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Titanobao frisst Krokodil

Die Riesenschlange Titanoboa cerrejonensis nahm es sogar mit Krokodilen auf.  Bild: Pinterest

Ausgestorben: 9 Urzeit-Giganten, die es nicht geschafft haben

27.05.18, 19:03 28.05.18, 12:10


Size matters, jedenfalls im Tierreich. Allerdings sieht es eher so aus, dass Grösse nicht immer im Vorteil einer Art ist: Eine ganze Reihe von riesigen Land-Säugetieren – die sogenannte Megafauna – ist bereits ausgestorben, nicht zuletzt durch das Zutun des Menschen.

Immerhin: Das grösste Tier aller Zeiten, der Blauwal, lebt heute noch, auch wenn seine Bestände durch den Walfang bis fast zur Ausrottung dezimiert wurden. 

Slideshow Dani: Das grösste Säugetier ist der Blauwal mit einer Länge von bis zu 35 Metern und einem Gewicht von bis zu 190 Tonnen.

Mit einer Länge von bis zu 35 Metern und einem Gewicht von bis zu 190 Tonnen ist der Blauwal das grösste Tier, das jemals auf der Erde lebte. Bild: Pinterest

In der Erdgeschichte gab es zahlreiche Giganten – nur schon die Sauropoden, die grössten aller Dinosaurier, zählten über 150 Arten. Im Vergleich zu ihnen war Meganeura monyi, ein libellenähnliches Rieseninsekt, ein Winzling. Doch im Reich der Insekten war es ein Gigant – und figuriert deshalb auf dieser Liste von neun Urzeitriesen, die es heute nicht mehr gibt. 

Patagotitan mayorum

Nur Meeresbewohner wurden noch grösser: Patagotitan mayorum, der vor rund 100 Millionen Jahren im heutigen Argentinien lebte, war der wohl grösste Sauropode. Der Riesen-Dino erreichte ein Gewicht von vermutlich knapp 70 Tonnen – so viel wie 14 durchschnittliche Afrikanische Elefantenbullen zusammen auf die Waage bringen. 

Patagotitan mayorum

Grösser als ein Mensch: Der Oberschenkelknochen des vermutlich grössten je lebenden Landtiers. Bild: videoboom.cc

Seine Länge von 37 bis 40 Metern und die Höhe von 20 Metern bei nach oben gestrecktem Hals bringt es mit sich, dass nur wenige Museen das Skelett dieses Titanosauriers vollständig zeigen könnten. Allein der Oberschenkel des Pflanzenfressers ist länger als ein erwachsener Mensch. 

Patagotitan mayorum

Mit erhobenem Kopf war Patagotitan mayorum nahezu 20 Meter hoch.  Bild: Wikimedia

Megalodon

Carcharocles megalodon fehlt in keiner Zusammenstellung von Urzeit-Riesen. Der ausgestorbene Hai beeindruckt vor allem mit seinem enormen Maul – aufgerissen war es drei Meter hoch und hätte einen Smart schlucken können. Die Zähne darin waren mit 18 Zentimeter Länge auch nicht von schlechten Eltern.

Megalodon

Der grösste Hai in der Erdgeschichte machte Jagd auf Wale.  Bild: Shutterstock

Megalodon, der vor etwa 2,6 Millionen Jahren am Ende des Pliozäns ausstarb, erreichte eine Länge von bis zu 18 Metern und ein Gewicht von 50 Tonnen. Im Vergleich zu diesem Hai wirkt der Weisse Hai, der aktuell grösste Raubfisch, schon fast niedlich. Megalodon jagte Wale, die erst nach seinem Aussterben zu ihrer heutigen Grösse heranwuchsen. 

Megalodon

Megalodon (zwei verschiedene Grössen-Schätzungen) im Vergleich mit Walhai (lila), Weissem Hai (grün) und Mensch.  Bild: Wikimedia

Titanoboa cerrejonensis

Keine bekannte Schlange war länger als dieses Ungetüm aus dem heutigen Kolumbien. Mit 13 bis 14 Metern Länge und einem Gewicht von über einer Tonne war Titanoboa cerrejonensis gross genug, um Jagd auf Krokodile zu machen. 

