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Schweigemärsche in Venezuela gegen Präsident Maduro



Mit Schweigemärschen haben tausenden Menschen in Venezuela gegen Präsident Nicolás Maduro protestiert. Die in weiss gekleideten Oppositionsanhänger versammelten sich am Samstag in vielen Städten, um zu den dortigen Bischofssitzen zu marschieren.

In der Hauptstadt Caracas bewachten Polizei und Nationalgarde neuralgische Punkte, an denen es in den vergangenen Tagen zu Ausschreitungen gekommen war, und den Sitz der Bischofskonferenz.

Einige Demonstranten beteten still, andere trugen christlich inspirierte Transparente oder Bilder. «Ich habe keine Angst», sagte die 33-jährige Jessica Muchacho. «Wir haben nichts zu verlieren. Die Regierung hat schon alles genommen, jede Möglichkeit, unser Leben in Würde zu leben».

Die Schweigemärsche galten den zahlreichen getöteten Demonstranten. Ab Montag sollen dann die Protestdemonstrationen wieder aufgenommen werden. Die Opposition plant dann eine «nationale Blockade» von Strassen.

Die Demonstrationen gegen die Regierung und für Neuwahlen finden in einer äussert angespannten Lage statt. In der Nacht zum Freitag wurden in Caracas zwölf Menschen getötet. Die Zahl der Toten seit Beginn der jüngsten Protestwelle gegen Maduro vor drei Wochen stieg damit auf insgesamt 20.

Wirtschaftlicher Einbruch

In Venezuela wird kaum noch etwas produziert; auch die Ölförderung ist eingebrochen. Wegen der Bedienung der Auslandsschulden und der höchsten Inflation der Welt können kaum noch Lebensmittel und Medikamente importiert werden, die in Euro oder Dollar zu bezahlen sind.

2016 brach die Wirtschaftsleistung um 18 Prozent ein. Rund 95 Prozent der Staatseinnahmen macht der Ölexport aus - in Zeiten niedriger Preise erweist sich diese Abhängigkeit als fatal. (sda/afp/dpa)

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