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ARCHIVBILD ZUM NEUEN KLOTEN-TRAINER KEVIN SCHLAEPFER --- Kevin Schlaepfer, Trainer des EHC Biel, posiert waehrend dem Fotoshooting am Montag, 12. August 2013 im Eisstadion in Biel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Alleine muss es Kevin Schläpfer nicht richten, aber er ist Klotens letzte Chance. Bild: KEYSTONE

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Darum ist Kevin Schläpfer Klotens allerletzte Chance

Der EHC Kloten war die langweiligste Mannschaft mit dem langweiligsten Trainer und spielte das langweiligste Hockey. Jetzt kommt mit Kevin Schläpfer der kurzweiligste Trainer. Den Hockeygöttern sei Dank.



Kann Kevin Schläpfer mit Kloten die Playoffs noch erreichen? Ja. Er ist sogar der einzige Trainer, der dieses Kunststück schaffen und den Abstieg verhindern kann.

Kloten hat mehr spielerische Substanz als Langnau, Ambri und Servette und mindestens gleich viel Talent wie Biel und Lausanne. Die sportlichen Aktien der Klotener sind ganz klar unterbewertet.

Bild

Hockeygott Kevin Schläpfer. bild: shutterstock/watson

Kevin Schläpfer ist der Trainer, der das Potenzial wieder freilegen kann. Mit Pekka Tirkkonen wäre der Abstieg nicht mehr zu verhindern gewesen. Und bereits vor seinem offiziellen Amtsantritt hat der neue Trainer eine wichtige Veränderung erreicht: Präsident Hans-Ueli Lehmann hat Kevin Schläpfer zugesichert, künftig mit vier Ausländern zu spielen. Der emotionale Hexenmeister Kevin Schläpfer wird mit ein bisschen Glück Hans-Ueli Lehmann dazu bringen, die Tresortüre offen zulassen.

Der Baselbieter ist ein charismatischer Motivator, der mit seiner Präsenz eine Kabine füllt wie Arno Del Curto, Ralph Krueger oder Chris McSorley. Wenn sein Vorgänger Pekka Tirkkonen im Kabinengang stand, so wusste ein zufälliger Besucher nicht, ob er nun den Materialwart oder den Chef vor sich hatte: der freundliche Finne war ohne jedes Charisma. Nun kommt mit Kevin Schläpfer einer, der sofort als Chef wahrgenommen wird und mit seiner Präsenz den ganzen Kabinengang füllt.

EHC Kloten Cheftrainer Pekka Tirkkonen waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EHC Kloten, am Samstag, 30. September 2017, im Hallenstadion in Zuerich.  (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Pekka Tirkkonen fehlte das Charisma. Bild: KEYSTONE

Weil Pekka Tirkkonen ein guter Taktiklehrer war, der das Spiel der Klotener gut strukturiert hat – ein Chaos hat es in Kloten auf dem Eis trotz allem nie gegeben – kann nun Kevin Schläpfer auf den taktischen Geleisen fahren, die sein Vorgänger gelegt hat. Die perfekte Ausgangslage für eine Verbesserung.

Die Situation von Kloten ist ziemlich exakt die gleiche wie damals im Frühjahr 2009 in Biel. Der Aufsteiger war in der Liga-Qualifikation unter dem taktischen Hexenmeister Heinz Ehlers gegen Lausanne 0:2 in Rückstand geraten. Heinz Ehlers wurde gefeuert und Sportchef Kevin Schläpfer stellte sich an die Bande. Mit ihm kehrten Leidenschaft und Zuversicht zurück, die Bieler retteten sich. Und Kevin Schläpfer profitierte davon, dass er in Heinz Ehlers taktischen Wagenspuren fahren konnte.

Wo lauern die Gefahren? Das Problem ist Präsident Hans-Ueli Lehmann. Wenn er sich weiterhin wie ein Populist von den Stimmungen des Tages leiten lässt, dann kommt es in Kloten zu einer «emotionalen Kernschmelze». Will heissen: dann ist der Konflikt zwischen den zwei charismatischen Alphatieren programmiert, die Medienpräsenz dazu gibt’s gratis obendrein, und diesen Konflikt könnte Kevin Schläpfer nicht gewinnen.

Hans-Ueli Lehmann ist und bleibt der Chef mit der Allmacht des letzten Wortes. Es wäre so oder so von unbezahlbarem Unterhaltungswert, wenn Hans-Ueli Lehmann und Kevin Schläpfer dazu gebracht werden könnten, ihre Stimmungen und ihre Ansichten zu jedem und allem gleich zu twittern wie US-Präsident DonaldTrump.

Der Schlüssel zum Erfolg hält also der Präsident in Händen. Wenn Hans-Ueli Lehmann seinen Trainer durch allen Bösen hindurch stützt und ihm vertraut und ihm das Ohr so oft leiht wie seinem bisherigen Einflüsterer Felix Hollenstein – dann kann Kloten die Playoffs doch noch schaffen.

