Türkei
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Turkish President Tayyip Erdogan, accompanied by his wife Emine Erdogan, greets his supporters during a campaign meeting for the April 16 constitutional referendum, in Ankara, Turkey, March 7, 2017. Kayhan Ozer/Presidential Palace/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE.

Recep Tayyip Erdogan sorgt mit seinen Aussagen über Deutschland für Empörung. Bild: HANDOUT/REUTERS

«Das ist eine Frechheit» – scharfe Kritik an Erdogans Nazi-Vergleich 



EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Deutschland ausdrücklich gegen Nazi-Vergleiche aus der Türkei in Schutz genommen. Er nannte die Äusserungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine Frechheit.

«Ich staune über vieles, was ich derzeit aus der Türkei höre. Wenn der türkische Präsident und der türkische Aussenminister sagen, das heutige Deutschland wäre schlimmer als das Nazi-Deutschland, kann ich das nicht akzeptieren. Das ist eine Frechheit», sagte Juncker am Dienstagabend dem Sender RTL Luxemburg. «Unsere Eltern und Grosseltern haben unter Nazibesatzung gelebt.»

European Commission President Jean-Claude Juncker presents a white paper to the European Parliament on options for shoring up unity once Britain launches its withdrawal process, in Brussels, Belgium, March 1, 2017.  REUTERS/Yves Herman

«Ich kann das nicht akzeptieren»: Jean-Claude Juncker. Bild: YVES HERMAN/REUTERS

Nach der Absage mehrerer Auftritte türkischer Politiker in Deutschland hatte Erdogan deutschen Behörden Nazi-Methoden vorgeworfen. Der NS-Vergleich wurde von der Bundesregierung scharf zurückgewiesen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte: «Solche deplatzierten Äusserungen kann man ernsthaft eigentlich gar nicht kommentieren» und fügte hinzu, diese «disqualifizieren sich von selbst».

Merkel rief angesichts des Streits aber auch zu Souveränität im Umgang mit der Türkei auf. Deutschland müsse den Konflikt mit Ankara um Wahlkampf-Auftritte türkischer Minister im Land aushalten, sagte die Kanzlerin am Dienstag in einer Unionsfraktionssitzung in Berlin nach Teilnehmerangaben.

German Chancellor Angela Merkel arrives to welcome the President of Botswana Seretse Khama Ian Khama for a meeting at the chancellery in Berlin, Germany, Tuesday, March 7, 2017. (AP Photo/Michael Sohn)

«Solche deplatzierten Äusserungen kann man ernsthaft eigentlich gar nicht kommentieren»: Angela Merkel. Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Es sei nicht klug, wenn Deutschland der Türkei die Einschränkung der Meinungsfreiheit vorwerfe und dann mit Einschränkung der Meinungsfreiheit antworte, sagte Merkel. (cma/sda/afp)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sherpa 08.03.2017 14:37
    Highlight Highlight Das ist nicht nur frech, dass zeigt die ganze Intelligenz dieses Despoten, welche sich nun wirklich nicht auf einem akzeptablen Niveau wieder findet.
  • Xi Jinping 08.03.2017 08:45
    Highlight Highlight Wieso wird jetzt von deutscher Seite nicht mal was unternommen?? Ich meine der Herr "Sultan" wettert und donnert auf die Deutsche Regiereung ein, das ist ja nicht mehr normal... Die Frage ist nur was unternehmen... Sanktionen? Einreiseverbot für AKP Heinis?
    Ich finde einfach der Herr "Sultan" gehe langsam aber sicher zu weit.
    • rodolofo 08.03.2017 21:46
      Highlight Highlight Merkel und Gabriel versuchen, Erdogan ins Leere laufen zu lassen, indem sie nicht so reagieren, wie er das gerne von ihnen hätte.
      Ich bin gespannt, ob das gelingt!
      Erdogan's Erfolg hängt mit einem permanenten Wahlkampf und einem permanenten Krieg zusammen.
      So erreicht er, dass alle Angsthasen und Opportunisten sich hinter ihm scharen, während sich die Mutigen zu erkennen geben und leicht herausgepickt werden können.
      Erdogan kopiert eigentlich die knallharte Taktik seines Syrischen Nachbarn, Assad...
  • Skip Bo 08.03.2017 08:28
    Highlight Highlight Die Gewichtung von Themen ist interessant. Während sich in der Türkei ein diktatorischer Machtapparat installiert, wird die neue Cap von Trump auf der Startseite im Grossformat abgebildet. Hierher verirren sich nur wenige...
  • Joe'Tee 08.03.2017 08:21
    Highlight Highlight Ein Land das so vielen Türken eine neue Zukunft und Wohlstand gegeben hat ind dann so bezeichnet wird.
  • N. Y. P. D. 08.03.2017 08:14
    Highlight Highlight Recep Tayyip Erdogan,
    wieder mal Zeit, Dich zu beleidigen.
    Ich habe gehört, dass sich Gollum aufregt, dass man ihn immer mit Dir verwechselt.
    Benutzer Bild
  • rodolofo 08.03.2017 07:35
    Highlight Highlight Erdogan ist ein hoch emotionaler Typ (nicht der einzige Türke übrigens, der so ist...).
    Vor diesem Hintergrund muss man das Wort "Nazi" als Ausdruck verstehen, dass Erdogan sehr erbost ist darüber, dass Deutsche Behörden seinen Propaganda-Feldzug in der Türkischen Diaspora in Deutschland durchkreuzen und erschweren!
    Gleichzeitig ist es doch sehr aufschlussreich zu sehen, wie mühelos Ihro Majestät, Sultan Erdogan von der Ziege, austeilen und beleidigen kann, während er gleichzeitig beim kleinsten Spass über ihn rot sieht.
    Ein autoritärer Super-Macho, wie er im Buche steht, auch am Tag der Frau.
    • R&B 08.03.2017 08:35
      Highlight Highlight @rodolfo: Erdogan ist weniger emotional, als Sie denken.

      "Nazi" verwendet er, um in der Türkei einen äusseren Feind zu schaffen, da es der Türkei wirtschaftlich miserabel geht. Sein Kalkül geht auf, denn die Türken sind ein sehr emotionales Volk mit zu viel Nationalstolz.
    • Xi Jinping 08.03.2017 08:41
      Highlight Highlight Für einmal stimme ich Ihnen zu...
  • Stichelei 08.03.2017 07:09
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