Energie: Elcom stützt welsche Kantone im Kampf um Einfluss bei Swissgrid

13.09.15, 13:08

Die Eidg. Energiekommission (Elcom) sistiert einen möglichen Kauf der Swissgrid-Beteiligung des Stromkonzerns Alpiq durch die BKW. Sie folgt damit dem Rekurs von Westschweizer Kantonen, die um ihren Einfluss beim Betreiber des nationalen Hochspannungsnetzes fürchten.

Das Verbot der Elcom gilt bis auf weiteres, damit unter der Schirmherrschaft des Bundesrates Verhandlungen zwischen den involvierten Parteien stattfinden können. Die Waadtländer Regierungsrätin Jacqueline de Quattro hat entsprechende Meldungen der «Sonntagszeitung» und von «Le Matin Dimanche» bestätigt.

De Quattro und anderen Politikern geht es um die Repräsentation der Westschweiz bei Swissgrid. Nachdem Alpiq angekündigt hatte, seine 30-Prozent-Beteiligung an Swissgrid aus finanziellen Gründen vollständig zu verkaufen, hat der Stromkonzern BKW angekündigt, von einem Vorkaufsrecht Gebrauch machen zu wollen.

Um sich den Einfluss auf die Netzgesellschaft zu sichern, haben Westschweizer Kantone eigens eine Beteiligungsgesellschaft gegründet, die Alpiq die Swissgrid-Aktien abkauft.

Als dann die BKW Ende Juli ebenfalls Interesse an diesen anmeldete, machten die Westschweizer Kantone klar, dass sie gegen einen Verkauf der Swissgrid-Beteiligung in die Deutschschweiz sowohl juristisch als auch politisch vorgehen würden.

Nach dem Entscheid der Elcom hoffen sie nun, in Verhandlungen mit der BKW treten zu können. Dabei sei man auch bereit, der BKW gewisse Konzessionen zu machen, sagte de Quattro auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Ein Vorkaufsrecht auf die Swissgrid-Aktien von Alpiq geltend machen könnten auch andere Swissgrid-Aktionäre. Ende Juli hielt sich der Energiekonzern Axpo diesbezüglich noch alle Optionen offen, während der Zürcher Energieversorger EWZ darauf verzichten wollte. (sda)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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