Facebook
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Facebook hat neue Datenschutzoptionen und möchte, dass die Nutzer diesen nun auch zustimmen.

Wenn dich Facebook fragt, ob du die Gesichtserkennung aktivieren willst, lies zuerst das

Facebook hat die automatische Gesichtserkennung auch in der Schweiz aktiviert Die umstrittene Funktion soll Nutzern mehr Sicherheit bieten. Konsumentenschützer warnen jedoch davor. Wir erklären, was es damit auf sich hat.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Wer dieser Tage Facebook öffnet, bekommt diese Meldung zu sehen

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Facebook fragt jeden Nutzer in der EU und der Schweiz, ob man die automatische Gesichtserkennung aktivieren wolle. bild: via verbraucherzentrale

Soll ich zustimmen oder ablehnen?

Facebook gibt den Nutzern nur zwei Wahlmöglichkeiten:

Eine Feinjustierung ist nicht vorgesehen. Das macht die Entscheidung nicht ganz einfach, denn Facebook streicht natürlich die Vorteile der Gesichtserkennung heraus. Profilkopien durch Betrüger sollen so etwa verhindert werden. Klaut jemand das eigene Profilbild, schlägt die automatische Gesichtserkennung Alarm, sprich der Nutzer erhält eine Benachrichtigung, dass mit seinem Profilbild Schindluder getrieben wird. Die neue Funktion kann auch für Menschen mit Sehbehinderung sinnvoll sein. Ist die Gesichtserkennung aktiviert, kann Facebook Sehbehinderten vorlesen, wer auf Fotos oder Videos zu sehen ist. Das klingt sinnvoll, aber die neue Funktion hat auch ihre Schattenseiten. 

Wir erklären, was Facebooks Gesichtserkennung in der Praxis bedeutet und was die Vor- und Nachteile sind.

Welchen Zweck erfüllt Facebooks Gesichtserkennungs-Funktion?

Die Funktion soll es ermöglichen, dass Nutzer auf Fotos und in Videos auf Facebook automatisch erkannt werden, ohne dass sie vorher jemand markieren muss.

Wie will Facebook die Nutzer automatisch erkennen?

Durch eine Analyse vorhandener Bilder. Aus dem Profilfoto eines Nutzers sowie Bildern, auf denen er markiert wurde, wird ein sogenanntes Template - eine Art digitale Identifikationsmarke - erstellt. Werden anschliessend Bilder bei Facebook hochgeladen, können diese auf Gemeinsamkeiten mit bekannten Bildern hin untersucht und erkannte Personen automatisch markiert werden.

Warum sollten Nutzer solch eine Funktion gut finden? Was sind die Vorteile?

Neben dem leichteren Markieren von Freunden in Bildern nennt Facebook einen weiteren Nutzen: Sicherheit. Dem Unternehmen zufolge können Nutzer mithilfe der automatischen Gesichtserkennung einfacher kontrollieren, welche Bilder, auf denen sie zu sehen sind, veröffentlicht werden. So soll es immer einen Hinweis geben, wenn Facebook ein Bild der eigenen Person erkennt und man zur festgelegten Zielgruppe des Fotos gehört. Auch Profilkopien durch Betrüger sollen so verhindert werden.

So kopieren Betrüger Facebook-Profile und kassieren ab

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Video: srf

Das Online-Jugendmagazin checked4you der deutschen Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fasst die Vorteile der Gesichtserkennung so zusammen:

Was sind die Nachteile?

Die Konsumentenschützer von checked4you fassen die Nachteile der Gesichtserkennung so zusammen:

Wie verführt Facebook die Nutzer dazu, zuzustimmen?

Zunächst ist die Gesichtserkennung nicht aktiviert. Das entsprechende Menü, das Facebook seinen EU- und Schweizer-Nutzern nun anzeigt, ermutigt jedoch dazu, sie zuzulassen: Die Einwilligung zur Gesichtserkennung lautet «Akzeptieren und fortfahren» – und ist durch einen blauen Hintergrund prominent markiert.

Wer aber nicht zustimmen will, hat nicht etwa die naheliegende Option «Ich akzeptiere nicht», sondern muss «Dateneinstellung verwalten» anklicken. Das ist erstens nicht eindeutig und klingt zweitens nach Arbeit für den Nutzer. Drittens ist das Feld nicht farblich hinterlegt.

