Unvergessen
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epa03366309 Munich's Xherdan Shaqiri (L) and Philipp Lahm celebrate the victory over Regensburg after the DFB Cup first round soccer match SSV Jahn Regensburg vs FC Bayern Munich at the Jahnstadium, Regensburg, Germany, 20 August 2012...(ATTENTION: The DFB prohibits the utilisation and publication of sequential pictures on the internet and other online media during the match (including half-time)  EPA/Andreas Gebert

Xherdan Shaqiri hat gut lachen: Im zweiten Pflichtspiel für die Bayern legt der «Kraftwürfel» eine Gala hin. Bild: EPA

Unvergessen

Als Joker zum Matchwinner – Shaqiri trumpft im 2. Bayern-Pflichtspiel ganz gross auf

20. August 2012: Xherdan Shaqiri führt seine Bayern im zweiten Pflichtspiel-Einsatz als Joker zum Sieg. Beim 4:0 im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg trifft er per Freistoss und legt zwei weitere Tore auf. Danach sind alle aus dem Häuschen, nur der «Kraftwürfel» bewahrt die Ruhe.



Montagabend in Regensburg, die Bayern gastieren in der 1. Runde des DFB-Pokals beim damaligen Zweitligisten SSV Jahn. Bei Temperaturen um 35 Grad Celsius entwickelt sich ein Spiel, das dem deutschen Rekordmeister nicht gefallen kann. Die Angst vor der Blamage spielt mit. Das Starensemble von Jupp Heynckes tut sich enorm schwer gegen einen Gegner, der sich nur hinten reinstellt.

Franck Ribéry, Arjen Robben, Thomas Müller und wie sie alle heissen, laufen sich immer wieder im Abwehrriegel der Regensburger fest, die Bayern wirken uninspiriert. Dank eines Treffers von Neuzugang Mario Mandzukic in der 32. Minute führt der Favorit zwar standesgemäss, aber etwas schmeichelhaft mit 1:0.

REGENSBURG, GERMANY - AUGUST 20:  Xherdan Shaqiri of Bayern Muenchen kicks the ball during the DFB Cup first round match between Jahn Regensburg and Bayern Muenchen on August 20, 2012 in Regensburg, Germany.  (Photo by Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images)

Xherdan Shaqiris DFB-Pokal-Debüt für die Bayern verläuft traumhaft. Bild: Bongarts

Zur Pause bringt Heynckes dann den zweiten Neueinkauf. Und dieser Wechsel sollte sich als Glücksgriff herausstellen. Für den leicht fiebrigen Ribéry kommt Xherdan Shaqiri ins Spiel, der für 12 Millionen Euro vom FC Basel zum deutschen Rekordmeister wechselte.

Vielerorts wurde der Schweizer Nati-Star für diesen Transfer belächelt. Er sei ja schon ein grosses Talent, aber gleich zum FC Bayern ... Dort sei er gegen die starke Konkurrenz im Mittelfeld mit Robben, Ribéry Müller, Schweinsteiger, Kroos und dem bald erwarteten Javi Martinez ja eh chancenlos, so der Tenor bei den meisten Schweizer Fussball-Fans.

Doch Shaqiri, der bereits in der Vorbereitung stark gespielt hatte, im DFB-Supercup aber dennoch nur vier Minuten ran durfte, zeigt bei seinem zweiten Pflichtspieleinsatz, wozu er fähig ist. Kaum 15 Minuten auf dem Feld überzeugt er Robben und Kroos, ihn die Wiederholung eines Freistosses treten zu lassen. Mit Erfolg: Der damals 20-Jährige nimmt zwei, drei Schritte Anlauf und schlenzt den Ball herrlich über die Mauer zum 2:0 ins Netz.

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Der sitzt: Shaqiri trifft zum 2:0 für die Bayern. Video: YouTube/Xherdan Shaqiri

Nach seinem ersten Pflichtspiel-Treffer ist Shaqiri nicht mehr zu bremsen. Der 1,69 Meter grosse «Kraftwürfel» wirbelt die Abwehr von Jahn Regensburg immer wieder gehörig durcheinander. Nahezu jeder Angriff in der zweiten Halbzeit läuft über ihn. So auch in der 80. Minute, als er Mandzukic mit einem perfekten Pass in die Tiefe lanciert und dieser nach Umkurven des Torhüters nur noch einzuschieben braucht.

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Vor dem 3:0: Shaqiri liefert den tödlichen Pass auf Mandzukic. gif: youtube/James bath

Drei Minuten vor dem Ende legt Shaqiri nach einem Doppelpass mit Luiz Gustavo auch noch das 4:0 durch Rückkehrer Claudio Pizarros auf und macht sich so endgültig zum Mann des Spiels.