Titanoboa cerrejonensis

Verwandt mit der Grossen Anakonda, aber viel grösser: Titanoboa cerrejonensis Bild: Jason Bourque/University of Florida

Die Riesenschlange, die vor rund 60 Millionen Jahren in den Regenwäldern Südamerikas lebte, gehört zur Familie der Boas, wie die Grosse Anakonda – eine der grössten heutigen Schlangen, die allerdings im Vergleich zu ihrer ausgestorbenen Verwandten beinahe harmlos erscheint. 

Titanoboa cerrejonensis

Nachbildung einer Titanoboa cerrejonensis, die gerade ein Krokodil verschlingt.   Bild: ourplnt.com

Glyptodon

Dieses Gürteltier war ungefähr so gross wie ein VW Käfer. Mit seiner Grösse von mehr als drei Metern und einem Gewicht von bis zu 1400 Kilogramm brachte der grösste Vertreter der Glyptodontidae soviel auf die Waage wie ein Spitzmaulnashorn-Bulle. 

Glyptodon

So gross wie ein VW-Käfer: Glyptodon. Bild: Wikimedia/Pavel.Riha

Sein aus Hautverknöcherungen bestehender Rückenpanzer und sein keulenartiger Schwanz, mit denen Glyptodon verheerende Schläge austeilen konnte, schützten das Gürteltier nicht vor einem tödlich effizienten Jäger, der am Ende der letzten Kaltzeit in Südamerika auftauchte: Kurz nach dem Erscheinen des Menschen starb Glyptodon wie alle anderen Riesengürteltiere vor 12'000 Jahren sang- und klanglos aus. 

Glyptodon

Gegen den Menschen hatte das Riesengürteltier keine Chance.  Bild: PD

Gigantopithecus

Sein Name ist Programm: Gigantopithecus, zu deutsch Riesenaffe, war vermutlich der grösste Menschenaffe, den die Erde je gesehen hat. Seine Grösse ist zwar nicht genau festzustellen, da bisher lediglich Teile des Kiefers und Zähne gefunden wurden. Schätzungen gehen jedoch von 1,8 bis über 3 Meter. 

Gigantopithecus

Gigantopithecus lebte in Südostasien.  Bild: Pinterest

Bei der letztgenannten Grösse müsste der Primat, der bis vor ungefähr 100'000 Jahren in China und Südostasien lebte, etwa 500 Kilogramm gewogen haben. Das ist etwa soviel wie ein ausgewachsener Eisbär. Damit trägt er den Spitznamen «King Kong» nicht ganz zu Unrecht. 

Gigantopithecus

Vergleich von zwei Gigantopithecus-Arten mit dem Menschen.  Bild: Wikimedia

Diese Primaten sind heute vom Aussterben bedroht

Dromornis stirtoni

Dieser flugunfähige Verwandte unserer Gänse lebte vor sechs bis acht Millionen Jahren im offenen subtropischen Waldland Nordaustraliens. Mit fast drei Meter Höhe und einem geschätzten Gewicht von 570 Kilogramm war der Stirton-Donnervogel der grösste bekannte Vogel der Erdgeschichte. Der ebenfalls ausgestorbene Elefantenvogel (Aepyornis maximus) auf Madagaskar erreichte zwar eine vergleichbare Höhe, war aber leichter. 

Stirton-Donnervogel, Dromornis stirtoni

Mit unseren Gänsen verwandt, aber etwas grösser: Dromornis stirtoni. Bild: Wikimedia/Nobu Tamura

Dromornis stirtoni gehörte trotz seines Äusseren nicht zu den Laufvögeln. Der Stirton-Donnervogel mit seinem grossen Schädel und dem riesigen Schnabel  ernährte sich möglicherweise omnivor, das heisst, er nahm auch tierische Nahrung zu sich. 

Stirton-Donnervogel, Dromornis stirtoni

Der Stirton-Donnervogel im Grössenvergleich mit einem Menschen.  Bild: prehistoric-fauna.com

Aegirocassis benmoulae

Fast zwei Meter gross war dieser Meeresbewohner – was ihn im Erdzeitalter des Unterordoviziums (ca. 480 Millionen Jahre vor unserer Zeit)  zu einem veritablen Riesen machte. Aegirocassis benmoulae aus der Gruppe der Anomalocarididae («ungewöhnliche Garnelen») gehörte zu den grössten Tieren seiner Zeit. 

