Religion
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Warum ich bete

Beten ist ein intimer Akt, es ist wie Sex: Man spricht viel darüber, wie andere es tun, aber nicht darüber, wie man es selbst macht. Unsere Autorin möchte das ändern.

Judith Luig / Zeit Online



Beten frau

Bild: shutterstock.com

Ein Artikel von

Zeit Online

Wir treffen uns am Eingang des Friedhofs. Es ist ein warmer Tag, aber der Pfarrer trägt einen Mantel. Schweigend gehen wir den Mittelgang herunter, vorbei an frischen Gräbern, vorbei an alten Gräbern, bis ganz nach hinten, links in eine Ecke, wo der Friedhof schon gar kein Friedhof mehr ist, sondern eine Baustelle. Dort liegt umzäunt von einem Messinggitter eine alte Grabstätte. Sie wurde freigegeben für das Krankenhaus gegenüber. Jetzt ist hier Platz für die, die sterben, bevor sie geboren werden.

Ich habe mein ungeborenes Kind verloren. Zu einem Zeitpunkt in der Schwangerschaft, wo man schon längst denkt, jetzt geht alles gut. Wo man schon Ultraschallbilder herumzeigte, ein erstes Spielzeug kaufte.

Ich habe in den vergangenen Wochen nach Hilfe gesucht, bei Ärzten, bei Therapeuten. Ich habe nach Worten gesucht. Gefunden habe ich sie nicht.

Der Pfarrer zieht seinen Mantel aus und holt eine Stola aus seiner Aktentasche. Er legt sie sich um. Dann öffnet er ein kleines Lederetui mit einem silbernen Gefäss für Weihwasser. Es sieht aus wie eine Kinderrassel, denke ich. Ich fühle mich weit weg von all dem hier.

Der Pfarrer tritt an das Grab. «Gott segne diese Kinder, die ihre Väter und Mütter erwarteten und die doch nicht leben konnten.» Das Weihwasser spritzt über die Erde, über die Blumen, über die Spielzeuge und die kleinen Zettel, auf denen die Eltern die Namen der Kinder geschrieben haben. Ayse steht da, Lin und Antonin. Von den Namen her zu urteilen, ist es unwahrscheinlich, dass aus diesen Kindern Katholiken geworden wären. In dieser Ecke Berlins, an der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Friedrichshain, sind es noch nicht einmal zehn Prozent, die überhaupt christlich sind. Aber der Pfarrer spricht von seiner Hoffnung, dass Gott alle diese Seelen zu sich nehmen möge. Das ist, woran er glaubt. Und ich?

Beten hatte ich als Busse kennen gelernt

Ich weiss es nicht. Ich habe den Kontakt zu meinem Pfarrer gesucht, weil ich nicht mehr weiter wusste. Er hat mir vorgeschlagen, dass wir gemeinsam hier an diesem Grab, das keines ist, beten.

Bislang war mir das fremd. Gläubige Muslime sollen fünf mal am Tag beten. Was sagen sie da? Mir hat man im Religionsunterricht hat das Beten als Strafe erklärt. Nach der Beichte trägt einem der Pfarrer eine bestimmte Anzahl von Ave-Marias und dem Vaterunser auf, die man dann an einer bestimmten Stelle in der Kirche aufsagen sollte. Der Sinn erschloss sich mir nicht.

Warum betet man überhaupt? Wenn man um etwas bittet, wenn man dankt. In einer Notsituation. Eine Art SMS Richtung Himmel. «Als wenn drüber wär ein Ohr. Zu hören meine Klage». In der Oberstufe lernte ich den Prometheus auswendig. In der Schule, die ich besuchte, kriegte man von den Lehrern für diese aufgeklärte Haltung Applaus. Bloss nicht gläubig sein. Wie reaktionär sei das denn.

Beten ist der sehr unprotestantische Wunsch nach Bevorzugung. Dass man aus der Masse herausgehoben werden möge. Dass man bei etwas, das man selber nicht mehr beeinflussen kann, eine Art überirdische Hilfe bekomme. Eine Supermacht, die einem beisteht. Und es ist der kindliche Wunsch nach einem Grösseren, der für einen sorgt. Dass man sich nur einfügen müsse und jemand anderes die Verantwortung mit übernimmt. Beten bedeutet auch Hoffen. Sich nicht mit dem abfinden, was ist. 

Beten ist eine Befragung über den Zustand von mir selbst und der Menschen um mich herum. Eine Bestandsaufnahme ebenso wie der Versuch, einen Wunsch für die Zukunft, möglichst eine bessere Zukunft, zu formulieren.   

An der Grabstätte spricht der Pfarrer jetzt zu Gott, den er irgendwo hier vermuten muss. Er erzählt ihm von der Geschichte des Kindes. Die Geschichte, die ich ihm vor ein paar Tagen erzählt hatte. Er spricht vom Schmerz der Mutter und dem des Vaters. Ich würde ihn gerne unterbrechen. Nun ja, der Vater. Hat er wirklich verstanden, wie es mir geht? Aber ich schweige. Ich weiss, dass ich nicht recht habe.

«Vater unser im Himmel», beginnt der Pfarrer. «Geheiligt werde Dein Name», stimme ich mit ein. Automatisch. «Dein Reich komme.» Leise spreche ich die Worte dieses uralten Gebets mit. Seine Melodie ist mir vertraut wie kaum ein anderer Text. Ich erinnere mich, wie ich als Kind über seine Bedeutung rätselte, als mir diese Worte noch so fremd waren. «Dein Wille geschehe.» Wie ich es mir bei der Kommunion einfach nicht merken konnte. Wie ich es mitsprach, ohne nachzudenken. «Wie im Himmel so auf Erden.» Wie später, als die Grossmutter meiner besten Freundin starb und ich ihr im Taxi vom Flughafen das Gebet beibrachte, weil sie, die Agnostikerin, am Grab doch mitbeten wollte. «Und vergib uns unsere Schuld.» Wie ich, als die Ersten starben, die ich liebte, mich verzweifelt an diesem Gebet festgehalten hatte wie an einer Formel. Einem Zauberspruch, der mich mit diesem Jenseits, in dem sie jetzt waren, verbinden sollte. «Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.» Wie ich immer wieder in Momenten der Bedrängnis nach diesem Gebet taste, es aber nie ganz greifen kann. «Und führe uns nicht in Versuchung.» Wie ich, nach der Diagnose Edwards-Syndrom alleine in einem Wartezimmer für Privatpatienten, in das man mich geschoben hatte, versucht hatte zu beten. «Erlöse uns von dem Bösen. Amen.»       

