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33. Filmfestival in Freiburg mit chinesischer Komödie eröffnet



Ein kleines-feines Festival auf grosser Reise: Das Internationale Filmfestival Freiburg (FIFF) richtet seinen Blick auf entlegene Ecken der Welt. Eine chinesische Komödie hat am (heutigen) Freitagabend die 33. Ausgabe eröffnet.

«How Long Will I Love U» heisst der Film von Su Lun, der am Freitag in den Arena-Kinos den filmischen Auftakt bildet. Die Komödie, die in Freiburg Europa-Premiere feiert, spielt mit verschiedenen Zeitebenen: Ein Mann und eine Frau erwachen eines Morgens im selben Bett - er stammt aus dem Jahr 1999, sie aus dem Jahr 2018.

Der künstlerische Direktor Thierry Jobin, der das FIFF mit Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti eröffnete, betonte in seiner Rede den Charakter des Festivals, das im Vergleich zu jenen in Locarno oder Zürich kleiner ausfällt: Das FIFF biete dem Publikum Entdeckungen, «Filme, die ohne Kalkül, aus dem Bauch heraus und mit Herz und nicht unbedingt mit dem Kopf ausgewählt worden sind».

«Die Filme halten uns einen Spiegel vor, der alles enthüllt: unsere kleinen Vorurteile, unseren täglichen Rassismus, unsere kleinen Heucheleien», so Jobin weiter. Insgesamt zeigt das Festival 105 Filme aus 58 verschiedenen Ländern.

Einsamer Kampf

Herzstück des Festivals bildet der internationale Wettbewerb, um dessen Hauptpreis 12 Langfilme aus den verschiedensten Ländern konkurrieren. Dotiert ist die Auszeichnung mit 30'000 Franken.

Zu den Kandidaten gehört beispielsweise der afghanische Dokumentarfilm «A Thousand Girls Like Me» von Sahra Mani. Die Regisseurin porträtiert eine junge Frau, die im patriarchalen Afghanistan ihren Vater vor Gericht zu bringen versucht, weil er sie jahrelang missbraucht hat. Der Film verbinde «als künstlerisches Porträt wie selten zuvor Mut und Feminismus», schreiben die Festivalmacher im Programm.

Nicht minder dramatisch ist der chilenische Spielfilm «Enigma» von Ignacio Juricic Merillán: Nancy hat vor acht Jahren ihre Tochter bei einem homophoben Übergriff verloren. Nun versucht die Mutter mehr über den Vorfall und damit auch ihre Tochter herauszufinden.

Filme aus Südkorea und der Karibik

Neben dem Internationalen Wettbewerb wartet die 33. Ausgabe einmal mehr mit Parallelsektionen auf. Für «Entschlüsselt» etwa haben Schauspielerinnen unter dem Titel «Eine schwarze Frau zu sein, ist nicht mein Beruf» Filme ausgewählt, die rassistische Klischees anprangern. Gezeigt wird auch der im letzten Jahr Oscar-prämierte Horrorfilm «Get Out» von Jordan Peele.

Einen vertieften Blick wirft das Festival auf den südkoreanischen Film. Die in der Schweiz und New York lebende Autorin Elisa Shua Dusapin zeigt in «Diaspora» Filme aus ihrer Heimat Südkorea.

Ihr Landsmann, Regisseur Bong Joon-Ho, sollte ebenfalls eine «Carte Blanche» erhalten, doch weil sich die Postproduktion seines neuen Films verzögert, musste er seine Teilnahme am FIFF erst vor wenigen Tagen absagen. Zu entdecken gibt es auch das karibische Kino: In der Sektion «Territorium» zeigt das Festival Filme aus Haiti, der Dominikanischen Republik und Puerto Rico.

Das 33. FIFF endet am Samstag, 23. März, mit der Vergabe der Preise und dem Abschlussfilm «Meet Me in St. Gallen», wie schon der Eröffnungsfilm eine romantische Komödie. (sda)

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