Blaulicht

Grosse Gasexplosion in Österreich ++ Ein Toter ++ 18 Verletzte

12.12.17, 09:59 12.12.17, 16:09

Bei der Explosion einer international wichtigen Gasverteilstation in Österreich ist ein Arbeiter ums Leben gekommen, rund 20 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Das Unglück führte zudem zu Engpässen bei Erdgaslieferungen in den Süden.

Am Dienstagmorgen um 8.45 Uhr hatte ein gewaltige Explosion den Ort Baumgarten an der March in der Nähe der slowakisch-österreichischen Grenze erschüttert. Die rund 200 Einwohner hatten bei dem gewaltigen Knall am Dienstag viele Befürchtungen.

«Die Tür zu meinem Laden wurde durch die Druckwelle aufgerissen», erzählt der Besitzer Wolfgang Reisel noch immer beeindruckt. Von der Strasse aus habe er die Rauchwolke in mehreren hundert Metern Entfernung gesehen und die Feuerwehr alarmiert. Die war schon unterwegs.

Die Explosion tötete einen Arbeiter, rund 20 wurden verletzt. Zu den Todesopfern wollten die Behörden zunächst keine genauen Angaben machen. Es handle sich um den Arbeiter einer Fremdfirma, der aus Österreich stamme, hiess es.

Zum Glück ist das Gelände, das zum österreichischen Energiekonzern OMV gehört, von Feldern und Wäldern umgeben. «Die Schäden blieben auf das Gelände beschränkt», sagte ein Sprecher der Rettungskräfte.

Italien erklärt Notstand

Damit hatte er nicht ganz recht. Das Unglück hat zu Lieferengpässen bei Gaslieferungen in den Süden geführt. «Der Transit durch Österreich Richtung Süden und Südosten ist bis auf Weiteres beeinträchtigt», teilte die österreichische Betreiberfirma GasConnect mit. Die benachbarten Fernleitungsbetreiber seien umgehend informiert worden.

Die Gazprom-Tochter Gazprom Export teilte in Moskau mit, man arbeite daran, Umgehungsrouten zu finden, um Lieferengpässe zu vermeiden. Aus der Ukraine, dem Haupttransitland für russisches Gas, floss nach slowakischen Angaben am Dienstag ein Drittel weniger Erdgas Richtung Westen als noch am Montag.

Das betrifft unter anderem die Slowakei, Slowenien, Ungarn und Kroatien. Auch Italien war als Empfängerland fast völlig abgeschnitten. Das österreichische Nachbarland rief daraufhin den Notstand in der Energieversorgung aus. Der örtliche Netzbetreiber Snam teilte jedoch mit, dass die Versorgung wegen der Lagerbestände auf jeden Fall gesichert sei.

Die Gasstation in Baumgarten zählt zu den wichtigsten Gasknotenpunkten Europas, an dem jährlich etwa 40 Milliarden Kubikmeter Gas verteilt werden.

Über der Gasstation steigt dicker Rauch auf. Bild: EPA/RED CROSS LOWER AUSTRIA

Technischer Fehler

Die Polizei sprach von einem technischen Fehler als Unglücksursache. Ein Experte von Gas Connect ging davon aus, dass es im Bereich der Filteranlagen zu einem Problem gekommen war. Nach der Explosion loderte ein grosser Feuerball über dem Gelände. Die Rauchwolke war bis ins etwa 30 Kilometer entfernte Wien zu sehen.

Bei den Rettungskräften herrschte Grossalarm. Den 240 eingesetzten Feuerwehrleuten gelang es innert kurzer Zeit, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Allerdings dauerte das Löschen der sechs Gebäude auf dem Gelände einige Stunden.

Um dem möglichen Andrang von Schaulustigen vorzubeugen, wurde der Unglücksort in einem Kilometer Umkreis abgesperrt. Passieren durften die Strassensperren nur Anwohner und Journalisten. «Schaulustige können wir nicht brauchen», meinte ein Polizeisprecher.

(sda/dpa/reu/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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