Auf dem Weg nach Hause in der Tram denke ich über das Beten nach. Ein Ritual, auch ein improvisiertes wie das eben, gibt dem Schmerz einen Rahmen. Doch was ist an diesen Worten, dass sie trösten können? Abends zu Hause auf dem Sofa versuche ich, alleine zu beten. Es klappt nicht. 

Das Sofa ist unpassend. Ich stelle mich ans offene Fenster. Richte meinen inneren Monolog irgendwo dahin. Ich öffne die Hände, bitte um Kraft. Es überzeugt mich nicht. Schon die Wortwahl fällt mir schwer. Kraft. So etwas sage ich sonst nie. Ich denke über die Worte des Vaterunser nach. «Vergib uns unsere Schuld.» Habe ich mich schuldig gemacht? Ja. Vielleicht. Ich war ungerecht dem Vater des Kindes gegenüber, ich habe mich in meinem Schmerz vergraben. Und meine Schwester, die so sehr für mich da war, die mir bei der Geburt die Hand hielt. War ich ihr gegenüber undankbar? 

Ich suche das Gotteslob, das ich zur Kommunion bekommen habe. Darin gibt es Gebete für alle möglichen Anlässe. Ich habe ewig nicht mehr reingeschaut.

«Gott macht den Anfang», steht da unter Punkt 2, 2. «Beten wir, sind wir vor Gott.» Es ist diese simple Sprache, die mich schon als Teenager an der Kirche genervt hat. Ich blättere mich durch ein paar Seiten Demut und Hingabe, dann finde ich etwas unter der Überschrift Am Abend. «Bleibe bei uns Herr, denn es will Abend werden.» Mir fällt das Lied ein, das ich so mag. Abide With Me. Lukas 24:29. Ich flüstere es leise auf Englisch vor mich hin. Es wirkt.

Es geht um diese Welt

Seit diesem Tag, an dem ich mich von meinem ungeborenem Kind verabschiedet haben, habe ich immer wieder gebetet. Manchmal vergesse ich es, manchmal ist es zu halbherzig. Aber immer wieder finde ich etwas daran. Ich versuche, am Abend einen Moment zu finden, in dem ich mich herausnehme aus meiner Situation, die Dinge in Perspektive setze. Über das nachdenke, was mir wichtig ist. Was ist heute geschehen, was wird morgen geschehen? Was bewegt mich, was macht mich glücklich, was soll anders werden? Das klingt einfach, ist es aber nicht. Letztendlich geht es immer um dieselbe Frage, wer bin ich, wer will ich sein in dieser Welt. Gar nicht unbedingt in einer nächsten.   

Fast 50 Prozent der Deutschen beten, bei den US-Amerikanern sind es sogar 77 Prozent. Dort beten auch nones, also die, die sich keiner Religion zugehörig fühlen, sich dem Spirituellen aber nicht ganz verschliessen. Als ich die Zahlen recherchierte, war ich überrascht. Im Ernst? Man redet so wenig darüber. In meinem Job kommunizieren wir viel mit Emojis. Eines der häufigsten sind gefaltete Hände. Ein Dank dafür, dass die Kollegin etwas übernommen hat. Das verweist auf die reale Praxis des Betens ebenso wenig, wie das Floppy Disk Piktogramm bedeuten soll, das Dokument wird jetzt auf einer Floppy Disk gespeichert. Das Zeichen hat sich von dem Bezeichneten gelöst. Meine Freundin lacht mich aus, als ich ihr von dem Gebets-Emoji erzähle, das habe rein gar nichts mit Beten zu tun. Das mit den Händen käme aus Asien.       

Als Katholik hat man eine unendliche Zahl von Ansprechpartnern im Himmel. Jeder Heilige hat dort seinen eigenen Befugnisbereich, der Heiligen Blasius kümmert sich um Erkältungskrankheiten, Maria ist in allen Geburtsdingen zuständig, der Heilige Antonius ist Ansprechpartner fürs Internet. Für jeden Anlass kann man einfach auch den Rosenkranz beten. Bei den Protestanten ist es etwas schwieriger, die haben Gott und Jesus.

Nun ja, und sich selbst.

Beten ist ein intimer Akt. Es ist wie Sex. Man spricht viel drum herum, über was und wie es andere tun, aber über das eigene Erleben redet man nicht gern. Es ist peinlich. Einem selbst und oft auch den anderen, denen man sich offenbart.

Ich frage meine Freundinnen. Betet ihr? Ich würde es machen, sagt eine, kann es aber nicht, weil ich mir zu doof dabei vorkomme. Eine andere sagt, dass sie manchmal betet, ohne zu wissen, zu wem. Kann man ohne Gott beten? Ohne Gegenüber? Und überhaupt: Wie betet man eigentlich?

Worte wie die einer Meditation

Meine Grossmutter betete jeden Abend. Sie kniete sich vor ihr Bett, faltete die Hände, sie bekreuzigte sich. Dann begann sie zu beten. Ich höre ihre Stimme noch heute in meinem Ohr: «O heiliger Josef, Du halt Haus und giess' des Himmels Segen aus.» Jeden Abend. «Hier über unserm kleinen Herd, dass Lieb und Eintracht stets sich mehrt.» Sie war ganz versunken in ihrem Text, wie eine Meditation sprach sie diese Sätze, die mir so rätselhaft erschienen. Doch anders als bei der Meditation gibt es beim Beten immer ein Gegenüber. 

Ein Gebet ist wie ein Lied ohne Melodie, nur mit Rhythmus. Ich denke oft an meine Grossmutter. Ich würde gerne wissen, warum sie dieses Gebet für sich gewählt hat. Ich würde gerne wissen, ob sie manchmal auch zu diesem Gott sprach, zu dem sie mit so viel Inbrunst die Worte anderer aufsagte. Oder waren sie schon zu ihren eigenen geworden? Eignet man sich durchs Beten fromme Gedanken an? Wird man darüber gläubig?

