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epa04904146 An Aerial view of hundreds of thousands of participants dancing through the streets during the 24th Street Parade, in the city center of Zurich, Switzerland, 29 August 2015. Hundreds of thousands of ravers participate in the, an annual dance music event, which runs this year under the claim

Werden wir bereits in einem halben Jahr wieder solche Bilder aus Zürich sehen? Bild: EPA/KEYSTONE

«Wir betreiben Kaffeesatzlesen» – so bereitet sich die Streetparade auf den Sommer vor

Die Welt befindet sich nach wie vor mitten in der Pandemie. Kaum vorstellbar, dass sich gleichzeitig die Streetparade auf ihre Ausgabe für das Jahr 2021 vorbereiten muss.



Während sich Politiker und Medizinerinnen in der Schweiz nach wie vor den Kopf zermartern, wie man wieder aus der Pandemie herausfindet, wird in Zürich gerade die weltweit grösste Techno-Party geplant: Die Streetparade. Rund eine Million Menschen nehmen jeweils in coronafreien Jahren an der gigantischen Sause teil.

Letztes Jahr musste die Streetparade abgesagt werden – der potenziell grösste Superspreader-Event der Welt passte nicht in die Eindämmungsstrategie der Schweiz. Und während erst kürzlich die Personenanzahl bei Treffen auf fünf beschränkt wurde, rechnet man dieses Jahr wieder mit Techno um das Seebecken.

Oder zumindest will man es nicht ausschliessen. «Wir müssen Vorbereitungen treffen, denn wenn die Streetparade tatsächlich stattfinden kann, können wir die ganze Organisation nicht in zwei Wochen aus dem Ärmel schütteln», sagt Stefan Epli, Mediensprecher der Streetparade.

Doch wie plant man eine solch grosse Party mitten in einer Pandemie? ««Es ist momentan Kaffeesatzlesen», sagt Epli. Dennoch muss zugearbeitet werden. Personal mit Vorbehalt aufgeboten, die Love Mobiles ausgesucht und betreut, Pläne gezeichnet. «Natürlich finden auch zahlreiche Gespräche mit Partnern und Lieferanten statt.»

Andere Festivals haben Line-Up bereits bekannt gegeben

Gleiches gilt bei den Bookings: «Wir können nicht einfach zuwarten und dann meinen, im August oder September ein tolles Line-up zu haben».

Andere Festivals in der Schweiz gehen sogar einen Schritt weiter: So hat das Openair Frauenfeld zum Beispiel bereits ein gesamtes Line-Up veröffentlicht. US-Superstars wie Kendrick Lamar, Tyler the Creator oder Migos sollen auftreten. «Wir gehen davon aus, dass es stattfinden wird und wir im 2021 das beste Festival ever feiern werden», sagt Frauenfeld-Sprecher Joachim Bodmer in einer Videobotschaft auf Instagram.

American rapper Nayvadius DeMun Wilburn alias Future performs during the Openair Frauenfeld music festival on Thursday, July 11, 2019, in Frauenfeld, Switzerland. The Openair Frauenfeld takes place from 11 to 13 July 2019. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Am grössten Openair der Schweiz in Frauenfeld ist Social Distancing nicht möglich. Bild: KEYSTONE

Ein Maskenball für Geimpfte?

In Zeiten von geschlossenen Partykellern und Personenbeschränkungen sehnen sich viele Leute nach einer guten Feier. Mit einem unkontrollierten Andrang auf die Streetparade, falls sie denn tatsächlich stattfinden kann, rechnet Epli jedoch nicht. «Wir erwarten eher weniger oder gleich viele Leute wie in den Vorjahren, da viele wahrscheinlich noch vorsichtig sein werden. Aber das ist natürlich extrem schwierig abzuschätzen.»

Eine Streetparade nur für Geimpfte oder mit Maskenpflicht ist jedoch nicht zu erwarten. Das sei nicht durchsetzbar, da die Veranstaltung ja auf öffentlichem Grund stattfinde. «Wenn die Streetparade stattfindet, dann heisst das, dass die Pandemie vorbei ist.»

Die Zuversicht möchte sich Epli jedoch nicht nehmen lassen: «Wenn die Streetparade stattfinden kann, dann wird sie definitiv zur farbigsten und fröhlichsten Ausgabe in die Geschichte eingehen.»

Veranstalter gehen ein grosses Risiko ein

Gemäss offiziellen Schätzungen des Bundesamtes für Gesundheit sollen sich in der Schweiz bis Ende Juni alle Bürgerinnen und Bürger impfen lassen können, die das wollen. Theoretisch könnte es also schon möglich sein, dass grosse Festivals dieses Jahr wieder stattfinden. Trotzdem bleibt ein grosses Restrisiko.

«Natürlich gehen wir ein grosses Risiko ein», sagt Stefan Epli. Falls das Technofest wieder abgesagt werden müsse, so stehe die Existenz auf dem Spiel. «Als schweizweit grösste Openair-Veranstaltung können wir bei einem solchen Szenario nur mit Hilfe des Bundes und Partner überleben», so Epli. Es ist ein Spiel mit dem Feuer.

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