Aegirocassis benmoulae

Wie ein Bartenwal filtrierte der Gliederfüsser Plankton aus dem Meerwasser. Bild: Spiridon Ion Cepleanu

Der Arthropode (Gliederfüsser) – zu diesem Stamm gehören auch Insekten, Krebstiere, Spinnentiere und Tausendfüsser – besass einen langen, flachen, in Segmente gegliederten Rumpf und vor der Mundöffnung eine Reihe von Anhängseln. Damit filtrierte Aegirocassis benmoulae ähnlich wie heutige Bartenwale Plankton aus dem Meerwasser. 

Aegirocassis benmoulae

Aegirocassis benmoulae war eines der grössten Tiere des unteren Ordoviziums.  Bild: Wikimedia/Nobu Tamura

Arthropleura

Eine Begegnung mit diesem landbewohnenden Gliederfüsser wäre wohl nicht jedermanns Sache – doch die Gattung Arthropleura ist bereits vor rund 300 Millionen Jahren ausgestorben. Mit einer Länge von bis 2,5 Metern waren diese Tiere, die mit den heute lebenden Tausendfüssern verwandt sind, die grössten Gliederfüsser und zugleich die grössten Wirbellosen, die jemals existierten. 

Arthropleura

Das grösste bekannte wirbellose Tier: Arthropleura. Bild: Shutterstock

Arthopleura, der in Nordamerika lebte, besass ein Aussenskelett mit etwa 32 bis zu knapp 50 Zentimeter breiten Segmenten, von denen jeweils ein Beinpaar ausging. Heutige Gliederfüsser mit ihrer passiven Tracheenatmung könnten diese Grösse wohl nicht mehr erreichen, doch im späten Paläozoikum war der Sauerstoffgehalt der Luft höher als heute. 

Arthropleura

Arthropleura im Vergleich mit einem Menschen. Bild: Wikimedia/Tim Bertelink

Meganeura monyi

Das grösste fliegende Insekt, das jemals durch die Luft schwirrte, sah aus wie eine Libelle – war aber deutlich grösser. Die Flügelspannweite von Meganeura monyi betrug sagenhafte 70 Zentimeter, der Rumpf wies einen Durchmesser von fast drei Zentimetern auf. 

Meganeura monyi

70 Zentimeter Flügelspannweite: Meganeura monyi. Bild: Shutterstock

Meganeura monyi jagte andere Insekten, aber vermutlich auch Kleingetier wie Eidechsen. Das Insekt lebte vor 300 Millionen Jahren und konnte – wie sein Zeitgenosse Arthopleura – vermutlich nur deshalb so gross werden, weil der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre damals höher war. 

Meganeura monyi

Abguss eines Meganeura-monyi-Fossils. bild: Wikimedia/Hcrepin

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Megalodon – der grösste Hai aller Zeiten

Video: srf

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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24
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    Alle Leser-Kommentare
  • Toaster97 28.05.2018 21:05
    Highlight Ob die wohl alle auch mal gedacht hatten, sie wären die Spitze der Evolution?
    5 1 Melden
  • Confused Dingo #teamhansi 28.05.2018 19:55
    Highlight Ich vermisse das Riesenfaultier. 😅
    8 0 Melden
    • Pana 29.05.2018 03:30
      Highlight Uns rottet so schnell niemand aus.
      8 2 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi 29.05.2018 08:23
      Highlight Nope. Der Mensch ist wie ein Krebsgeschwür. Wenn du es irgendwo rausschneidest, wächst schon irgendwo anders ein weiteres ^^. Da würde nur komplette Bestrahlung helfen.
      2 0 Melden
  • The Origin Gra 28.05.2018 13:59
    Highlight Also wenn der Sauerstoffgehalt nach oben geht, würden wir Menschen auch Wachsen?