Ich knie mich auch hin, wenn ich bete. Meistens. Weil ich hoffe, dass alleine die Haltung mir zu einer anderen Einstellung verhilft. Das ist unpopulär geworden, mittlerweile sogar in den katholischen Gottesdiensten. Weil die Geste als zu demütig empfunden wird. Man erniedrigt sich, um mit einem Höheren zu sprechen, von dem man sich Gnade erhofft. Das ist nicht zeitgemäss. Ebenso wenig, wie die Hände noch zum Gebet gefaltet werden wie bei Dürer. Viele öffnen sie jetzt, strecken die Handflächen von sich weg nach oben. Das ist mir zu prätentiös.  

Mir gefällt das Knien und das Händefalten als Geste, gerade weil es eine bewusste Zurücknahme ist. Durch ihre Ungewöhnlichkeit ist sie auch für mich ein äusserliches Signal für die Auszeit, die das Beten ist, und auch für eine Intensität.

Das, was für Christen das Gebet ist, findet sich in vielen spirituellen Philosophien wieder. Das Gebet kann ein Mantra sein oder eine Meditation. Dafür betet man den Rosenkranz. Alleine oder in Gemeinschaft.

Vor ein paar Jahren sagte ein kluger, schöner Mann, den ich gerade kennengelernt hatte: «Deutschland ist kein spirituelles Land.» Diese lockere Bestandsaufnahme der Nation hat mich extrem beeindruckt. Ich glaube, wegen der Kombination. Weil dieser Begriff «spirituell» so aus der Zeit gefallen schien und weil grosse Pauschalaussagen ja immer einen gewissen Eindruck machen. Ob es nun um Länder oder Generationen geht. «Nicht spirituell.» Ich nickte. Klar, wir sind ja das Land der Aufklärer. Glauben ist Mittelalter.

Doch je öfter ich den Satz nun wiederhole, desto mehr frage ich mich, ob er überhaupt stimmt. Wir sind auch das Volk der Romantiker, eine Bewegung, die das Übersinnliche suchte und die Welt wieder verzaubern wollte. Die Suche nach Identität, das ständige Verlangen, sich zu definieren und abzugrenzen, ist letztendlich auch eine Form von spiritueller Politik.

Aktuell verzichtet fast jeder fünfte Deutsche ganz oder teilweise auf Gluten. Weniger als ein Prozent tut es auf ärztlichen Rat hin. Die anderen zahlen das fünf- oder sechsfache für Lebensmittel, weil sie glauben, dass es für sie gesünder ist. Einen wissenschaftlichen Beweis gibt es nicht. Wenn überhaupt, so schätzen die Experten eher, dass es ungesünder ist. Warum also glauben die Glutenverächter, dass sie sich gesünder ernähren? Weil Miley Cyrus es gesagt hat. Oder Gwyneth Paltrow. Und Lady Gaga.

Persönlichkeiten sind Religionsstifter. Das war bei Jesus nicht anders. Manche sind bereits berühmt und beeinflussen mit ihren Botschaften ihre Fans. Andere werden durch ihre Botschaften berühmt. Die Königin des Aufräumens, Marie Kondo, zum Beispiel. Jesus sagt: «Kehrt um und glaubt und erneuert die Welt.» Marie Kondo sagt: «Kehrt um, nehmt euer T-Shirt zur Hand und fragt euch: Entfacht es Freude?» Da ist eine Hinwendung vom Spirituellen zum Materiellen, das aber wiederum ist mit spiritueller Bedeutung überhöht.

Ich habe Freunde, die glauben daran. Sie haben sich Kondos Buch gekauft und leben danach. Andere Freunde von mir glauben, dass nur eine nach dem Prinzip von Maria Montessori geführte Grundschule ihre Kinder zum richtigen Lernen bringen kann. Es gibt Menschen, die glauben, dass man nur in ganz bestimmen Vierteln von Berlin leben kann. Ein Kollege von mir glaubt, dass vegane Ernährung die Wahrnehmung schärfe. 

Glaube gilt als unaufgeklärt und rückschrittlich. Aber gibt es eigentlich noch irgendjemanden, der nicht an etwas ganz fest glaubt? Ist die Suche nach einem übergeordneten Sinn nicht einfach ein Bedürfnis des Menschen? Egal, welchen Ausdruck es findet?

Ich glaube ans Beten.

Am Anfang war es schwierig. Immer wenn ich versuchte, mir eigene Texte zu überlegen, kam ich mir kindisch vor. Mit wem spreche ich da? Mit einem bärtigen Mann auf der Wolke?

Eine meiner engsten Freundinnen ist schwer depressiv. Sie darf die Klinik nur in Begleitung verlassen. Man muss sie am Stationszimmer abmelden. Als ich sie letztens besuchte, fand ich dort einen Zettel, den eine der Pflegerinnen an die Glastür geklebt hatte: «Wenn sie zu sehr grübeln, wenn ihre Gedanken schwarz sind, dann singen sie doch einfach mal. Wenn man singt, kann man nicht verzweifeln.»

Das passt zu dem, was ich über Gebete denke. So war es auch am Anfang bei mir. Ich suchte weiter nach Liedern. Worten, die andere schon formuliert hatten. Henry Purcell hat wunderbare Kirchenlieder geschrieben, auch Paul Gerhardt. Ich spreche sie wie Gebete, lerne sie auswendig. Als es leichter wurde, als das Beten nicht mehr ganz so ungewohnt war, ich mich nicht mehr selbst dabei beobachtete, fing ich an, kleine Sätze von mir hinten dranzuhängen. Dinge, die mich bewegten, Hoffnungen, die ich hatte. Aber auch Sachen, für die ich dankbar war. Jeden Abend ein kleines Resümee des Tages. Gerahmt durch das Kreuzzeichen. 

Es muss ein Geheimnis bleiben

Zu erklären, was ein Gebet ist, ist so schwierig, weil die Essenz des Gebetes das Geheimnis ist. Eine Angst, die wir nicht mit jedem teilen oder laut aussprechen möchten, eine Hoffnung, die man nur einem imaginären Gegenüber anvertraut.

Unser Leben ist uns selbst eine ewige Frage, deren Antwort wir nicht ergründen können, sagt Karl Rahner. Aber wir stellen sie uns immer wieder. Im Alten Testament wird das Beten auch mit darasch bezeichnet, suchen.

