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Politiker sägen am Stuhl von Post-VR-Präsident Schwaller

18.06.18, 06:47 18.06.18, 08:39

Fabian Fellmann, Sven Altermatt und Andreas Möckli / Nordwestschweiz



Wenn sich der Verwaltungsrat der Post heute zur Sitzung trifft, wird eine Person wohl fehlen. Adriano Vassalli, der im Gremium bereits in Ungnade gefallen war, hat am Samstagabend seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Offiziell will der Vizepräsident der Post zwar erst auf die Generalversammlung vom 26. Juni hin zurücktreten, wie er in einer Erklärung schreibt. Er habe Bundesrätin Doris Leuthard und die übrigen VR-Mitglieder entsprechend informiert. Und: Diesen Schritt habe er sich eingehend überlegt, erklärt der Tessiner, und ihn im Interesse eines Neuanfangs der Post und deren Tochter Postauto AG gefällt.

Wiederholt seien ihm in letzter Zeit diverse Vorwürfe gemacht worden. «Dazu halte ich fest: ich habe keinerlei Pflichtverletzungen begangen und insbesondere die ominöse Aktennotiz vom 21. August 2013 nie erhalten».

Post-VR-Präsident Urs Schwaller Bild: KEYSTONE

In dieser machte die interne Revision der Post auf die «Problematik der Kostenumbuchungen zulasten des öffentlich finanzierten Verkehrs» aufmerksam. Empfänger waren unter anderen der damalige Verwaltungsratspräsident Peter Hasler und die zurückgetretene Konzernchefin Susanne Ruoff.

Das Departement von Bundesrätin Leuthard nimmt Vassallis Entscheid laut einer Sprecherin zur Kenntnis. Dies trage dazu bei, den Neustart bei der Post zu erleichtern. Es gebe in den nächsten Monaten im Zusammenhang mit den personellen und operationellen Massnahmen sehr viel zu tun. Es brauche einen Kulturwandel, um das Vertrauen in die Post und in den Service public zu stärken.

Schwaller im Visier

Derweil werden weitere Rücktrittsforderungen laut. Laut «SonntagsZeitung» verlangt SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi auch den Kopf von Verwaltungsrätin Susanne Blank. Sie sitzt im Prüfausschuss des Post-Verwaltungsrats, der von Vassalli präsidiert wird. Zudem fordert Aeschi, auch Post-Präsident Urs Schwaller müsse zum Rücktritt gezwungen werden wegen Pflichtverletzungen.

Nationalrat Philipp Hadorn (SP/SO) pflichtet bei: Schwaller habe nur jene Zeit untersuchen lassen, in der er selber noch nicht Post-Präsident war. Hadorn fordert, dass die Jahre 2016 und 2017 ebenfalls restlos durchleuchtet werden.

Der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark fordert derweil den Bundesrat auf, die Honorare der Revisionsgesellschaft KPMG zurückzuverlangen. Laut Imark erhielt KPMG als Revisionsgesellschaft von 2013 bis 2017 jährlich rund 4 Millionen Franken. Wegen der «schludrigen Prüfung» habe KPMG nicht erkannt, dass in der Postauto-Sparte während Jahren illegale Umbuchungen im Umfang von über 100 Millionen getätigt wurden. 

«Entlassung von Post-Chefin Ruoff ist hart, aber richtig»

Video: srf

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Brikne, 20.7.2017
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14
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • äti 18.06.2018 11:56
    Highlight Politiker sägen immer an allem, ausser am eigenen Stuhl.
    9 1 Melden
  • Fridolin Kartusche-Spitzer 18.06.2018 10:18
    Highlight mir schwallert der Kopf...
    8 0 Melden
  • Graustufe Rot 18.06.2018 09:02
    Highlight Mit Köpferollen ist es nicht getan. Neuer Wein in alten Schläuchen wird die Risse in den Schläuchen nicht schliessen! Da war mMn ein Kartell des Schweigens an den Schalthebeln, s. Bündner Bauskandal. Die KPMG und der ganze VR als Aufsichtsorgane haben weggeschaut, und unter entsprechende Aktennotizen und Hinweise den Stempfel "kein Handlungsbedarf" gesetzt. Dass der Bonus von Frau Ruoff nur eingefroren und nicht gestrichen wurde zeigt, dass diese Mauscheleien wahrscheinlich System haben. Soweit ich richtig verstanden habe, wusste sie von den Unregelmässigkeiten.
    39 2 Melden
  • Madison Pierce 18.06.2018 08:59
    Highlight Schwaller bleibt, solange sich Leuthard halten kann. Bei der CVP hält man zusammen.

    Ist jetzt eine schwierige Lage für Leuthard: geht sie jetzt, wertet man das als Schuldeingeständnis. Bleibt sie bis zum Ende ihrer Amtszeit, schadet das der CVP bei den Wahlen und die CVP verliert ihren Bundesratssitz.
    37 1 Melden
    • Graustufe Rot 18.06.2018 09:19
      Highlight Den Parteifreunden gut bezahlte Posten zuzuschanzen passt zu autokratischen Regimes (vorsichtig ausgedrückt), aber nicht zu einer Demokratie, in der die politische Mehrheit dann auch noch dem Neoliberalismus frönt. Nur frag ich mich, obs dann unter den HSG-Theoretikern besser wäre. Die prahlen an ihren Altherrensitzungen gerne damit, wieviel Leute sie jetzt grad wieder auf die Strasse gestellt haben. Da sieht man dann 1:1: in der Bierschwemme liegt die Wahrheit, bzw. zeigt sich der wahre Charakter der/des Trinkenden -
      wie ich schon einige Male mit ansehen musste.
      25 2 Melden
  • Dr. B. Schwerde 18.06.2018 08:29
    Highlight Was sagen sie denn am Stuhl von Schwaller? Wenigstens im Titel könnte man auf Rechtschreibung achten...
    8 18 Melden
    • Willi Helfenberger 18.06.2018 08:41
      Highlight Mea culpa, mea culpa, natürlich wollte ich sägen sagen. Ist halt Montagmorgen nach dem Match....
      Sorry
      41 3 Melden
    • pamayer 18.06.2018 09:49
      Highlight DER MATCH WAR UM 22.30 FERTIG. DAS ZÄHLT NICHT...
      5 8 Melden
  • rodolofo 18.06.2018 07:59
    Highlight Provinzielles Thema.
    Aber müsste es nicht "sägen" heissen?
    16 8 Melden
  • Constant Gardener 18.06.2018 07:35
    Highlight ... und was genau haben die Politiker jetzt beim Sägen gesagt?
    9 8 Melden
  • lilie 18.06.2018 07:23
    Highlight Jetzt greift die Legasthenie schon auf die Nordostschweiz über. 😫

    Wie erklären wir jetzt denen, dass man an einem Stuhl "sägt", nicht "sagt"? Das ist nämlich Schweizerdeutsch. Oder besser gesagt: Züritüütsch. In Basel ists wieder umgekehrt...
    16 5 Melden
  • pamayer 18.06.2018 07:17
    Highlight 'sägen', liebes Watson team, 'sägen'. 🤩🤩🤩
    11 6 Melden
  • steeny 18.06.2018 07:12
    Highlight "Am Stuhl sagen"!?

    Was genau sagen sie dem Stuhl?
    12 6 Melden
  • weachauimmo 18.06.2018 07:06
    Highlight Sagen sie am Stuhl oder sägen sie am Stuhl?
    10 6 Melden

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