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Auch den Schlusspunkt bereitet Shaqiri vor. gif: youtube/james bath

Die Bayern-Bosse halten sich mit Lob für Shaqiri dennoch zurück. «Wenn ein Spieler eingewechselt wird, dann hofft man, dass er etwas bewegt und das Spiel belebt – das hat er heute getan», erklärt Sportvorstand Matthias Sammer nüchtern. Trainer Heynckes lobt immerhin: «Mit der Einwechslung von Shaqiri haben wir in der zweiten Halbzeit viel besser gespielt. Er ist ein riesiges Talent. Er hat alles, was ein Fussballer braucht.»

«Jeder hat gesehen, dass ich nicht nur der kleine Schweizer bin, sondern der Mannschaft helfen kann.»

Xherdan Shaqiri

Alle sind begeistert – vorerst

Begeistert ist auch TV-Experte Mehmet Scholl: «Jeder weiss, wie Ribéry spielt. Jeder weiss, wie Robben spielt. Aber mit Shaqiri haben sie eine neue Komponente im Spiel. Er macht die Bayern variabler», so der einstige Spielmacher. Auch in den Zeitungen ist der Nati-Star am Tag danach natürlich das grosse Thema. «Shaqiri wuselt sich ins Rampenlicht» titelt der «Kicker», «Staunen über den kleinen Schweizer» die «Süddeutsche».

epa03366370 Munich's payers congatulate Xherdan Shaqiri (2-L) after he scored against Regensburg during the DFB Cup first round soccer match SSV Jahn Regensburg vs FC Bayern Munich at the Jahnstadium, Regensburg, Germany, 20 August 2012...(ATTENTION: The DFB prohibits the utilisation and publication of sequential pictures on the internet and other online media during the match (including half-time)  EPA/ANDREAS GEBERT

Mittendrin statt nur dabei: Das gilt für den Rest der Saison leider nicht mehr. Bild: EPA

Und was sagt Shaqiri selbst? «Ich glaube, jeder hat gesehen, dass ich nicht nur der kleine Schweizer bin, sondern der Mannschaft helfen kann», erklärt er selbstbewusst. Auf die Frage, ob er nun einen Stammplatz fordere, gibt er sich aber diplomatisch: «Ich will nicht, dass in der Mannschaft Krieg ist. Ich will, dass wir füreinander spielen dieses Jahr, nur so können wir Erfolg haben. Man sieht aber jetzt schon auf dem Platz, dass wir Spass haben. Und das ist das Wichtigste.»

Mit Guardiola kommt das Ende

Und Spass hat Shaqiri in seiner ersten Saison mit den Bayern. Zwar kommt er unter Heynckes nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus, immerhin spielt er in seiner ersten Bayern-Saison aber in 39 von insgesamt 54 Pflichtspielen und leistet mit acht Toren und 13 Assists auch seinen Beitrag zum historischen Triple-Gewinn.

Bayern head coach Pep Guardiola of Spain, right, speaks to Bayern's Xherdan Shaqiri of Switzerland during the German Bundesliga soccer match between VfL Wolfsburg and Bayern Munich in Wolfsburg, Germany, Saturday, March 8, 2014. (AP Photo/Gero Breloer) 

Irgendwie hat Shaqiri die taktischen Finessen von Pep Guardiola nicht ganz verstanden. Er wird vom Spanier abgeschoben. Bild: Gero Breloer/AP/KEYSTONE

Doch dann übernimmt Pep Guardiola bei den Bayern und unter ihm beginnt für Shaqiri eine lange Leidenszeit. Erst wird der an Inter Mailand ausgeliehen und dann von den Italienern übernommen. Trotzdem kann sich der Kraftwürfel in Italien nicht durchsetzen. Nach einem halben Jahr wechselt er im August 2015 zu Stoke City. Erst seit letztem Sommer – nach dem Abstieg Stokes im Frühling 2018 wechselte Shaqiri zu Liverpool – ist er auf die grosse Bühne des Weltfussballs zurückgekehrt.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jason848 20.08.2019 23:11
    Highlight Highlight Obwohl Jellyshoot recht hat das es im Fussballjahr 2012 bessere Momente gab, man kann für einmal ruhig den Neid und Hass gegen Shaqiri beiseite schieben und einfach sich eingestehen, das er als Fussballer damals und heute noch was taugt. Was wäre wenn Guardiola nie zu Bayern gegangen wäre? Wir werden es leider nie wissen :-)
  • jellyshoot 20.08.2019 06:18
    Highlight Highlight unvergessen?
    sorry, aber das interessiert an der saison 2012 ja nun gar niemand mehr
    • Pigeldi 20.08.2019 09:14
      Highlight Highlight Wow, Jahn Rebensberg. Ein echter Gradmesser.
    • hopplaschorsch12 20.08.2019 09:20
      Highlight Highlight doch, mich!

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