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Postkarte eines einsamen F. Scott Fitzgerald an sich selbst.

Liebe Kulturoptimisten, ich habe mich getäuscht: Postkarten leben doch – und sie sind auch überhaupt keine Lüge 

Ich hab' in meinem letzten Kommentar Postkarten als Lüge bezeichnet. Sie waren mir immer zuwider. Jetzt aber nicht mehr. Ich wurde bekehrt – von unzähligen Postkarten, die meinen Briefkasten mit viel Liebe verstopft haben. 



Es gibt da so eine riesige Postkarten-Gemeinschaft. Sie nennt sich Postcrossing. Da tummeln sich 558'231 Menschen (und es werden jede Minute mehr!) aus 213 verschiedenen Ländern, die ihre kleinen Botschaften schon 3'848'598 Mal um die Erde geschickt haben. Das Prinzip ist ganz einfach: Du schreibst eine Postkarte und kriegst von irgendeinem anderen Mitglied der Community eine zurück.

Diese Ansichtskarten-Liebhaber haben sich auf ihrer Facebook-Seite entrüstet über die bösen Worte, die ich gegen die Kartonkärtchen geschleudert habe. Zu meiner Entschuldigung: Es handelt sich hier um ein sehr tief sitzendes Kindheitstrauma. Schreib Oma und Opa, schreib Götti, Gotti, Tante Doris und Onkel Dagobert, schreib, schreib, schreib. Ich wollte nicht. Ich wurde gezwungen. All diese ungewollten Grüsse. Wo sie jetzt wohl sind? 

Die Postcrossing-Gemeinde hat mir jedenfalls den Psychiater erspart. Sie hat sich verschworen «gegen» mich. Sie hat mir wunderbare Postkarten geschrieben. Jetzt bin ich geheilt.

Und das war meine liebe Post der letzten Tage:

Natürlich will ich handschriftlich meinen Dank an all die lieben Menschen richten, die mich darüber aufgeklärt haben, dass Postkarten leben. Und dass man sie nicht zu hassen braucht, weil man sie stattdessen lieben kann. 

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English version: 

Dear Postcrossing friends 
Feeling indignant after my hate-filled article against postcards you reacted, instead of wishing me evil, by sending me charming greetings on still more charming images on cardboard and thereby have managed to convince me that they are still in existence, these written-on cards which are sent tirelessly from one part of the world to the other and this with the greatest delight. 

It’s good to be convinced otherwise. I sincerely thought that writing postcards were mostly a tedious chore. But apparently it is far more than that. They are a bit of a living, breathing and palpable foreign place, which sets off to find a home at a much more beautiful place – and, in most cases, land in much more grateful hands than mine. 

Please forgive my ignorance, from now on I will appreciate the value of these joyful messages.

Yours sincerely,
a convert

23 Vintage-Feriengrüsse 

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