Natürlich gibt es längst auch Apps fürs Beten. Die vom Papst heisst Click To Pray, aber es gibt auch unzählige für evangelische Christen, für Juden und Muslime. Hier sollen Anreize zum Beten gegeben werden. Das Beten selbst bleibt wohl auf ewig analog.

Mein Onkel liegt im Sterben. Als ich mit meinem Vater darüber sprach, versuchte ich, ihn zu trösten. «Hilft es Dir nicht, wenn Du glaubst, dass es so etwas wie einen Himmel gibt, in dem man sich wiedersieht, Papa?» Mein Vater überlegte. «Nein», sagte er. «Nach dem Leben kommt nichts.» «Warum?» «Es war ja auch vorher nichts.» Nach diesem Gespräch dauerte es ein paar Tage, bis ich wieder gebetet habe.

Hat das Beten mich verändert? Ich weiss es nicht. Ich bin nicht missionarisch. Jeder darf glauben, was ihn glücklich macht. Auch nichts. Aber mich bereichert es. Worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen. Ich bete darüber. 

Dieser Artikel wurde zuerst auf Zeit Online veröffentlicht. Watson hat eventuell Überschriften und Zwischenüberschriften verändert. Hier geht’s zum Original.

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101Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wombsen 16.03.2019 09:33
    Highlight Highlight ich habe den titel gelesen und dachte mir: hmm, interessiert mich nicht.
    wollte dies nur kurz zu protokoll bringen, auch wenn das niemanden interessiert.
    jetzt heisst es: füdli putzen und weiter gehts...
  • Sherlock_Holmes 15.03.2019 09:38
    Highlight Highlight Vielen Dank für das sehr persönliche Thema.
    Ich finde meine Erfahrungen in mehreren Kommentaren wieder.
    Beten ist für mich ein Gespräch mit Christus.
    Niemals habe ich dies so unmittelbar erfahren, als ich mit einer schweren Pankreatitis im Spital lag und nicht wusste, ob ich Bauchspeicheldrüsen-Krebs habe.
    Das Leben reduziert sich auf einen Schlag auf das absolut Wesentliche – das Nächste, meine Frau und unsere drei Kinder.
    Frühmorgens um vier vernahm ich mit einem Mal Seine Worte, so klar und deutlich als sässe Er neben mir.
    Gott sucht das Gespräch aus seiner tiefen Liebe und Fürsorge zu uns.
  • Satanarchist 15.03.2019 06:39
    Highlight Highlight Erschreckend wie viele Kommentatoren beten oder religiös sind.
    • Burdleferin 15.03.2019 17:19
      Highlight Highlight Warum erschreckt dich das? Was schadet es dir, wenn andere beten?
      Beten ist für viele etwas wie Meditation. Und gibt Hoffnung. Was findest du daran, dass andere Menschen Hoffnung schöpfen, so verwerflich?
    • Thom Mulder 15.03.2019 22:06
      Highlight Highlight Als Meditation, ohne religiösen Hintergrund ist Beten ja okay. Wenn man damit eine Religion bekräftigt nicht. Religionen sind menschenverachtend und absurd.
    • Frank N. Furter 16.03.2019 10:42
      Highlight Highlight @ Thom Mulder: Versuchen Sie mal, Religion und Glaube als zwei separate Dinge anzuschauen. Beten kann Ausdruck von Religiosität sein (wie z.B. die Ave-Marias nach der Beichte, die man "verrichtet", weil die Institution das so will) oder Ausdruck des persönlichen Glaubens (wie es die Autorin meiner Meinung nach praktiziert: freiwillig und selbstbestimmt). Menschen, die glauben, sind nicht automatisch religiös - und umgekehrt.
  • big_max81 15.03.2019 03:29
    Highlight Highlight ich glaube fest daran, dass sich religion und spiritualität ein massgebend unterscheiden, jedoch schliesst oft das eine das andere nicht aus.... ich finde das wird in diesem artikel wunderbar thematisiert...
  • dr.nonsens 15.03.2019 00:18
    Highlight Highlight Wo ist eigentlich Hugo Stamm wenn man ihn mal braucht?
  • hcb78 15.03.2019 00:05
    Highlight Highlight cogito ergo sum
  • .jpg 14.03.2019 19:47
    Highlight Highlight Naja. Beten und Meditation sind zwei separate schuhe. Das eine bringt nichts und das andere eine innerliche ruhe. Religion hinterlässt in unserer Welt mehrheitlich negatives und der begriff "Beten" kommt aus der Religion. Also aus meiner Sicht ist das hier gefälschte Schleichwerbung.
    • poks 16.03.2019 08:04
      Highlight Highlight Finde es auch schlimm, dass man die Leute nicht aufklärt, sondern hier noch eine Plattform für ihre Manipulation bietet. Und dann wird das einfach so kritiklos und einseitig stehen gelassen, immerhin wird der ein oder andere Betkritische Kommentar aufgeschaltet.
  • Jungleböy 14.03.2019 19:30
    Highlight Highlight Ich bete jeden abend, meistens im stillen, ohne gedanken. Wenn ich um etwas bitte beim beten, dann um eine situation welche mir hilft mich weiter zu entwickeln.
  • ~°kvinne°~ 14.03.2019 19:12
    Highlight Highlight Dein Verlust tut mir sehr leid. Lass dir gesagt sein, obwohl du es sicher nicht mehr hören kannst, die Tage werden irgendwann heller, das Lachen wieder fröhlicher, die Stimmung leichter.

