Gesellschaft & Politik
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Isabelle Chevalley, droite, (vert'liberal) est congratulee par Jacques Nicolet, gauche, candidat (UDC) lors de l'assemblee generale du Parti vert'liberal vaudois en vue du deuxieme tour de l'election au Conseil d'Etat vaudois ce lundi 1er mai 2017 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Stehen für die zweite Runde auf dem gleichen Ticket: Jacques Nicolet (SVP) und Isabelle Chevalley (GLP).  Bild: KEYSTONE

Die SVP kommt in der Romandie nicht vom Fleck – und spannt jetzt mit der GLP zusammen



Die SVP des Kantons Waadt spannt für den zweiten Wahlgang der Staatsratswahlen vom 21. Mai mit den Grünliberalen zusammen. Das hat die Partei am Montagabend entschieden. Unterstützung erhält die rechtsbürgerliche Allianz auch von der FDP.

110 SVP-Delegierte stimmten für das Ticket mit der GLP, zwei dagegen und 17 enthielten sich. Es sei ein Entscheid der Vernunft, nicht des Herzens, hiess es aus Parteikreisen. Mit dieser Allianz, zu der auch die FDP gehört und welche die SVP noch im Dezember abgelehnt hatte, will die SVP einen Sitz im Staatsrat gewinnen. Nun tritt ihr Kandidat Jacques Nicolet auf der gleichen Liste an wie Isabelle Chevalley von der GLP.

SVP-Nationalrat Nicolet machte sich bei der Versammlung für die Kehrtwende stark. Die SVP habe sich entschieden, die 7000 fehlenden Stimmen in der Mitte zu suchen. «Die Lösung muss nicht angenehm sein, sondern effektiv. Wir wollen eine Siegesstrategie», sagte er.

Bei den Grünliberalen stimmten 30 Delegierte für die Allianz bei 16 Gegenstimmen. «Wir spannen mit der SVP Waadt zusammen und nicht mit Roger Köppel», gab Chevalley zu bedenken. «Ein Bündnis einzugehen bedeutet nicht, sämtlichen Ideen des Bündnispartners zuzustimmen», sagte auch GLP-Präsident François Pointet vor der Versammlung. Man sei dabei, eine neue Rechte im Kanton Waadt zu schaffen.

Eine rechtsbürgerliche Mehrheit im Staatsrat strebt auch die FDP an. Deren Delegierten sprachen sich am Abend in Yverdon VD «mit grosser Mehrheit» für das Zweierticket von SVP und GLP aus. Es sei die einzige Chance, um den Sitz und damit die Mehrheit im Rat zu gewinnen, sagte FDP-Präsident Frédéric Borloz.

SVP-Krise in der Romandie

Seit der Abwahl von Oskar Freysinger stellt die SVP in der Romandie in keiner Kantonsregierung einen Vertreter. Zuletzt wurde ihr in Neuenburg einen Denkzettel verpasst. Im Parlament verlor die Volkspartei über die Hälfte ihrer Sitze, ihre Kandidaten für die Regierung steckten bittere Pleiten ein. 

Bei den Parlamentswahlen im Kanton Waadt konnte der Schaden in Grenzen gehalten werden, die SVP verlor lediglich zwei von ihren 27 Sitzen. Dennoch scheint die SVP-Not in der Romandie so gross, dass jetzt diese ungewöhnliche Allianz geschmiedet wurde. 

Umfrage

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  • Eine gute Sache, so haben sie eine reelle Chance auf die Regierungsposten.8%
  • Es zeigt, wie schwer sich die SVP in Personenwahlen tut.18%
  • Das sagt in erster Linie vor allem etwas über die Grünliberalen aus. 73%

Listenschluss am Dienstag

Ins Rennen um die zwei noch unbesetzten Sitze steigen ferner die Bisherige Béatrice Métraux (Grüne) und SP-Nationalrätin Cesla Amarelle. Am Dienstagmittag ist Listenschluss für die zweite Runde. Am 21. Mai wird sich zeigen, ob die Regierung links-grün dominiert bleibt oder die Mehrheit an die Bürgerlichen zurückgeht.

