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«Je suis ton père» - wie ein verstörender Traum



Wenige Tage vor dem Kinostart von «Star Wars VIII - The Last Jedi» eröffnet im Maison d’Ailleurs in Yverdon eine Ausstellung mit dem Titel «Je suis ton père»: Die Kunst holt den Krieg der Sterne in die Gegenwart.

In den 40 Jahren seit Erscheinen des ersten «Star Wars»-Films hat sich eine hochkalkulierte und hochkommerzielle Produktwelt aus Büchern, Grafik, Spielzeug und Design entwickelt: eine einzige popkulturelle Traumwelt.

Die Zuschauerzahlen der unterdessen nicht mehr von Georg Lucas, sondern von Disney produzierten Filme sprechen für sich. Und die Tatsache, dass Lucas «Star Wars» von Anfang an als Kinderfilm verstanden hat, steht nicht im Widerspruch zu diesem Erfolg, vielleicht erklärt es ihn sogar. Nun hat jedes Jahrzehnt seine Trilogie und fast scheint es, als sei «Star Wars» zur klassischen Bildung der Nerd-Generation geworden.

Es liegt also nahe, dass einen in Yverdon Fotos von Marmorstatuen aus dem Louvre begrüssen, deren Häupter allerdings jene der Figuren aus «Star Wars» sind. Der auferstehende Christus von Germain Pilon aus dem Jahre 1572 trägt nun die Maske von Darth Vader und Meister Yoda hat den Körper des Cupido von Antoine-Denis Chaudet aus dem Jahre 1802. Ein anonymer Künstler, der sich das Pseudonym Travis Durden gegeben hat, versucht so, alte und neue Mythen miteinander zu verbinden - und kommentierter gleichzeitig die von allen Museen angestrebte Digitalisierung ihrer Sammlung, indem er diese Sammlung digital erweitert.

Damit ist der Auftakt zu einer Ausstellung gemacht, die zwar aus lauter künstlerischen Derivaten der «Star Wars»-Imagination besteht, aber keine Ausstellung über «Star Wars» ist. Das cineastische Universum wird nicht abgebildet, sondern als moderne Mythos behandelt, der Sinnfragen der Gegenwart formuliert und das Rätsel der Existenz in heutiger Gestalt inszeniert. (sda)

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