    Ich bete auch - nicht einen spezifischen Gott, nicht um konkrete Dinge, sondern ich versuche mich in Dankbarkeit, Revue passieren lassen was heute gut war, wofür ich dankbar bin. Nicht täglich, manchmal ewig nicht. Und doch, wenn ichs regelmässig schaffe fühle ich mich entspannter. Halt ein Abendritual wie warme Milch trinken auch.
  • Zeit_Genosse 14.03.2019 17:12
    Highlight Highlight Beten ist nicht eine To-Do-Einkaufsliste an Gott oder sonst jemanden zu senden. Wir senden allgemein zuviel - bin da keine Ausnahme. Beim Beten geht es nicht nur um Senden, sondern auch um Empfangen. Und im Empfangen und stiller Kontemplation oder Meditation haben wir Potenzial in die Ruhe zu kommen und mit den „Dingen“ zu schwingen. Beten ist ein Rückzug ins Innere bei gleichzeitiger Hoffnung, dass es im Aussen besser wird. Beten ist ein Willensakt der bewussten Handlung mit gedanklichem Vorsprung. Ein schönes Ritual.
  • Asha 14.03.2019 16:57
    Highlight Highlight "God can move mountains, but bring a shovel.", trifft es ganz gut. Wenn ich bete, dann nie um konkrete Dinge, aber darum, das Leben zu seinen Bedingungen leben zu können. Nicht um Resultate, die sowieso ausserhalb meiner Macht liegen, aber um Offenheit, die mich mögliche Wege sehen lässt. Ich bete, um mich aus geistiger Starrheit zu lösen, um schwierige Lebensereignisse anzunehmen und Altes loszulassen, um Mut und Bereitschaft, Neues zu versuchen und ich bete um Klarheit, wenn ich in Illusionen gefangen bin. Beten ist für mich wie eine Art Neukalibrierung, eine Ausrichtung zum Leben.
  • Wunderwuzzi 14.03.2019 16:53
    Highlight Highlight Ich kann denken.Ich kann warten.Ich kann fasten.
  • Bro J from da Nazareth 14.03.2019 16:50
    Highlight Highlight Interessant wie viele Meditieren mit Beten verwechseln, nur weil wir aus einer christlichen Kultur kommen und uns nicht gewohnt sind in sich zu gehen ohne dabei einen Gott anzurufen.
  • locogoa 14.03.2019 16:48
    Highlight Highlight Immer wieder erschreckend wieviele Menschen Religion oder religiöse Rituale benötigen um sich mit sich selbst zu beschäftigen.... all die Vorzüge die eine offene, tolerante und fortschrittliche Gesellschaft wie die unsere bieten mussten gegen die Religion insbesondere die katholische Kirche erkämpft werden... und trotzdem schaffen es viele nicht mit dem Leben klar zu kommen ohne an imaginäre Wesen zu glauben....
    • Jungleböy 14.03.2019 19:24
      Highlight Highlight Also nur weil wir handys und andere spielsachen haben sind wir menschlich gesehen, ganz sicher nicht fortschrittlich!
    • eBart! 14.03.2019 20:54
      Highlight Highlight Erschreckend und tolerant passen nicht wirklich zusammen.
    • Hä?Nö! 14.03.2019 21:01
      Highlight Highlight Anscheinend haben Sie eine andere definition von Toleranz als ich, wenn sie schon "erschreckt" sind das jemand zur Selbstfindung Betet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • hiob 14.03.2019 16:35
    Highlight Highlight beten mit sex zu vergleichen war das lustigste, was ich heute gelesen habe.
  • Cédric Wermutstropfen 14.03.2019 16:19
    Highlight Highlight Ich finde Beten eine völlig dämliche Zeitverschwendung. Lieber geht man seine Probleme rational an...
    • Phrosch 14.03.2019 19:20
      Highlight Highlight Cédric, da muss ich dir widersprechen. Nur weil ich bete, heisst das nicht, dass ich meine Probleme deswegen nicht auch rational angehe. Gebet gibt mur manchmal die Kraft, den ersten Schritt zu gehe, ihne den nichts passiert. Manchmal gibt es mir die nötige Distanz, um überhaupt wieder einen rationalen Blick auf die Dinge zu bekommen.
    • für alle 14.03.2019 21:03
      Highlight Highlight Würdest du sagen beten ist irrational? Warum? Löst beten Probleme?
    • Cédric Wermutstropfen 14.03.2019 23:11
      Highlight Highlight @für alle: Das muss das Individuum mit sich selbst ausmachen. Wenn jemand axiomatisch einen Gott oder eine ähnliche Macht annimmt, dann wäre es für diese Person nicht irrational zu beten. Ich gehe aber nicht davon aus und somit ist Beten für mich nur ein weinerlicher innerer Monolog, eine Anrufung meiner eigenen Hoffnungen. Stattdessen macht es für mich wesentlich mehr Sinn, die Probleme gleich auf realer Ebene anzugehen, anstatt einen auf paranormal activity zu machen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Whitchface 14.03.2019 16:02
    Highlight Highlight Als ich meinen Vater viel zu früh an Krebs verlor, versuchten mich einige Verwandte mit Glauben zu trösten. Mir stiftete der Glauben nie Kraft, wohl weil ich einfach zu stark an physikalische Gesetze glaube und deshalb die Existenz Gottes nie anerkennen konnte oder wollte.

    Ein wie ich finde, sehr treffendes Zitat:

