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Waffenhandelring mit Verbindungen in die Schweiz gesprengt

07.03.18, 13:36


Ermittlern ist ein Schlag gegen den internationalen illegalen Waffenhandel gelungen. Bereits im Dezember hatten die Schweizer Behörden in diesem Zusammenhang ein illegales Waffenarsenal im St. Gallischen Degersheim gefunden.

In Frankreich, Österreich und Deutschland sind der Polizei mehrere Waffenhändler ins Netz gegangen. Die Ermittler stellten bei Hausdurchsuchungen insgesamt mehr als 100 Langwaffen, fast 50 Revolver und Pistolen, mehr als 100 Stichwaffen, mehrere Tausend Schuss Munition und viel Bargeld sicher, wie die Behörden am Mittwoch im österreichischen Bregenz mitteilten.

Als Hauptverdächtige wurden in Deutschland ein 61-Jähriger und ein 37-Jähriger festgenommen. In Österreich sind die drei Hauptverdächtigen 35 bis 76 Jahre alt. Ein terroristischer Hintergrund wurde von den Ermittlern ausgeschlossen.

Hinweise aus Frankreich

Auf die Spur des Rings kam die Polizei nach eigenen Angaben dank Hinweisen französischer Kollegen aus Toulouse. Die dortige Gendarmerie hatte Erkenntnisse, wonach Handfeuerwaffen von Deutschland aus nach Toulouse geliefert werden sollten. Nach längerer Beobachtung und intensiver Kooperation der Behörden sei bereits am 9. November 2017 der Zugriff erfolgt.

In Deutschland wurden im Raum Ludwigsburg, Stuttgart und Nürnberg laut Polizei acht Wohnungen durchsucht. Dabei wurden elf Handfeuerwaffen, 1500 Schuss Munition und 100'000 Euro Bargeld sichergestellt.

In den österreichischen Bundesländern Vorarlberg und Niederösterreich fand die Polizei bei Hausdurchsuchungen 47 Faustfeuerwaffen, mehr als 100 Langwaffen und über 100 Stichwaffen, grosse Mengen Munition sowie 35'000 Euro Bargeld.

Im Verlauf der Ermittlungen fanden sich den Angaben zufolge keine Hinweise, dass die sichergestellten Waffen bei Straftaten eingesetzt worden sind.

Zahlreiche Waffen aus der Schweiz

Die meisten dieser Waffen stammten aus der Schweiz und Niederösterreich, wie die österreichische Landespolizei Vorarlberg am Mittwoch an einer Medienkonferenz bekanntgab. Sie bestätigte Verstrickungen mit dem im Dezember in der Schweiz verhafteten Waffenhändler aus Degersheim SG.

Nach Angaben der St. Galler Kantonspolizei hatte der 61-jährige Schweizer illegal Waffen nach Österreich verkauft. Bei einer Hausdurchsuchung am 20. Dezember vergangenen Jahres fanden die Beamten rund 280 Waffen, grosse Mengen Munition und 1.3 Millionen Franken Bargeld.

Darunter waren laut Polizei auch verbotene Waffen und Waffenbestandteile wie Maschinenpistolen, Schalldämpfer oder eine leere Handgranate ohne Zünder und Sprengstoff sowie viele bewilligungspflichtige Pistolen, Revolver und Gewehre.

Die St. Galler Polizei hatte seit Juli 2017 gegen den Waffenhändler ermittelt, nachdem die österreichischen Strafverfolgungsbehörden dem Mann auf die Spur gekommen waren. (sda/dpa)

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