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Die Option «Akzeptieren» ist bereits vorausgewählt. Wer ablehnen will, muss den mühsam klingenden Button «Dateneinstellung verwalten» klicken. screenshot: n-joy

Wer dennoch die Option «Dateneinstellung verwalten» auswählt, bekommt erst zwei Argumente von Facebook angezeigt, warum es vorteilhaft sei, die Gesichtserkennung doch zu aktivieren.

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So macht Facebook seinen Nutzern die Gesichtserkennung schmackhaft. screenshot: alexander-schnapper

Anschliessend werden noch einmal zwei Optionen angeboten. Die obere besagt, dass man Facebook erlaubt, «mich in Fotos und Videos zu erkennen». Die untere besagt, dass man Facebook das nicht erlaube. Um die Gesichtserkennung deaktiviert zu lassen, muss man diese Option auswählen. Zur Aktivierung ist also nur ein Klick nötig, zur dauerhaften Deaktivierung sind es drei Klicks.

Ist es Pflicht, die Gesichtserkennung zu nutzen?

Nein, Facebook erklärt, dass die Nutzung der Gesichtserkennung freiwillig ist. Wenn Nutzer sie nicht aktivieren, soll es von ihnen auch kein Template geben. Entsprechend sollen diese Personen dann nicht auf Fotos erkannt werden. Ob man die Gesichtserkennung aktivieren will oder nicht, fragt Facebook seit Kurzem ab, wenn man die App oder Webseite öffnet.

Kann ich die Gesichtserkennung nachträglich wieder deaktivieren?

Eine nachträgliche Deaktivierung ist möglich. Dann würden auch bereits angelegte Gesichts-Templates gelöscht, heisst es. Das ist auf der Facebook-Webseite in den Einstellungen unter Gesichtserkennung möglich.

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Die Option Gesichtserkennung erscheint erst, wenn man die Funktion bereits aktiviert bzw. deaktiviert hat.

So deaktivierst du die Gesichtserkennung in der App:

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Für Nutzer unter 18 Jahren soll die Gesichtserkennung übrigens standardmässig ausgeschaltet bleiben.

Warum kritisieren Konsumenteschützer die Gesichtserkennung?

Facebook hatte eine solche Funktion bereits 2011 eingeführt. Nach massiven Protesten wurde diese in Europa aber seit 2012 ausgesetzt und die bis dahin gesammelten Daten gelöscht. Auch jetzt gibt es Kritik, zum Beispiel von Konsumentenschützern.

Es sei einerseits unklar, was über die geschilderte Nutzung hinaus mit den biometrischen Daten geschehe, kritisieren die Konsumentenschützer. Aktuell erkläre Facebook zwar, sie würden nicht mit anderen Unternehmen geteilt, das könne sich künftig aber ändern. Anderseits sei der angebliche Sicherheitsaspekt der Gesichtserkennung in der Praxis fraglich: So wird man laut Facebook ja lediglich informiert, wenn man auf öffentlich geposteten Fotos erkannt wird.

Verteilt jemand Bilder innerhalb geschlossener Nutzerkreise, bekommt man davon nach bisherigen Erkenntnissen nichts mit. Unklar ist bislang auch, wie die Gesichtserkennung mit Fehlerkennungen umgeht - etwa im Fall von Personen mit ähnlichem Aussehen.

Was für Erfahrungen gibt es schon mit der Gesichtserkennung?

In vielen anderen Teilen der Welt ist die Gesichtserkennung bereits im Einsatz. Die Resonanz ist aber auch dort nicht nur positiv: Mitte April gab ein Richter im US-Bundesstaat Kalifornien grünes Licht für eine Sammelklage von Facebook-Nutzern gegen die Gesichtserkennung. Sie klagen, dass durch die Funktion ihre Rechte eingeschränkt würden.

Soll ich nun zustimmen oder ablehnen?