Beim ersten Wahlgang für die Neubesetzung des siebenköpfigen Waadtländer Staatsrats hatten am Sonntag fünf bisherige Regierungsmitglieder – drei von der FDP und zwei von der SP – die Wiederwahl im ersten Anlauf geschafft.

Les candidats sortants elus au premier tour de l'election au Conseil d’Etat vaudois, de gauche a droite, le PLR Pascal Broulis, la PLR Jacqueline de Quattro, la PS Nuria Gorrite, le PLR Philippe Leuba et le PS Pierre-Yves Maillard observent les resultats lors des resultats du depouillement des scrutins du 1er tour des elections cantonales du canton de Vaud ce dimanche 30 avril 2017 a Lausanne. Le pemier tour des elections cantonales, Conseil d'Etat et Grand Conseil, dans le canton de Vaud se deroule le 30 avril 2017. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bereits gewählt sind Pascal Broulis (FDP), Jacqueline de Quattro (FDP), Nuria Gorrite (SP), Philippe Leuba (FDP), Pierre-Yves Maillard (SP). Bild: KEYSTONE

Bisherige Métraux verpasste absolutes Mehr

Die bisherige Innenministerin Métraux von den Grünen verpasste als einzige der Bisherigen das absolute Mehr. Sie kam auf 48,08 Prozent. Dasselbe gilt für die neu kandidierende SP-Frau Amarelle. Sie kam mit 43,56 Prozent vorläufig auf den siebten und letzten Platz in der siebenköpfigen Regierung, platzierte sich aber noch vor Nicolet.

Dieser erreichte 40,34 Prozent und lag damit nicht so weit hinter Amarelle wie prognostiziert. Die restlichen der insgesamt 15 Kandidierenden lagen mit Wähleranteilen von weniger als zehn Prozent auf den hinteren Rängen. (cma/sda)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sophia 02.05.2017 10:13
    Highlight Highlight "Ob grün, ob braun, ich liebe alle Frau'n, mein Herz ist weit..." so heisst es in einem etwas abgewandeltem Liedchen von Ernst Marischka.
    Die GLP ist schon ein seltsames Häufchen, legt sich mit jedem ins Bettchen, wo es gerade schön warm zu sein scheint. Im SVP-Bettchen herrschen aber Extremtemperaturen!
  • Zwieback 02.05.2017 09:08
    Highlight Highlight Mit solchen Aktionen macht sich die GLP selbst kaputt, da nennt sich die Partei immer wieder "mitte-links" und geht Bündnise mit der SVP ein, und dies nicht zum ersten mal! Die Partei ist alles andere als glaubwürdig und für mich schon lange nicht mehr wählbar!
  • Majoras Maske 02.05.2017 08:14
    Highlight Highlight Genauso unsympathisch von der GLP wie einst ihre Listenverbindung mit der EDU. Liebe GLP, das schreckt potenzielle Wähler ab, wenn ihr mit Rechtsaussenparteien schläft.
  • sheimers 02.05.2017 07:29
    Highlight Highlight Wie kann eine Partei, die das Grün im Namen trägt, sich mit der KKW- und Erdölpartei von Albert Rösti zusammentun?
    • FrancoL 02.05.2017 09:28
      Highlight Highlight Macht ist geil und das GRüN verblasst immer mehr. Viele Worte (zB von Bäumle) und wenig Taten, aber wenn immer möglich immer der macht hart auf dem Fersen. Wenn das G von GLP weg ist ist die GLP auch weg.
  • Gott 02.05.2017 07:16
    Highlight Highlight Grüne Volkspartei? Dieser Wolf im Schafspelz war mir immer schon ungeheuer.
  • Thomas Bollinger (1) 02.05.2017 07:05
    Highlight Highlight Als langjähriges Mitglied der GLP empfinde ich das als Schande. Man darf aber nicht vergessen, dass solche Entscheidungen in den Kantonssektionen getroffen werden. Ich weiss nicht, welche Gründe dazu führten, mit Rechtsnationalisten einen Pakt einzugehen. Ich hoffe, wir verlieren.
  • Charlie Brown 02.05.2017 05:59
    Highlight Highlight Die GLP legt sich nicht zum ersten Mal mit der SVP ins Bett. Schade um eine sonst grundsätzlich wählbare Partei.
    • FrancoL 02.05.2017 09:33
      Highlight Highlight Ja mehr denn ärgerlich. Doch wenn man Bäumle kennt (und ich kenne ihn aus der Stadtpolitik in Dübendorf) war gewarnt, die GLP verabschioedet sich bei den taten immer schneller vom "G" und ist bei einigen Punkten schon ganz nahe bei der SVP. Offensichtlich versteht die GLP unter wirtschaftlich verträglich eher den SVP Kurs als den Kurs von anderen Parteien. Für mich eine riesen Enttäuschung. Ich denke die Quittung lässt nicht lange auf sich warten und die wird kaum positiv sein.
  • Stichelei 02.05.2017 05:51
    Highlight Highlight Als einer, der sich bisher mit keinem Programm unserer Parteien so richtig identifizieren konnte, neigte ich am ehesten noch zur GLP. Dies hat sich mit dieser Listenverbindung nun erledigt. Schade!
  • Arneis 02.05.2017 03:11
    Highlight Highlight Die GLP zeigt endlich Ihr wahres Gesicht.
    • FrancoL 02.05.2017 09:35
      Highlight Highlight @Joel; Darf man dann fragen was die Listenverbindung soll? Oder weiss die GLP (und Sie) nicht was eine Listenverbindung ist?
    • Strohut 02.05.2017 12:09
      Highlight Highlight Für die GLP sind Listenverbindungen eben nur Mittel, um ihre rechnerischen Chancen auf einen Sitz zu erhöhen, ohne dabei ideologische Ähnlichkeiten gross zu berücksichtigen. Kommt beim Wähler natürlich nicht unbedingt gut an, wenn sie wie bei den letzten Wahlen in verschiedenen Kantonen mit der EDU und der SP Listenverbindungen eingeht, hat sich für die Partei damals aber ganz klar gelohnt.
  • FrancoL 02.05.2017 00:45
    Highlight Highlight "Das sagt in erster Linie vor allem etwas über die Grünliberalen aus"

