Brasilien
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epa07711830 (FILE) - Brazilian President-elect Jair Bolsonaro (R) and his son, congressman Eduardo Bolsonaro (L) arrive at the Supreme Court of Justice for a press conference, in Brasilia, Brazil, 07 November 2018 (reissued 12 July 2019). Brazilian President Jair Bolsonaro offered his son Eduaro the position of Brazilian ambassador to the US, which has been vacant since April 2019. Eduardo Bolsonaro is also a foreign policy advisor his President father.  EPA/Joedson Alves *** Local Caption *** 54757504

Eduardo Bolsonaro und sein Vater, der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro (Archivbild). Bild: EPA

Präsidentenspross mit besten Verbindungen zu Rechtsextremen



Ein diplomatisches Auftreten wird Eduardo Bolsonaro genauso wenig nachgesagt wie seinem Vater, dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Trotzdem erwägt der Staatschef, seinen drittgeborenen Sohn mit Brasiliens wichtigstem Botschafterposten zu betrauen.

Eduardo sei mit den Kindern von US-Präsident Donald Trump befreundet und spreche überdies Englisch und Spanisch, sagte Jair Bolsonaro vor zwei Wochen. Sein Sohn Eduardo könne daher «der Richtige» für den Botschafterposten in Washington sein.

Eduardo bestätigte gegenüber Journalisten, dass er bereit stehe, «wenn der Präsident mir diese Mission anvertraut». Kritikern, die Brasiliens Staatschef Vetternwirtschaft vorwarfen, trat Eduardo mit Verweisen auf seine angebliche Eignung für den Posten entgegen: «Ich habe an einem Austausch (in die USA) teilgenommen, ich habe Hamburger gebraten.» Ausserdem stehe er dem Auswärtigen Ausschuss im Kongress vor, betonte Eduardo.

Die Personalie dürfte vor allem in rechtsextremen Kreisen in den USA Zustimmung finden. Dort ist Eduardo bestens vernetzt. Im Februar schloss sich der studierte Jurist der Bewegung «The Movement» des US-Ultranationalisten Steve Bannon an. Als Brasilien-Chef der rechtsextremen Bewegung vertritt er darin ganz Lateinamerika.

Die Unterstützung Bannons, der vor seinem Zerwürfnis mit Trump im August 2017 Chefstratege des US-Präsidenten war, ist Eduardo laut der brasilianischen Zeitung «Estado de S. Paulo» gewiss. Der 35-Jährige würde «mit der Kenntnis der Akteure, der Streitfragen und der Möglichkeiten» in der Rolle als Botschafter in den USA ankommen, zitierte die Zeitung Bannon.

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Spannende Dokumentation über The Movement von Steve Bannon. Video: YouTube/The Guardian

Söhne unterstützen den Vater

Eduardo und Bannon waren sich im vergangenen Jahr persönlich begegnet. Kurz nach der Wahl seines Vaters zum Präsidenten im Oktober begleitete Eduardo diesen auf seiner US-Reise. Eduardo hatte sich damals unter anderem mit Bannon sowie mit Trumps Schwiegersohn und Nahost-Berater Jared Kushner und mehreren US-Kongressabgeordneten getroffen.

So sehen sich die Söhne von Jair Bolsonaro:

«Meine Brüder und ich sind überzeugte Soldaten desselben Kapitäns, unseres Vaters Jair Bolsonaro»

Flavio Bolsonaro

Eduardo und seine beiden älteren Brüder Carlos und Flavio gelten als wichtige politische Stützen ihres Vaters. Alle drei haben ein politisches Amt inne: Eduardo im Kongress, Flavio im Senat und Carlos im Stadtrat von Rio de Janeiro.

Nach dem Attentat auf ihren Vater während einer Wahlkampfveranstaltung im September kämpften sie für ihn weiter: Flavio als Stratege, während seine Brüder sich um die Präsenz Bolsonaros in den sozialen Medien kümmerten.

«Meine Brüder und ich sind überzeugte Soldaten desselben Kapitäns, unseres Vaters Jair Bolsonaro», schrieb Flavio damals im Onlinedienst Instagram.

Sympathie für Militärdiktatur

Eduardos berüchtigter Hohn zielte während des Wahlkampfes unter anderem auf das Oberste Gericht ab. Sollte dieses versuchen, seinen Vater des Präsidentenamtes zu entheben, so würde es lediglich zwei Soldaten brauchen, um das Gericht «auszuschalten», erklärte Eduardo damals vor Unterstützern.

Die Andeutung eines Militärputsches hatte in der Justiz für Empörung gesorgt. Bolsonaro hat immer wieder Sympathie für die brasilianische Militärdiktatur (1964-1985) bekundet.

Seit Bolsonaros Amtsantritt hat Eduardo sich zum Berater seines Vaters für internationale Angelegenheiten entwickelt - und begleitet ihn regelmässig ins Ausland. Im März nahmen Vater und Sohn an einem privaten Treffen mit Trump in Washington teil, im Juni flog Eduardo mit zum G20-Gipfel nach Japan.

From left: Russian President Vladimir Putin, China's President Xi Jinping, Brazilian President Jair Bolsonaro, South African President Cyril Ramaphosa and Indian Prime Minister Narendra Modi pose for a photo prior to a BRICS meeting on the sidelines of the G-20 summit in Osaka, western Japan, Friday, June 28, 2019. The two-day summit starts Friday. (Mikhail Klimentyev, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)

Die Staatschefs der BRICS Staaten am G-20 Gipfel in Osaka – mit Jair Bolsonaro in der Mitte. Bild: AP

Seine Beteiligung an der Wahl des Aussenministers Ernesto Araújo hatte in Brasilien Empörung hervorgerufen und den Vorwurf des Nepotismus gegen die Familie Bolsonaro noch befeuert. Araújo, der als Trump-Bewunderer gilt, sprach unlängst wiederum Eduardo seine Unterstützung für den Botschafterposten in Washington aus.

Ein Wechsel Eduardos nach Washington hiesse allerdings, dass Bolsonaro einen wichtigen Unterstützer im Kongress verlöre. Eduardo, der im Dezember mit der Forderung nach einer Wiedereinführung der Todesstrafe landesweit für Wirbel sorgte, gilt als ausgesprochen beliebt: Bei seiner Wiederwahl verteidigte er seinen Parlamentssitz mühelos mit einem Rekordergebnis. (mim/sda/afp)

Aus diesem Holz ist Bolsonaro geschnitzt:

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • redeye70 26.07.2019 22:41
    Highlight Highlight Ach, die Brasilianer! Vom Regen in die Traufe. Hat doch in der Vergangenheit schon nicht geklappt mit den Ultrarechten.
  • Gopfridsenkel 26.07.2019 14:56
    Highlight Highlight Ist natürlich praktisch, wenn man am Arbeitsplatz die Kinder versammelt hat. Denen kann man wenigstens vertrauen und weiss genau, wie man sie manipuli.. behandeln muss um zu kriegen was man will. Und die dann auch noch im Ausland strategisch zu platzieren ist die absolute Champions League...
  • Alphonse Graf Zwickmühle 26.07.2019 08:46
    Highlight Highlight Der Papa spielt Flöte und die Söhne tanzen hinterher...
    • Crissie 26.07.2019 22:16
      Highlight Highlight So wie bei Trumps...

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