DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Militär in Myanmar schiesst auf Dörfer – mindestens 25 Tote

04.07.2021, 16:27

Bei neuen Zusammenstössen nach dem Militärputsch in Myanmar vom Februar sind Augenzeugen und Medienberichten zufolge mindestens 25 Zivilisten getötet worden. Rund 150 Soldaten der Militärjunta seien am Freitag zu sechs Dörfern nahe Depayin in der zentralen Sagaing-Region vorgedrungen und hätten den ganzen Tag über geschossen, hiess es in den Berichten vom Sonntag. Tausende Einwohner hätten die Flucht ergriffen.

«Sie hatten Informationen, dass es hier eine Bürgerwehr gibt, also kamen sie und griffen uns an», sagte ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur. Bürgerwehren haben sich seit dem Coup im ganzen Land gebildet.

Das Militär hatte am 1. Februar geputscht und die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt. Seit dem Coup versinkt das frühere Birma in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden bisher mehr als 890 Menschen getötet. Mehr als 6000 wurden festgenommen.

Gegner der Militärherrschaft verbrannten am Samstag, dem 65. Geburtstag von Juntachef Min Aung Hlaing, vielerorts Fotos von ihm. Auch liessen sie nachgebaute Särge in Flammen aufgehen und spielten damit auf eine Beerdigung Min Aung Hlaings an. In sozialen Netzwerken äusserten ebenfalls viele Nutzer ihren Hass auf den Juntachef, seine Familie und seine Anhänger.

Bereits kurz nach dem Militärputsch vom 1. Februar hatte die Junta das auf 65 Jahre begrenzte Alterslimit für den Armeechef und seinen Vize aufgehoben. Damit kann Min Aung Hlaing jetzt solange im Amt bleiben, wie er will.

Kürzlich ordnete die Junta die Freilassung von landesweit mehr als 2000 Gefangenen an, darunter 700 allein aus dem berüchtigten Insein-Gefängnis in der grössten Stadt Yangon. Wegen des Putsches verhängte die US-Regierung am Freitag weitere Sanktionen gegen führende Mitglieder des Militärregimes und deren Angehörige. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Verpflegung auf den Myanmar Railways

1 / 7
Verpflegung auf den Myanmar Railways
quelle: thomas schlittler
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Frau dreht Aerobic-Video in Myanmar – und filmt versehentlich Militärputsch

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Dennis in Deutschland

Ein Loch so gross wie die Innenstadt von Köln: So sieht es neben dem Hambacher Forst aus

Deutschland will bis im Jahr 2038 aus dem Braunkohlegeschäft aussteigen. Im Hambacher Forst, direkt bei einem der grössten Braunkohletagebaue der Welt, wehren sich Umweltaktivisten seit Jahren gegen die Kohleförderung.

Die Busstation Morschenich-Kirche hat schon bessere Tage gesehen. Scherben liegen auf dem Boden. Die Schilder sind vergilbt. Fenster von gegenüberliegenden Häusern sind verbarrikadiert. Morschenich ist eine Geisterstadt. Oder ein Geisterdörfchen. 2015 musste der ganze Ort umgesiedelt werden, nach Morschenich-Neu. Grund: der Braunkohletagebau Hambach.

«Dennis, bist du das?», ertönt es hinter dem verlotterten Wartehäuschen. Ich dreh mich um und sehe einen kleinen Mann, graues Haar, grauer …

Artikel lesen
Link zum Artikel