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Bei der Vorstellung des neuen FCB-Trainers Patrick Rahmen ging es natürlich auch um den Machtkampf an der Spitze des Klubs. bild: screenshot

FCB-Trainer Patrick Rahmen: «Ich habe Ciri angerufen, aber er hat nicht abgenommen»



Der FC Basel hat eine turbulente Zeit hinter sich. Der Machtkampf zwischen Präsident Bernhard Burgener und Mitbesitzer David Degen hat sich in den letzten Wochen zugespitzt und muss nun vor Gericht geklärt werden. Sportlich ging die Talfahrt weiter, worauf Trainer Ciriaco Sforza entlassen wurde.

Vor dem Spiel gegen den FC Luzern von morgen Samstag haben sich CEO Roland Heri und Interimstrainer Patrick Rahmen erstmals wieder ausführlich über die aktuelle Lage im Klub geäussert. Hier ihre wichtigsten Aussagen:

FCB-CEO Roland Heri ...

... über die Sforza-Entlassung:

«Die Sportkommission ist zu dem Schluss gekommen, dass noch mal ein frischer Wind in die Mannschaft kommen muss. Wir haben uns entschieden, uns von Ciriaco Sforza zu trennen. Ich möchte mich bei ihm bedanken. Ich bin überzeugt, dass wir mit Patrick Rahmen eine sehr gute Lösung gefunden haben. Es geht jetzt darum, nicht weiter abzusinken.»

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FCB-CEO Roland Heri erklärt die Sforza-Entlassung etwas genauer. bild: screenshot

... das Gespräch mit Sforza:

«Das Resultat gegen Winterthur hat uns erschüttert. Aber wir wollen nicht jedem Aufruhr stattgeben. Aber gegen Vaduz haben wir ein Spiel erlebt und da haben wir uns gesagt: Das ist ein Spiel, das du nicht verlieren darfst. Darum haben wir am Dienstag das Gespräch mit ihm gesucht. Das ist nie etwas Lustiges, das tut einem weh. Das ist kein schöner Moment und ich nehme auch nicht an, dass es ihm gut ging im Anschluss. Aber danach waren wir uns gemeinsam mit Bernhard Burgener schnell einig, dass Patrick Rahmen unsere Interimslösung ist.»

... wie lange Rahmen bleiben darf:

«Jetzt haben wir mal drüber geredet, wie wir die letzten Runden in Angriff nehmen. Und über alles andere werden wir diskutieren. Und selbstverständlich stehen wir täglich mit dem Trainer und seinem Team in Austausch.»

... ob bald wieder ein Sportchef kommt:

«Es ist ganz klar, dass wir unsere Schlüsse ziehen. Ich glaube nicht, dass die Mannschaft nicht so performt, weil wir keinen Sportchef haben. Und natürlich waren wir sehr überzeugt von seinem Auftreten und seiner Spielidee. Und bis zum letzten Spiel haben wir ihm vertraut und an ihn geglaubt. Nicht, weil wir denkfaul wären, sondern weil wir überzeugt waren, dass er zum Beispiel die jungen Spieler entwickelt. Es ist nicht so, dass wir nach zwei verlorenen Spielen entschieden haben.»

... ob der Machtkampf Burgener/Degen stört:

«Wir sind in der täglichen Arbeit nicht blockiert. Die Auseinandersetzung geht vor Gericht, das ist sicher nicht gut für den Club und für Basel. Ich hoffe, dass wir das korrigieren und zusammen vorwärts schauen. Wir bewegen uns ganz natürlich und normal. Natürlich wird Patrick Rahmen ab jetzt eingebunden, wenn es um unsere Spieler und ihre Situation im Sommer geht. Aber ja, wir müssen das umgehend in Angriff nehmen.
[...]
Klar, das wäre gelogen, wenn ich sage, dass uns die Menschen nicht damit konfrontieren. Wir werden gefragt, mit wem geredet werden soll. Aber ich sage es gerne nochmal: Wir spüren die Mitarbeitenden die ungewisse Situation und die Streitereien auf der Holding-Ebene. Aber wir sind auf der operativen Ebene nicht eingeschränkt. Agenten, Sponsoren und Geschäftspartnern können wir genau das Gleiche sagen.»

FCB-Trainer Patrick Rahmen:

... über seinen neuen Job:

«Hier sind riesige Emotionen, extrem viele Leute interessieren sich für den Klub. Ich sehe das jetzt als grosse Herausforderung. Ich konnte meine Erfahrungen sammeln und bin überzeugt, dass wir das in die richtige Richtung kriegen.»

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Patrick Rahmen soll den FCB wieder nach oben führen. bild: screenshot

... was jetzt passieren muss:

«Wir haben in den letzten zehn Spielen nur ein Mal gewonnen, das ist so. Wir müssen jetzt punkten. Ich kann nicht denken, dass ich komme und mal ein bisschen schaue. Wir haben Druck, das ist beim FCB immer so. Und ich freue mich extrem, dass ich jetzt als Basler in dieser Situation mithelfen kann.»

... was er konkret ändern will:

«Klar ist, dass die Intensität im Training erhöht werden muss. Das Team muss spüren, dass mehr gemacht werden muss. Ich sehe da Handlungsbedarf. Wir müssen, wie man so schön sagt, den Finger rausnehmen. Aber es gibt auch andere Faktoren, von denen ich jetzt, vor dem Spiel, nicht zu viel verraten will.
[...]
Neuanfang würde ich es nicht nennen. Wir wollen Impulse setzen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft genug erfahrene Spieler hat, um mit der Situation umzugehen. Auch wenn sie aktuell natürlich keine breite Brust haben.»

... zur Captain-Frage:

«Das bleibt Valentin Stocker bis zum Ende der Saison, Fabian Frei und Pajtim Kasami sind seine Vertreter. Aber ich habe die Erwartung, dass alle am gleichen Strick ziehen. Ich glaube, jeder hat verstanden, dass es nur zusammen geht.»

... über das Verhältnis zu Sforza:

«Ich habe versucht, Ciriaco anzurufen, aber er hat nicht abgenommen, was ich voll verstehe. Mit Ciri habe ich aber nach wie vor ein gutes Verhältnis. Ich sehe mich auch in der Verantwortung für das, was in den letzten Monaten passiert ist, ich will mich da gar nicht rausstehlen.»

... über die Zusammenarbeit mit Sforza:

«Ciri war der Entscheidungsträger, aber er hat uns als Team immer miteinbezogen. Wir hatten eine gute Zusammenarbeit. Wenn er mich gefragt hat, habe ich ihm meine Meinung gesagt. Darum sehe ich mich auch in der Verantwortung für das, was in den letzten Spielen passiert ist. Jetzt müssen wir an ein paar Schrauben drehen, damit es wieder in eine andere Richtung geht.»

... ob Marco Streller ihm grauliert hat:

«Ja, er hat mir gratuliert. So eine SMS-Flut habe ich noch nie erlebt. Da waren ein paar spezielle Meldungen dabei.»

... über den nächsten Gegner Luzern:

«Klar, mein Vater war sechs oder sieben Jahre beim FC Luzern, ich habe da sehr viel mitbekommen. Das war sehr prägend. Und auch meine Zeit mit Markus Babbel war speziell, das ist eine gewisse Herzensangelegenheit. Aber klar ist auch: Mein Herzensverein ist jetzt der FCB.»

(pre)

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Die turbulente FCB-Zeit unter Präsident Burgener

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Die turbulente FCB-Zeit unter Präsident Burgener
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