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Zensiert Instagram Nacktbilder von dicken Frauen?

Bewertet der Instagram-Algorithmus Nutzer nach ihrem Aussehen? Stichproben deuten jedenfalls darauf hin, dass die Plattform Fotos von Menschen bevorzugt, die dem Schönheitsideal entsprechen. Einige prominente Nutzerinnen wollen sich das nicht bieten lassen. 



Ein Artikel von

T-Online

Wer auf Instagram viel Haut zeigt, bekommt mehr Likes und Reichweite. Diese Erfahrungen machen viele – und manche Stars wissen das auch zu nutzen. Allerdings bestimmen Ausnahmen die Regel, wie das folgende Beispiel zeigt: Die für ihre Parodien bekannte Instagram-Nutzerin Celeste Barber postete ein Bild von sich, in der sie die Pose eines « Victoria's Secret »-Models nachahmt. 

In dem Foto bedeckt die nur halb bekleidete, schlanke Frau die entblösste Brust mit einer Hand. Barber stellte die Szene nach und lud die Bilder hoch. Doch während das Original fleissig geteilt werden durfte, schränkte Instagram die Sichtbarkeit der Parodie ein. Fans konnten Barbers Beitrag nicht teilen. Begründet wurde das mit dem Hinweis, dass der Beitrag gegen die Community-Regeln verstosse und Nacktheit zeige.

Barber schimpft auf «Body-Shaming»

Da hatte sich Instagram allerdings mit der falschen Fangemeinde angelegt: Barber ist ein gefeierter Star mit 7.3 Millionen Followern und zählt damit zu den einflussreichsten Social-Media-Influencern, die sich gegen «Body Shaming» stark machen – also das vorurteilsbehaftete Mobbing von fülligeren oder «anders» aussehenden Menschen.

Unter dem Hashtag #CelesteChallengeAccepted veröffentlicht Barber regelmässig Bilder, die zeigen sollen, wie absurd sich manche Frauen für ein paar Likes verrenken. Dass Instagram die ungeschönte Darstellung offenbar anstössig findet, kommentiert Barber so: «Hey Instagram, rückt eure Body-Shaming-Standards mal gerade. Es ist 2020. »

Instagram gerät unter Druck

Der Verdacht, dass Instagram gezielt Bilder von attraktiven Menschen in den Vordergrund rückt, kommt nicht zum ersten Mal auf. Kritiker werfen der Plattform doppelte Standards vor: Minderheiten würden durch den Algorithmus systematisch benachteiligt und seien weniger sichtbar. 

Die Plattform weist Vorwürfe der bewussten Diskriminierung oder Zensur zurück, kündigte jedoch eine Überprüfung der internen Algorithmen an. Wie genau die Facebook-Tochter Inhalte analysiert, bewertet und sortiert, ist ein Geheimnis. Offiziell heisst es immer, Instagram zeige den Nutzern Inhalte, die sie interessieren. Das würde zwar erklären, warum Menschen, die dem Schönheitsideal entsprechen, oftmals eine grössere Reichweite erzielen. Doch es erklärt nicht, warum Instagram die Reichweite in anderen Fällen aktiv begrenzt. 

(str/t-online)

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