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Polizei: Nervengas VX an Leiche von Halbbruder Kims gefunden

24.02.17, 02:28


Malaysische Ermittler haben Spuren des Nervengases VX am Leichnam des ermordeten mutmasslichen Halbbruders von Nordkoreans Machthaber Kim Jong Un gefunden. Auf dem Gesicht Kim Jong Nams seien Rückstände des hoch toxischen Gases entdeckt worden.

Das habe eine Vorauswertung der Proben durch die nationale Chemiebehörde ergeben, teilte die malaysische Polizei am Freitag mit. Der 45-jährige Kim Jong Nam war am 13. Februar am Flughafen von Kuala Lumpur ermordet worden. Die malaysische Polizei sucht nach mehreren möglichen Tatbeteiligten, die alle nordkoreanische Pässe besitzen sollen.

Das Gas VX wird auch als Chemiewaffe eingesetzt. Die UNO ordnet die Substanz als Massenvernichtungswaffe ein. VX ist eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit, die nach verfaultem Fisch riecht. VX dringt über die Haut, die Augen und die Atemwege in den Körper ein und verursacht Husten und Übelkeit. Schliesslich lähmt das Gift die Atemmuskulatur und führt binnen Minuten zum Tod durch Ersticken.

Wenige Milligramm wirken tödlich

Eine Gasmaske allein bietet keinen ausreichenden Schutz. Da der Stoff in erster Linie durch die Haut aufgenommen wird, ist ein spezieller Schutzanzug erforderlich. Einen wirksamen Schutz von Zivilisten gegen einen Anschlag mit VX gibt es deshalb nicht. Das beste Gegenmittel ist Atropin.

Schon wenige Milligramm VX wirken tödlich. VX wurde bei der Forschung nach Insektenschutzmitteln in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, jedoch im Krieg nicht eingesetzt.

Von Saddam Hussein eingesetzt

Die US-Armee und die Streitkräfte in der ehemaligen Sowjetunion produzierten und lagerten VX bis zur Unterzeichnung der Chemiewaffen-Konvention 1997, die die Zerstörung aller Vorräte verlangt. Der tödliche Stoff kann billig in Produktionsanlagen für Pflanzenschutzmittel hergestellt werden.

Beim Anschlag auf die kurdische Stadt Halabdscha in Nordirak 1988 setzte Iraks Machthaber Saddam Hussein das Gift gegen die eigene Bevölkerung ein. (sda/afp/reu/dpa)

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