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Schneckenpost: Postkarte brauchte im Kanton Schwyz fast 50 Jahre für 13 Kilometer



Im Kanton Schwyz ist eine Postkarte nach fast 50 Jahren am Zielort angekommen. Der Weihnachtsgruss wurde 1965 in Ibach aufgegeben. Am Montag traf er im 13 Kilometer entfernten Illgau ein. Die Karte war mit 10 Rappen frankiert, der Empfänger soll nun Porto nachzahlen.

Er habe die leicht vergilbte Karte mit abgebildetem Blumenstrauss am Montag in seiner Post gehabt, sagte der Sohn des verstorbenen Empfängers am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda und bestätige Informationen des «Bote der Urschweiz».

Die Karte sei gut erhalten, nur die altertümliche Handschrift habe ihn erstaunt, sagte der Sohn. Als er das Datum auf der Karte gesehen habe, sei der Fall aber klar gewesen. Die Postkarte datiert vom 16. Dezember 1965. Es handelt sich um Korrespondenz von einem Tal- zu einem Bergbauern. Beide sind inzwischen verstorben.

In dem Schreiben kündigte der Bekannte dem Bergbauern an, im folgenden Sommer vier Jungtiere auf die Alp bringen zu wollen. Zudem wünschte er dem Empfänger «gnadenreiche Weihnacht» und ein gutes neues Jahr.

Die lange Zustelldauer ist für die Post ein Rätsel. Vielleicht sei die Karte bei der Verarbeitung hinter oder unter ein Möbel gerutscht, spekulierte ein Post-Sprecher gegenüber dem «Boten der Urschweiz». Grundsätzlich würden alle Sendungen ausgeliefert. Die Post stellt heute täglich 10 bis 15 Millionen Briefsendungen zu.

Die Karte war mit einer 10-Rappen-Marke frankiert. Weil dies gemäss den heutigen Bestimmungen zu wenig ist, erhielt der Empfänger eine Aufforderung, 90 Rappen nachzuzahlen. Sein Sohn fügte schmunzelnd an: «Vielleicht lasse ich mir mit der Zahlung auch 50 Jahre Zeit.» (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Andrea_Mordasini 13.08.2015 09:39
    Highlight Highlight Das Verhalten der Post, der Teilmonopolistin, ist beschämend, peinlich und lächerlich! Etwas mehr gesunder Menschenverstand und weniger Dienst nach Vorschrift täte auch dem "Gelben Riesen" gut... Aber eben, der erlaubt sich einmal mehr viel mehr, als sich "Normalsterbliche" überhaupt zu träumen wagen...
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  • Andrea_Mordasini 13.08.2015 09:38
    Highlight Highlight Dass die Karte 50 Jahre bis zur Zustellung brauchte, bringt mich zum Schmunzeln ;). Z-Post lässt grüssen... Dass die Post nun dafür und somit für ihren eigenen Fehler beim Empfänger noch Strafporto verlangt, löst bei mir und vielen anderen bloss Kopfschütteln und völliges Unverständnis aus, zumal die Postkarte damals 1965 mit 10 Rappen bestimmt korrekt frankiert worden ist... Wo gearbeitet wird, passieren Fehler und dürfen auch welche geschehen. Nur sollten die Fehlbaren dazu stehen und die Schuld nicht auf die anderen, die Unschuldigen, abwälzen!
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