Diese Entscheidung muss jeder selbst für sich treffen. Es gilt die Vor- und Nachteile (siehe Punkt 4 und 5) abzuwägen. Konsumentenschützer empfehlen die Funktion nicht zu aktivieren. Stattdessen empfiehlt die deutsche Verbraucherzentrale folgende Tipps, um nicht zu viel von sich im Netz preiszugeben:

oli/mak/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • Timmy :D 26.04.2018 07:51
    Highlight Highlight Na da vertrau ich noch mehr auf Trumps Worte. Wer glaubt, dass fbs Algorithmen nur von willigen Nutzern Profilen anlegt, lebt in einem wunderschönen Märchenland.
  • Phiilofofi 25.04.2018 17:21
    Highlight Highlight Also wenn Facebook soooo scharf darauf ist, dass wir dieser Funktion zustimmen, kann es sich kaum um unsere Sicherheit handeln.
  • ZaharztAua 25.04.2018 17:05
    Highlight Highlight Sag NEIN zu Facebook.
    Es lebt sich prima ohne.
  • My Senf 25.04.2018 14:53
    Highlight Highlight gut zu wissen watson

    eine Frage noch, vollständigkeitshalber;
    Wann entfernt Ihr den fb und messenger button aus euren Artikeln?!
    Kann ja nicht sein das fb so böse ist und Ihr eure Leser mit dem Dienst eilen lässt oder?
    Und wenn ich dann noch die paar fb teiler anschaue (von 0-8 jeweils) frag ich mich eh was euch das bringt...

    Ja ich weiss mein Lieblingsthema.

    Konnte allerdings noch nirgends ein Statement von euch dazu finden...
  • Hans_Olo 25.04.2018 14:22
    Highlight Highlight Und wer nutzt bei seinem neuen Supersmartphone die Gesichtserkennung oder den Fingerscan um das Smartphone zu entsperren? Was glaubt ihr was mit diesen Daten passiert?
  • Die Redaktion 25.04.2018 12:18
    Highlight Highlight Bei der Google Bildersuche könnt ihr ja euer Profilbild hochladen. Meines bespielsweise wurde sogar für einen Horrorfilm missbraucht.
    • Snowy 25.04.2018 13:27
      Highlight Highlight Habe ich aus Neugier natürlich umgehend gemacht..

      Nichts gegen diesen sympathischen, jungen Herrn aus der Deutschschweiz (von dem Google glaubt ich sei er), aber ich trage keinen Schnauz und bin ihm m.M nach auch nicht sehr ähnlich.
      Benutzer Bild
    • mein Lieber 25.04.2018 13:41
      Highlight Highlight Made my day! Danke 😁
    • Tabaluga 25.04.2018 14:26
      Highlight Highlight @snowy. Ich find den jetzt noch attraktiv! Ohne Schnauz noch besser 😋. Wenn du so aussiehst (und da ich deine Kommentare ohnehin immer ziemlich toll finde), hätte ich gerne ein Date mit dir 😁. Oh wart, ich glaub du bist zu jung 🙈
    Weitere Antworten anzeigen
  • Boadicea 25.04.2018 11:59
    Highlight Highlight Ich bin seit 1992 online. Facebook nutze ich seit 10 Jahren täglich. Ich bin dort mit Freunden von der ganzen Welt vernetzt und auch beruflich. Aber ich habe noch nie ein Foto von mir ins Web hochgeladen. Gerade hab ich meinen Namen mal wieder gegoogelt. Es gibt viele Texte von mir überall im Web. Es gibt auch viele Bilder und Fotos, die ich gemacht habe, im Web. Aber es gibt kein einziges Foto von mir. Kein einziges Bild mit meinem Abbild. Das find ich gut so.
    • Snowy 25.04.2018 13:20
      Highlight Highlight Und damit bist Du als heavy user eine krasse Ausnahme.
    • Ms. Song 25.04.2018 13:51
      Highlight Highlight Im privaten Bereich kann man dies vielleicht noch steuern. Obwohl man nie weiss, ob nicht jemand aus dem Bekanntenkreis ein Bild von einem hochlädt. Im beruflichen Bereich ist es jedoch teils nicht möglich. In meinem Tätigkeitsfeld ist es üblich, dass man auf der Firmenhomepage mit Foto vertreten ist. Ein Firmenfoto von mir wurde schon missbraucht. Ich war auf einmal eine "zufriedene Kundin" von Diätpillen und einer Partnervermittlung -.- .
    • ReziprokparasitischerSymbiont 25.04.2018 18:16
      Highlight Highlight Ich lade selber auch keine Bilder von mir hoch. Aber leider lässt sich nicht immer vermeiden, dass ander Leute Bilder posten, auf denen ich zu erkennen bin. Ich mache die Personen dann jeweils darauf aufmerksam, dass ich das nicht möchte und bis auf einen einzigen haben sie sich danach mehr oder weniger daran gehalten.
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