Aber eines sollten sich alle Beteiligten im grossen Klotener Hockeytheater bewusst sein: Kevin Schläpfer ist die allerletzte Chance. Scheitert Kevin Schläpfer, dann steigt Kloten ab und hat nur noch eine Zukunft als Farmteam der Lakers.

Ich bin nicht ganz sicher, ob sich das Hans-Ueli Lehmann bewusst ist.

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Video: watson/Laurent Aeberli, Reto Fehr, Lea Senn

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chloote 25.10.2017 10:27
    Highlight Highlight Das wird eine Win - Win Situation geben in Kloten!
    Kloten bekommt mit Schläpfer einen erstklassigen Motivator als Trainer an der Bande und Schläpfer selber kann nun endlich den Beweis erbringen, dass er auch ausserhalb von Biel Erfolgreich sein kann.
    Man wird nach kurzer Zeit bereits die klare Handschrift von Schläpfer auf dem Eis erkennen.
    Es ist schon so, das es die letzte Chance für Kloten gewesen ist, um nochmals in die Spur zu kommen.
    Und HUL hat sie meines erachtens mit der Verpflichtung von Kevin Schläpfer genutzt!


    • Tom B. 25.10.2017 15:11
      Highlight Highlight KS kann nur ein System: Emotionen. Das reicht vielleicht für den Ligaerhalt. Aber sonst? Chaos pur auf dem Eis und kein erkennbares Spielsystem. EHCB von 2013 bis zum Abgang...
      Viel Glück Chloote!!
    • Capo81 27.10.2017 10:59
      Highlight Highlight Ich kann das Wort Motivator nicht mehr hören! Wenn ein Trainer seine Mannschaft motivieren muss, ist Hopfen und Malz verloren!
  • mukeleven 24.10.2017 23:57
    Highlight Highlight gabs eine head-hunter-provision fuer klaus, nachdem das dossier schläpfer nun erledigt ist?
  • Tikkanen 24.10.2017 20:29
    Highlight Highlight ...ist auch ein kurzlebiges Business, die Trainersache. Somit dürfte das marode Kloten auch die letzte Chance für Kevin Schläpfer sein😳😦
    • NathanBiel 24.10.2017 20:38
      Highlight Highlight Wie war... nach allem was er bei uns in Biel geboten hat, wird das der letzte Job in der NLA wenn er nicht mit Kloten erfolgreich ist. Den Hockeygott-Status hat er bereits glorios verspielt...
    • Patrick59 24.10.2017 21:39
      Highlight Highlight Das sehe ich genauso... Es ist genau umgekehrt. Monatelang "durfte" ich hier über Herrn Schläpfers Qualitäten als Trainer lesen und bin wirklich froh, dass er jetzt endlich eine Anstellung gefunden hat. Ich freue mich als SCB Anhänger zwar jedes Mal über K.Z . Bern-Berichte, aber ich bin auch auf die kommenden Schlagzeilen aus Kloten gespannt. Ich glaube dass in Biel damals einfach alles gepasst hat, jetzt muss er seine fachlichen Qualitäten als Trainer beweisen und da bin ich mir nicht sicher ob es reicht. Das betrifft aber NUR Herrn Schläpfer als Trainer, nicht als Privatperson.
    • moumou84 24.10.2017 23:07
      Highlight Highlight Ich hab jetzt einwenig Panik... Ich bin der selben Meinung wie Tikkanen...😳 GLEICHE MEINUNG WIE TIKANNEN!!!! Brrrr, ist mir gerade kalt den Rücken runtergelaufen...😂

Einsam sind die Tapferen der Leventina oder wenn sogar Grossmütter gegen Ambri sind

So kann nur Ambri verlieren. In 60 Minuten hat sich die dramatische, 82-jährige Geschichte dieses faszinierenden Hockeyunternehmens wie in einem grossen Dreiakter offenbart. Auf dem Weg in die Niederlage gegen Langnau (3:4) spielt sogar die Grossmutter eines Spielers eine entscheidende Rolle.

Einsam sind die Tapferen (Lonely Are the Brave) – dieser Titel des melancholischen Filmklassikers aus den 1950er Jahren mit dem grossen Kirk Douglas in der Hauptrolle passt wunderbar zu diesem Spiel, ja zur ganzen aufwühlenden Geschichte Ambris. Drei Szenen führen im Emmental in eine Niederlage, die von den Hockey-Göttern nur Ambri zugemutet wird.

Erster Akt: Die Langnauer suchen am Ende des zweiten Drittels verzweifelt den Ausgleich. Sie stehen am Abgrund. Viel zu viele Emotionen lassen das …

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