    Is God willing to prevent evil, but not able? Then he is not omnipotent. Is he able, but not willing? Then he is malevolent. Is he both able and willing? Then whence cometh evil? Is he neither able nor willing? Then why call him God? -Epicurus
    • Phrosch 14.03.2019 19:23
      Highlight Highlight Und was wäre, wenn Gott den Menschen einen freien Willen zugestanden hätte und wir eigenmächtig einander Böses zufügen. Wären da nicht wir Menschen verantwortlich für das Böse?
    • Cédric Wermutstropfen 14.03.2019 23:20
      Highlight Highlight @Phrosch: Nein, denn Gott als Allwissender und das ist der biblische Gott ja, hätte das bereits voraussehen müssen. Er hat also das „Böse“ absichtlich zugelassen. Freier Willen und Allwissenheit sind auch logisch nicht miteinander vereinbar. Allwissenheit bedingt nämlich auch komplettes Wissen über die Zukunft ergo ist diese bereits geschrieben ergo kein freier Wille ergo wäre auch wieder Gott am „Bösen“ schuld.
    • Cédric Wermutstropfen 14.03.2019 23:26
      Highlight Highlight @Phrosch: Was sich übrigens auch logisch nicht vereinbaren lässt sind Allmächtigkeit und Allwissenheit: Wenn Gott allwissend wäre, dann stünde seine Zukunft bereits fest, also kann er nicht beliebig handeln, sonst wäre er nicht allwissend, er könnte selbst auch keinen freien Willen haben, wäre er allwissend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wander Kern 14.03.2019 15:48
    Highlight Highlight Beten ist für mich eine Art Qualitätskontrolle meines Handelns und Denkens. Eine Überprüfung ob das, was ich tue noch dem entspricht, was ich glaube, das gut und richtig ist oder ich ersteres oder letzteres anpassen sollte. Das funktioniert ganz gut mit einem Gegenüber, ob man dieses nun Gott, Überich, das allumfassende Spaghettimonster oder sonstwie nennt.
  • Miau 14.03.2019 15:14
    Highlight Highlight Für mich ist Beten ein zentraler Punkt, obwohl ich nicht religiös bin. Beim Beten beschäftigst du dich mit persönlichsten Fragestellungen, mit Sehnsüchten und Ängsten. Und das setzt immer etwas in Bewegung. Darum ist Beten auch so effektiv. Und darum spielt es gar keine Rolle, ob da ein Gott ist, der dir dabei zühort. Obwohl der Gedanke sehr beruhigend ist. Und ja, ich habe schon Antworten gekriegt und ich glaube an Gott. Ob die Antworten von dir selber kommen oder von ausserhalb, spielt aber letztlich keine Rolle.
    • Knäckebrot 14.03.2019 17:18
      Highlight Highlight Warum spielt es keine Rolle?
  • Walter Breitenmoser 14.03.2019 15:02
    Highlight Highlight Teresa von Avila, eine grosse Mystikerin aus dem Mittelalter, hat das Gebet einmal wie folgt beschrieben: „Denn meiner Meinung nach ist inneres Beten
    nichts anderes als
    Verweilen bei einem Freund,
    mit dem wir oft allein zusammenkommen,
    einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher
    wissen, dass er uns liebt.“
  • mogad 14.03.2019 14:37
    Highlight Highlight Der Artikel zeigt was früher Alles missbräuchlich ins Beten hineininterpretiert wurde! Und viel zu viel. Schon Jesus sagte sinngem. quatscht Gott nicht voll, beschränkt Eure Worte. Man darf auch einfach nur klagen, oder gar nichts denken beim Beten und sich vorstellen, da sitzt eine Geistkraft neben mir und teilt meinen Schmerz, während ich versuche etwas zur Ruhe zu kommen, meine Gedanken zu ordnen.
  • Baccara 14.03.2019 14:36
    Highlight Highlight Zu diesem Thema bin ich der Meinung - man braucht darüber weder zu reden noch zu berichten noch ein Beten-Bild auf Insta zu posten.

    Das ist etwas Privates. Wie Sex IMHO eben auch. Und das finde ich gut so.
    • Triumvir 14.03.2019 14:47
      Highlight Highlight Also lieber schweigen und für sich behalten und somit ein Stück weit quasi tabuisieren? Das finde ich nicht gut so.
    • Pafeld 14.03.2019 15:28
      Highlight Highlight @Triumvir
      Und mit der eigenen Irrationalität andere Menschen belästigen ist besser?
    • Baccara 14.03.2019 16:02
      Highlight Highlight Wieso stellst du etwas nicht breit treten mit tabuisieren gleich?

      Versteh ich jetzt nicht.

      Es gibt ja noch andere Bereiche im Leben, die meiner Meinung nach einfach privat sind. Da muss ich nicht mit meinen Arbeitskollegen darüber reden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • irgendwie so: 14.03.2019 14:30
    Highlight Highlight Mir gefällt der Text und er beleuchtet etwas, das bei Themen Beten und Glaube oft vergessen geht, nämlich die fast ausschliesslich subjektive Dimension, die Beten und Glaube haben.
    Subjektiv, weil man nicht erwarten kann, dass andere verstehen, weshalb man glaubt und betet, weil beides intim und persönlich ist, letztlich nicht erklärbar.
    Subjektiv auch, weil man das eigene Erleben nie verallgemeinern kann/ darf/ soll!
    Die Kirchen stünden anders da, wenn sie statt die Menschen zu bevormunden sie ermutigen würden, mit traditionellen und anderen Bildern eine eigene Sprache zu finden, zu pflegen.
  • Denverclan 14.03.2019 14:20
    Highlight Highlight Schön wenn man solche Gedanken fühlen kann. Wir suchen immer da draussen, aber da ist nichts als Lärm. In uns ist die Wahrheit, das Licht oder die Dunkelheit, in uns ist die Freude, der Hass, die Liebe oder das Böse. Das Leben und das Sterben ist in uns, Auch das Beten geht nur durch uns selbst und bringt uns ein ganzes Stück näher an das wahre ich. Mut, Zweifel, Angst, Gier, Mitgefühl usw. alles findet in uns statt. Wir machen immer andere für unsere Lebensumstände verantwortlich aber es sind nicht die anderen das Problem. Beten ist ein in sich gehen und bewusst werden lassen was wir sind.
    • Bro J from da Nazareth 14.03.2019 16:49
      Highlight Highlight Ersetze jetzt beten mit meditieren und dann wird ein Schuh draus.

      Beten von althochdeutsch gibët, abgeleitet von zu bitten ist hier einfach ein falscher Terminus.
  • Füdlifingerfritz 14.03.2019 14:15
    Highlight Highlight Ich hatte als Kind ja auch einen imaginären Freund... dann bin ich Erwachsenen geworden.
    Nun ja, am Ende soll jeder tun dürfen, was er mag, und beten tut ja keinem weh, aber naja, ich finds halt trotzdem kindisch und albern.
    • Julian Roechelt 14.03.2019 14:37
      Highlight Highlight Und dein Freund, was ist aus ihm geworden?
      Lässt man jemanden einfach fallen, nur weil er imaginär ist?
    • Füdlifingerfritz 14.03.2019 15:41
      Highlight Highlight @ Julia
      Also ich schon, ja. Vielleicht ist er damals ja zu einem anderen Kind weiter gezogen. ;-)
    • Jungleböy 14.03.2019 19:27
      Highlight Highlight Jaja, sobald es dir dann sehr schlecht geht, ist es nicht meht so kindisch. Menschen wke dich, kenne ich ^^
    Weitere Antworten anzeigen
  • -V- 14.03.2019 14:13
    Highlight Highlight Glauben darf jeder wass und wie er will ... aber Religion ist nicht glauben ... es ist ein Konstrukt um Menschen zu binden die zu wenig Selbstvertrauen in sich und die Welt legen....