    Diese Aussage trifft ins Schwarze!

    Würde mich wundernehmen was nun ein Bäumle oder Angelina Moser zu diesem Überholmanöver auf der Rechten Spur sagen.
    Ich denke mit diesem Schulterschluss erübrigt sich eine GLP in der Schweizer Politlandschaft. Die Stimmen die sie da abholt sind nicht ihre, es sind die der Partei die sie noch vor Monaten in die Ecke stellen wollte.

    GLP adieu!
    • FrancoL 02.05.2017 09:38
      Highlight Highlight @Joel; Nein ist sie nicht, aber des Grün der GLP beginnt mehr und mehr zu verblassen, dann allerdings sollte zumindest die Wirtschaftspolitik eine Alternative aufzeigen. Wenn man aber mit der SVP eine Listenverbindung eingeht dann scheint mir auch diese Ebene bei der GLP Bach ab zu gehen.
      Was bleibt dann noch als farbige Nuance?
    • FrancoL 02.05.2017 21:50
      Highlight Highlight @Joel; Bist Du Dir da sicher? Vor 20 Jahren war ein Bäumle ein Ultra-Grüner, verhinderte so ziemlich alles was im nicht genügend Grün leuchtete, was ich gar nicht so schlecht fand. Heute Ist dieses Grün matt, wer sagt Dir das die Regenbogenfarben nicht auch aufgegeben werden, zumindest zu einem Teil? Wer sich stark ändert gibt keine Sicherheit dass die Aenderung abgeschlossen ist.
    • FrancoL 06.05.2017 10:02
      Highlight Highlight @Joel; Die Wertebasis der GLP wird dann stabil bleiben wenn Ihr als Mitglieder oder/und Sympathisanten diese Basis nicht einfach "schleifen" lässt sondern Euch einbringt für eine Euren Ansichten entsprechende Wertebasis.
      Ich kenne in meiner Umgebung, viele die die GLP nicht mehr stützen mögen und sich auf die Sachpolitik zurück ziehen, weil sie eingesehen haben dass die GLP den Spagat zwischen, Grün, Geld und Macht nicht unbedingt meistert.
  • Doeme 02.05.2017 00:35
    Highlight Highlight Schade, dabei waren mir die Grünliberalen bis anhin so sympathisch...

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