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This photo shows a television screen displaying the French user interface of US online streaming giant Netflix, on September 15, 2014 in Paris. US online streaming giant Netflix will launch the second phase of its European expansion plan on September 15 as it sets about seducing French viewers with a

Mit Streaming-Diensten wie Netflix und My Prime von UPC Cablecom können Filme und Serien auf dem TV, PC, Tablet oder Smartphone geschaut werden. In diesen Tagen kommt Netflix in die Schweiz. Bild: AFP

Netflix kommt zu uns

Die Zukunft des Fernsehens wird von Internetkonzernen erfunden und erreicht jetzt die Schweiz

Netflix und Amazon greifen nach der Macht in der TV-Industrie. Sie vermessen den Zuschauer – und manipulieren seine Sehgewohnheiten. Ein Besuch bei den Pionieren des Internetfernsehens. 

Stefan Schultz, Los Angeles / spiegel online

Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Tag, an dem er den Glauben an das Fernsehen verlor, liegt jetzt fast zehn Jahre zurück. Seit Generationen war die Familie von Roy Price im TV-Geschäft. Sein Grossvater Roy Huggins war eine Branchenlegende, sein Vater einst Fernsehchef von Universal. Price selbst entwickelte zunächst Serien für Disney, «Hercules», «Micky's Clubhouse», solche Dinge. Doch dann, an jenem Tag vor zehn Jahren, kamen ihm Zweifel

Nach Hause kommen, den Fernseher anschalten und mitten in einer Sendung sein, die man nicht mag – das wird bald niemand mehr wollen. Er glaubte, das Internet würde die Art, wie wir fernsehen, völlig verändern. Also kündigte er und ging zu einem Internetkonzern. 

Es war das Jahr 2005. Über einer Pizzeria im kalifornischen San Mateo startete eine Videoplattform namens YouTube. Und Price wurde TV-Manager bei Amazon. Bald konnten Kunden Filme und Serien auf der Website des Onlineversandhauses sehen, und Computer begannen mit der Vermessung der Zuschauer. 

«Der Fernseher wird bald wissen, in welcher Stimmung ich bin.»

Amazon-Manager Roy Price

NEW YORK, NY - MAY 13:  Roy Price attends WIRED BizCon 2014  on May 13, 2014 in New York City.  (Photo by Craig Barritt/Getty Images for  WIRED)

Roy Price macht mit Amazons Streaming-Dienst Amazon Prime den TV-Stationen Konkurrenz. Bild: Getty Images North America

Die Nutzerzahlen kletterten, weitere Internetfirmen stiegen ins Geschäft mit den Onlinevideos ein, und Price wurde TV-Boss von Amazon. Heute verfügt er über Hunderte Millionen Euro, gibt Serienproduktionen für Amazon in Auftrag und predigt, wo er kann, die TV-Revolution: «Der Fernseher wird bald wissen, in welcher Stimmung ich bin», sagt Price. «Wenn ich nach Hause komme, wird er dazu passende Shows vorschlagen.» Die vergangenen zehn Jahre – sie waren, wenn man Price so reden hört, nur der Anfang. 

Es wird viel über den Tod der grossen Zeitungsverlage diskutiert. Beim Fernsehen sind die Prognosen optimistischer. Analysten erwarten, dass die TV-Werbeeinnahmen noch bis 2018 steigen. So schlecht könne es der Branche also nicht gehen, folgern TV-Manager daraus. Sie könnten sich ebenso irren wie einst die Verlagsmanager. Auch diese wollten lange nicht wahrhaben, dass ihr zentrales Geschäftsmodell überflüssig wird. 

Die TV-Sender profitieren vor allem davon, dass die Menschen immer älter werden und im hohen Alter besonders viel fernsehen. Jüngere Zuschauer indes wenden sich langsam vom traditionellen TV-Programm ab. 

Bild

Die TV-Nutzung nimmt in Deutschland seit 2011 ab (Grafik). Auch Schweizer schauen weniger TV und mehr Videos, Serien und Filme im Internet. (Smartphone-Nutzer klicken auf die Grafik und die Lupe, um sie zu vergrössern.) grafik: AGF, gfk, tv scoope, media control



Internetkonzerne machen TV-Sendern Dampf

Die Sehgewohnheiten verändern sich grundlegend, Internetkonzerne können die Bedürfnisse der Zuschauer inzwischen oft besser bedienen als die klassischen TV-Sender. Regisseure, Schauspieler und TV-Manager laufen zu ihnen über, Investoren und Werbekunden schichten ihr Geld um. Die TV-Sender haben keine gute Strategie, um darauf zu reagieren. Sie drohen den Anschluss gegenüber der aggressiven, schnell wachsenden Internetkonkurrenz zu verlieren. Und damit die Hoheit über das Leitmedium Fernsehen. 

Wie grundlegend sich die TV-Branche wandelt, ist vor allem an einem Ort zu beobachten: in Los Angeles, der Stadt, in der in den Fünfzigern die TV-Industrie erblühte und in der sie sich nun, rund 60 Jahre später, neu erfindet. 

In Hollywood bucht inzwischen Amazon grosse Filmstudios. YouTube betreibt im Westen der Stadt gar ein eigenes. Die Surferparadiese Venice und Santa Monica werden inzwischen «Silicon Beach» genannt, weil dort Hunderte Start-ups vom Boom der Onlinevideos zu profitieren versuchen. 

Netflix startet in der Schweiz

Mit Netflix können Film- und Serienjunkies für eine monatliche Gebühr unbegrenzt Serien und Filme schauen – per App auf dem Fernseher, Tablet und Smartphone oder im Webbrowser auf PC und Mac. Unterstützt werden nahezu alle Geräte wie Nintendo Wii, PlayStation, Xbox, Chromecast oder Apple TV. Netflix dürfte bis spätestens am Donnerstag in der Schweiz verfügbar sein. Der Probemonat ist gratis.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie zum Netflix-Start in der Schweiz

Einleitung: Die Zukunft des Fernsehens wird von Internetkonzernen wie Netflix erfunden

Teil 1: Für die traditionellen TV-Sender ist Netflix die Kernschmelze 

Teil 2: YouTube betreibt nun eigene TV-Studios 

Teil 3: Hobbyköche in HD (17.9)

Teil 4: Fear and Loathing in Hollywood (18.9)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gleis3Kasten9 16.09.2014 18:12
    Highlight Highlight Glücklicherweise kann man den US-Netflix-Account tatsächlich auch "international" nutzen, Netflix denkt einfach man sei "auf Reisen". Falls wir die selben Inhalte wie Deutschland erhalten heisst das z. B. folgende Serien mehrsprachig, also Original und Deutsch: Breaking Bad (alles), Sons of Anarchy (S1 bis S3), Family Guy (S5 bis S9), Modern Family (S1 bis S3) usw. Ich bin bisher sehr positiv überrascht, da werden Cablecom und Co brutal Gas geben müssen um mitzuziehen. Klar kommt das Angebot nicht ans Original ran - aber die Auswahl pulverisiert jegliche Konkurrenz.
  • Der Tom 16.09.2014 15:01
    Highlight Highlight Hoffentlich wird das Angebot einigermassen gut damit ich die Horizon Box aus dem Fenster schmeissen kann. PRO7, 3+ und die ganzen anderen Werbekanäle können ohne mich weiter nerven. Das mit den steigenden Einnamen für Werbung ist eine extreme Fehleinschätzung! Die Menschheit ist Werbungsmüde....
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 16.09.2014 14:39
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