    ich bin absolut dafür, dass jeder Glauben darf was er will und wie er es will ... solange er niemand anderes der nicht das selbe glaubt.. bedrängt / belästigt oder gar schlimmeres..
  • m:k: 14.03.2019 14:13
    Highlight Highlight Vor dem einschlafen "bete" ich auch gerne. Ich gehe dann gedanklich meinen Tag nochmal durch und versuche mir diesen bewusst zu werden. Wenn ich einen schlechten Tag hatte, versuche ich mir positive Sachen rauszusuchen und bedanke mich dafür. Der dank richtet sich nicht unbedingt an einen christlichen Gott sondern mehr an die Unendlichkeit oder was auch immer. Mir hilft das bewusst zu werden, dass ich trotz allem Mühsamen und Traurigen ein wahnsinnig privilegiertes Leben habe und das macht mich glücklicher und demütiger meinen Mitmenschen gegenüber.
    • mogad 14.03.2019 14:38
      Highlight Highlight Das gefällt mir.
    • ReziprokparasitischerSymbiont 15.03.2019 00:16
      Highlight Highlight Genau! Beten heisst auch, sich Zeit nehmen für sich selbst.

      Man kann seine Sorgen und Ängste bei jemandem abladen und seine Freude und Dankbarkeit mit jemandem teilen. Wer dieser "jemand" ist, bleibt dabei jedem selbst überlassen.

      Beten hilft mir, den Tag abzuschliessen und Gedanken, die mich beschäftigen, ruhen zu lassen.
  • momoka94 14.03.2019 14:11
    Highlight Highlight Warum ich bete... Ich bete, wenn ich in einer Situation nicht weiter weiss... Wenn ich das Gefühl habe, nichts mehr ausrichten zu können und mich die Sorgen überkommen, dann vertraue ich mich Gott an und hoffe, dass er sich dessen annimmt. Es gibt mir ein Gefühl von Hoffnung, wenn ich glaube, dass sich eine höhere Macht um meine Probleme/Sorgen kümmert und dass Gott eine Lösung finden wird.

    Ich bete auch, wenn ich etwas auf dem Herzen habe, dass ich sonst niemandem anvertrauen möchte. Ich spreche zu Gott wie zu einem Freund, sprich mir die Sorgen vom Leib und zum Abschluss das Vater unser.
  • Antigone 14.03.2019 14:09
    Highlight Highlight Ich bin auch nicht der superreligiöse Mensch, hab da so meine Zweifel mit Religionen.

    Aber Beten tu ich trotzdem. Es hilft mir und es ist wirklich wie eine Art Meditation.

    Zu diesem Artikel fällt mir auch das Lied „God“ von John Lennon ein: „God is a concept by which we measure our pain“. Iwie wahr...
  • JSL 14.03.2019 14:05
    Highlight Highlight Die Menschen glauben an die Sterne, an bunte Steine, an tausendfach verdünnte Heilmittel und an durch Trillionen Zufälle entsandenes Leben auf der Erde - alles von unserer aufgeklärten Welt gutgeheissen. Wer aber an einen Schöpfer glaubt, wird als Idiot abgestempelt. Beten beginnt dann zu nützen, wenn man sich nicht imaginäre Personen gegenüber vorstellt, sondern glaubt.
    • Okguet 15.03.2019 01:22
      Highlight Highlight Ich würde auch andere Beispiele die du genannt hasst als idiotisch bezeichnen (bunte Steine, Homöopathie (Plazebo-Effekt ausgenommen))
  • DemonCore 14.03.2019 14:04
    Highlight Highlight Zu beten ohne zu glauben ist einfach Autosuggestion, und nicht prinzipiell verwerflich. Zu glauben ohne Beweis ist gefährlich. Daraus sind Hexenverfolgung, der Holocaust und die Rückkehr der Masern entstanden.
    • Julian Roechelt 14.03.2019 14:34
      Highlight Highlight Das ist völliger Unsinn.
      Ein Genozid ist beispielsweise eine höchst rationale Angelegenheit.
    • DemonCore 14.03.2019 15:30
      Highlight Highlight Nein. Der Hass auf die Juden ist tief in der christlichen (und islamischen) Theologie verankert, die Verschwörungstheorien (Protokolle der Weisen von Zion, etc.) fielen auf fruchtbaren (christlichen) Boden. Katholische 'Juden - Christusmörder'-Memes und protestantische Gründlichkeit waren perfekte Voraussetzungen für den Holocaust.

      Auch der jüdische Anspruch auf ein rassisch reines Israel ist natürlich religiös begründet und wenig hilfreich in der Friedensfindung.

      Religion kills. Either the mind or people.
    • Wander Kern 14.03.2019 16:02
      Highlight Highlight Moralische Aussagen kann man nun mal nicht beweisen, man glaubt sie oder nicht.
      Ich bestreite die von Dir genannten Folgen blinden Glaubens nicht, möchte aber darauf hinweisen, dass auch die Nächstenliebe ein zutiefst (natürlich keineswegs ausschliesslich) christliches Prinzip ist, das Armenhäuser, Spitäler und den Pfusbus hervorgebracht hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • River 14.03.2019 14:04
    Highlight Highlight Am Grab kommen einem oft sehr absurde Gedanken. Wie zum Beispiel, dass die toten Ungeborenen vom Namen her wohl keine Christen geworden wären.
  • Urs-77 14.03.2019 13:52
    Highlight Highlight Dein Verlust tut mir sehr leid!
    Sei gewiss, es kommen bessere Tage, irgendwann.
    • Brezel Hugger 14.03.2019 14:09
      Highlight Highlight Was soll ein Blitz hier?
      Ich verstehe die Welt nicht mehr.
    • Baccara 14.03.2019 14:35
      Highlight Highlight Wer bitte blitzt sowas???
    • momoka94 14.03.2019 14:49
      Highlight Highlight Das sind wahrscheinlich die ultra-gläubigen Christen, die denken irgendwie habe sie diese Fehlgeburt verdient xD (vielleicht Sex vor der Ehe?)
      Verstehe auch nicht, warum sowas geblitzt wird...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gawayn 14.03.2019 13:49
    Highlight Highlight Ich bin einfach schockiert wie stereotyp über Glauben und die verschiedenen Rituale wie Beten berichtet wird.

    OK ist halt in, über Menschen mit einem Glauben zu lästern, oder Religionen zu bashen.

    Leider hat die katholische Kirche schon soviel zerstört.

    Das Gebet war nie als Strafe gedacht.
    Noch weniger um sich gegenüber Anderen hervor zu tun.

