmittag eine Sitzung mit Vertretern zahlreicher Sicherheitsorgane an.

Ministerpräsident Wolodimir Groisman traf kurz nach Mitternacht in Winnyzja ein, um persönlich die Arbeit der Behörden zu koordinieren. Er war bis 2014 selbst Bürgermeister der Stadt. Die Verantwortlichen müssten gefunden werden, sagte er.

Nicht der erste Vorfall in diesem Jahr

Das Munitionslager liegt rund 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Kiew und lagert etwa 188'000 Tonnen Munition. Das Militär teilte mit, das Lager sei zu 70 Prozent verschont geblieben.

Es ist 20 Kilometer von der 370'000 Einwohner zählenden Stadt Winnyzja entfernt. Vereinzelt fingen auch Wohnhäuser Feuer, die Brände konnten aber gelöscht werden. Es besteht nach Angaben von deren Bürgermeister Sergej Morgunow keine Gefahr, dass die Stadt von Granatsplittern getroffen werden könnte.

Bereits im März hatte ein Brand in einem riesigen Waffen- und Munitionslager in der Stadt Balaklija im Osten des Landes zu tagelangen Explosionen geführt, bei denen ein Mensch getötet wurde. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Ursache wurde nicht vollständig geklärt, die Regierung ging auch damals von Sabotage aus. Die Schäden wurden auf mehr als drei Millionen Euro geschätzt.

Das Depot der Stadt Balaklija liegt rund hundert Kilometer von den ostukrainischen Gebieten entfernt, die von den prorussischen Aufständischen kontrolliert werden. In dem Konflikt der prorussischen Rebellen gegen Kiews Regierungstruppen wurden seit April 2014 mehr als 10'000 Menschen getötet.

Im Oktober 2015 starben zudem zwei Menschen bei einer Serie von Explosionen in einem weiteren, direkt an der Frontlinie gelegenen Munitionsdepot. (sda/afp)

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