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Viele Rumänen bleiben der Abstimmung zum Verbot der Homo-Ehe fern



Homophobie ist in Rumänien in allen politischen Lagern verbreitet. Doch das Stimmvolk scheint das kalt zu lassen. Bei der Abstimmung über eine Verschärfung des Homo-Ehe-Verbots zeichnete sich die niedrigste Stimmbeteiligung seit dem Fall des Kommunismus ab.

Angesichts der schwachen Beteiligung am zweitägigen Referendum über eine Verschärfung des Verbots der Homo-Ehe in Rumänien befürchten dessen Initiatoren ein Scheitern. Fünf Stunden vor Schluss der Wahllokale hatten nach Angaben des Wahlbüros erst 15.21 Prozent der mehr als 18 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Für die Gültigkeit der Volksbefragung ist eine Beteiligung von 30 Prozent notwendig. Die Wahllokale schliessen am Sonntag um 20 Uhr.

Die religiös motivierte Bewegung «Koalition für die Familie», die das Referendum beantragt hatte, räumte am Sonntag indirekt eine Niederlage ein. Sie warf am allen Parteien vor, mit einem «generalisierten Boykott» für eine schwache Beteiligung am Referendum gesorgt zu haben.

Das Oberhaupt der rumänisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Daniel, rief in seiner Sonntagspredigt die Rumänen auf, so schnell wie möglich zu den Urnen zu gehen, «damit es nicht zu spät ist».

Mann und Frau statt Ehegatten

Die Rumänen waren aufgerufen darüber abzustimmen, ob das bereits bestehende Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Verfassung verankert wird. Derzeit definiert Rumäniens Verfassung die Ehe geschlechtsneutral als Bund zwischen «Ehegatten». Die Initiatoren der Volksbefragung wollten erreichen, dass der Begriff «Ehegatten» im Grundgesetz durch «Mann und Frau» ersetzt wird.

Die «Koalition für die Familie» hatte für die Verfassungsänderung fast drei Millionen Unterschriften gesammelt. Sie hat Anhänger in allen politischen Lagern. Kritiker hatten der sozialliberalen Regierung vorgeworfen, mit dieser Abstimmung vom Streit um geplante Strafrechtsänderungen ablenken zu wollen, die korruptionsverdächtigen Politikern zugutekommen würden.

Die «Koalition für die Familie» kritisierte, dass dieser «falsche» Vorwurf jetzt Regierungskritiker von der Teilnahme am Urnengang abgehalten habe. (sda/dpa)

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