    Es war und ist als persönlicher Dialog, von sich zu Gott gedacht.

    Ich bete zum Dank, das eine lange Reise gut verlaufen ist.
    Ich bete, wenn eine schwere Zeit ansteht, um Unterstützung, als Dank das man mir das zutraut.
    • poks 14.03.2019 14:10
      Highlight Highlight Es geht nicht darum, ob es in ist oder nicht.
      Es geht um die Welt, in der wir leben möchten.

      Ich möchte nicht in einer Welt voller trügerischem Schein und Lügen sein, ich komme sehr gut damit zu recht, wie sie eben ist, auch wenn mich vieles daran stört.
      Mich aber irgendwie davon abheben, muss ich mich nicht und ich verstehe nicht, weshalb man sich überhaupt derart selbst an der Nase rumführen möchte wie das Leute tun, die an eine oder mehrere der Religionen und Götter glauben.
    • momoka94 14.03.2019 14:12
      Highlight Highlight Ich bete auch immer vor einer langen Reise :) dass er mich wohlbehalten und gesund wieder zurück bringen mag.
    • mogad 14.03.2019 14:47
      Highlight Highlight Ich bin schockiert darüber, wie die Religion immer wieder missbraucht wurde und wird um Menschen klein und gefügig zu machen. Und zum seelischen Missbrauch kommt jetzt auch noch der sexuelle. Passt perfekt zusammen. Ich bin praktizierende Katholikin und lebe in der Kirche Spiritualität und Gemeinschaft. Ein starkes Band. Austritt kommt nicht in Frage. Drum bin ich froh, dass Missbrauchsgeistliche in die Kiste wandern. Die sollten Alle exkommuniziert werden. Höhere Weihen hin oder her. Die sind eh schwer beschmutzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toerpe Zwerg 14.03.2019 13:49
    Highlight Highlight Ein schöner Text.

    Der auch zeigt, wie Religion & Glaube systematisch Leid instrumentalisieren, um Macht über Menschen zu erlangen.
    • DaveTheBrave 14.03.2019 14:35
      Highlight Highlight Sehe ich auch so.
      Aber wenn man die Herzen und Blitze deines Kommentars ansieht, wirkt es eher so:
      Benutzer Bild
    • Knäckebrot 14.03.2019 14:41
      Highlight Highlight Inwiefern ist in diesem Text ersichtlich, dass jemand durch den Text macht über jemanden erlangt hat?

      Oder wie hätte sie sich an dieses Thema ranwagen können, so dass kein Bezug zu Machterhalt gemacht werden könnte?

      (dein accountbild erinnert mich übrigens immer wieder an das zu wenig gelesene Buch, das mich so sehr an unsere Zeit erinnert...)
  • Erster-Offizier 14.03.2019 13:42
    Highlight Highlight 2/2
    Auch dass sich in der heutigen Zeit noch wirklich jemand stolz 'Katholik' nennen kann, nach all den Skandalen: Aids in Afrika, Inquisition, Ablasshandel, Kindesmissbrauch und die Vertuschung davon. Trotzdem unterstützen immer noch viele Katholiken ihre Kirche bedingungslos und finanziell.

    "Ich glaube ans Beten."
    Liebe Autorin, du darfst glauben was du willst. Aber du hast nicht das Recht, andere, oft mit Gewalt, zu missionieren, oder eine Kirche zu untersützen, die das tut. Du bist Teil einer Kirche, die das tut. Schändlich.
    • mogad 14.03.2019 14:50
      Highlight Highlight Sie vergessen, dass in der Kirche auch echte Spiritualität gelebt wird. Wer missioniert Sie denn mit Gewalt? Die Autorin bestimmt nicht.
    • D0MD0M 14.03.2019 16:09
      Highlight Highlight mogad, wenn ein Verein also nicht nur seit Jahrhunderten Missbrauch betreibt, an Kindern, Frauen, verlorenen Seelen, sondern auch 'echte Spiritualität' (?!) bietet, dann ist der Verein nicht soooo schlimm, nicht wahr? Religiosität scheint wirklich nichts weiter als eine schwere Wahrnehmungsstörung zu sein.
  • Normi 14.03.2019 13:38
    Highlight Highlight Warum ich bete: weil Selbstgespräche mit einem imaginären Freund viel mehr Spass machen
    • mogad 14.03.2019 14:51
      Highlight Highlight Das stimmt tätsächlich. Gott lässt mich immer ausreden.
  • Erster-Offizier 14.03.2019 13:37
    Highlight Highlight 1/2
    Beten - einen unsichtbaren Freund um Hilfe bitten, ohne wirklich was für andere zu tun.

    "Jeder darf glauben, was ihn glücklich macht."
    Solche Aussagen stimmen mich traurig. Und werden oft nur von Menschen gemacht, die sich nicht kümmern, ob an was sie glauben auch real ist.

    Religion erniedrigt den Menschen, und bringt ihn oft dazu, auch andere aktiv zu erniedrigen. Ganz besonders das Konzept der Erbsünde im Christentum hat einen grossen Teil dazu beigetragen.
    • Knäckebrot 14.03.2019 14:54
      Highlight Highlight Das Naheliegendste wäre ja zu glauben, was einen am meisten überzeugt.

      Aber da ziehen halt nicht alle dieselbe Schlussfolgerung wie du. Die Erfahrungen, das Wissen, der Kontext, die persönlichen Gedankengänge und Verarbeitungsprozesse sind halt so verschieden. Daher auch die Sicht darüber, was der Menschheit schadet.

      Wenn ich persönlich in unsere Gesellschaft und unsere Spannungsfelder schaue, sehe ich nicht mehr viel Leid und Erniedrigung, welche auf Religion zurückzuführen ist...
    • Plasma 14.03.2019 21:22
      Highlight Highlight Nicht Religion erniedrigt Menschen. Menschen erniedrigen Menschen!!!

      Glauben und Hoffnung sind der Motor vieler Innovationen. Oder weshalb hat Einstein seine Theorien entwickelt auch wenn er in einer mathematischen Sackgasse steckte. Oder Heideggers Quantentheorie. Alle Innovation und Fortschritt beginnt mit dem Glauben an was.

  • Mate Barwas 14.03.2019 13:35
    Highlight Highlight Amen.

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