    Wieso sank der Sauerstoffgehalt dermassen ab?
    8 0 Melden
    • DerRabe 28.05.2018 21:41
      Highlight Bedenken Sie: Mehr Sauerstoff hat nicht nur Vorteile, da fangen gerne mal Dinge an zu brennen.
      4 0 Melden
    • Schne 29.05.2018 10:00
      Highlight Die Durchschnittsgrösse des Menschen steigt weiterhin, allerdings eher wegen anhaltend guter Erfahrung (beim Grossteil der Population). Bei Insekten und Spinnen ist jedoch der Sauerstoffgehalt der Luft ein begrenzender Faktor. Sie transportieren im Körper den Sauerstoff nicht aktiv mit Motor (Herz) und Trägersubstanz (Blut). Sondern nur über ein passives Luftröhrensystem. Ab einer bestimmten Grösse käme nicht mehr genügend Sauerstoff zu den innersten Körperzellen.
      2 0 Melden
    • Schne 29.05.2018 11:10
      Highlight Ups, Autokorrektur. Ernährung natürlich, nicht Erfahrung. Daneben gibts auch noch andere Thesen, wie das Wachstum beeinflusst wird: Licht (insbesondere UV-Strahlung), sozialer Status, Stillen und Sport. Allein in den letzten 120 Jahren ist die Menschheit im Schnitt 14cm grösser geworden.
      2 0 Melden
  • Eisenhorn 28.05.2018 11:48
    Highlight Hah! Titel gesehn und dachte "Ich kenn all die Fiecher aus ARK !" (Video Spiel)...

    Manchmal lernt man was beim Zocken *dubdidu*
    6 0 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 28.05.2018 07:49
    Highlight Also beim Riesenshrimp habe ich Hunger bekommen...

    16 2 Melden
  • Mia_san_mia 28.05.2018 00:47
    Highlight Zum Glück gibt es solche Viecher nicht mehr...
    24 18 Melden
  • horst müller 28.05.2018 00:19
    Highlight mal ne runde ark zocken. da findet man fast jede dieser "wunderbaren" kreaturen
    16 10 Melden
  • Menel 27.05.2018 22:03
    Highlight Wie ich immer sage; sollte eine Zeitmaschine mal meinen Weg kreuzen, Finger weg vom Karbon Zeitalter 😱
    205 5 Melden
    • Raembe 27.05.2018 22:19
      Highlight 😂 Das mag Niemand
      25 1 Melden
    • Mia_san_mia 28.05.2018 05:45
      Highlight Oh ja, das müsste echt nicht sein...
      6 0 Melden
  • espe 27.05.2018 21:52
    Highlight Sehr spannender Artikel. Hätte gern auch einen Artikel, der noch etwas tiefer ins Detail geht.
    71 2 Melden
    • Mia_san_mia 28.05.2018 05:45
      Highlight Da hätte ich auch nichts dagegen.
      7 0 Melden
  • Ruapehu 27.05.2018 21:46
    Highlight Auch wenn das Aussterben von Arten schade ist, bin ich schon froh, keinem 2m grossen Tausendfüssler im Wald zu begegnen, beim Grillfest im Garten eine Libelle in der Grösse einer Drohne verscheuchen zu müssen oder beim Baden im Meer Angst vor dem Auftauchen eines 50 Tönner zu haben.
    238 9 Melden
    • x4253 27.05.2018 23:03
      Highlight Dafür könntest du aber Spanshrimp machen ;)
      55 2 Melden
    • Nausicaä 28.05.2018 16:03
      Highlight Aber das Gürteltier ist voll süüüüüss!! :)).
      5 0 Melden
  • JJ17 27.05.2018 20:34
    Highlight Äusserst faszinierende Tiere, aber in der freien Wildbahn wäre ich denen wohl lieber nicht begegnet.
    85 1 Melden
  • tatata 27.05.2018 20:11
    Highlight Unvorstellbar wie gross diese Tiere waren. Sehr spannend!
    71 0 Melden
  • AskLee 27.05.2018 19:30
    Highlight Sehr spannend, danke für den Artikel.
    Wenn man bedenkt, dass diese Lebewesen auf dem gleichen Planeten gelebt haben, ist das doch unglaublich !
    191 2 Melden

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