Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Venezuela's President Nicolas Maduro speaks during a national broadcast at Miraflores Palace in Caracas, February 16, 2014. Maduro said on Sunday he had ordered the expulsion of three U.S. consular officials who he said had been conspiring against his government. Maduro did not identify the officials, but he said the Venezuelan foreign minister would give more details later.

«Raus aus Venezuela»: Maduro droht TV-Sendern. Bild: X80001

medienzensur geht weiter

Venezuelas Staatschef droht CNN mit Abschaltung im Kabelnetz

Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro hat dem US-Sender CNN mit der Abschaltung im Kabelnetz des Landes gedroht, sollte der Nachrichtenkanal seine aktuelle Berichterstattung über Venezuela nicht ändern. Er wirft CNN Propaganda vor.

20.02.14, 22:01 21.02.14, 03:50

CNN habe ein 24-stündiges «Kriegsprogramm» und wolle der Welt zeigen, dass in Venezuela Bürgerkrieg herrsche, sagte Maduro. Ziel sei es, einen Eingriff der «Gringo-Armee» - damit meint Maduro die US-Armee - in Venezuela zu provozieren.

«Genug der Kriegspropaganda. Wenn die CNN sich nicht korrigieren, dann raus aus Venezuela.»

Staatschef Nicolás Maduro

Er habe Informationsministerin Delcy Rodríguez gebeten, CNN über die Einleitung eines entsprechenden Verfahrens zu informieren. «Genug der Kriegspropaganda. Wenn sie (CNN) sich nicht korrigieren, dann raus aus Venezuela», sagte Maduro am Donnerstag in Caracas. Den «Faschisten von CNN» versicherte er, dass er noch viele Jahre an der Regierung sein werde.

Voriges Wochenende hatten die Behörden den kolumbianischen Sender NTN24 wegen «manipulativer» Berichte über die Proteste aus dem Kabelnetz entfernen lassen.

Erneute Zusammenstösse

In der Hauptstadt Caracas kam es am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag erneut zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizei sowie paramilitärischen Gruppen regierungstreuer Anhänger. Mehrere Menschen wurden durch Schüsse verletzt. 

Regierung und Opposition gaben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation. Eine Aufforderung der USA zum Dialog wies Caracas als «grobe Einmischung» in innere Angelegenheiten zurück.

Polizeieinheiten waren auch am Mittwoch wieder mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen. Einige Strassen der Hauptstadt waren auch am Donnerstag durch brennende Barrikaden blockiert. 

Opposition leader Henrique Capriles speaks during a news conference at his office in Caracas, Venezuela, Thursday, Feb. 20, 2014. The opposition is planning marches across the country on Saturday to protest the jailing of opposition leader Leopoldo Lopez, which has made him a cause celebre among opponents of President Maduro. Capriles, the opposition's two-time presidential candidate is now being eclipsed by Lopez as leader of the opposition. (AP Photo/Alejandro Cegarra)

Oppositionsführer Henrique Capriles. Bild: AP

Seit dem 12. Februar kamen nach Medienangaben mindestens sechs Menschen bei den Unruhen ums Leben, fünf von ihnen starben durch Schüsse. Unter den Opfern sind zwei Anhänger der Regierung und vier Demonstranten. 

Venezuela's opposition leader Leopoldo Lopez (C), wanted on charges of fomenting deadly violence, walks through a demonstration of his supporters opposed to the government of Nicolas Maduro in Caracas February 18, 2014. Lopez, a 42-year-old U.S.-educated economist who has spearheaded a recent wave of protests in Venezuela, handed himself over to security forces on Tuesday, Reuters witnesses said.  REUTERS/Carlos Garcia Rawlins (VENEZUELA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CRIME LAW TPX IMAGES OF THE DAY)

Leopoldo López stellte sich den Behörden. Bild: X02433

Angeheizt wurde die Stimmung durch die Nachricht, dass der oppositionelle Politiker Leopoldo López für zunächst 45 Tage in Haft bleiben soll. Während dieser Zeit soll geprüft werden, ob und wie er an der Organisation der Proteste beteiligt war.

Die Behörden werfen ihm Anstiftung zur Gewalt vor. Die Anklage wegen Terrorismus und Mord wurden dagegen fallen gelassen. Dennoch droht López im Falle eines Schuldspruchs eine mehrjährige Haftstrafe. Er hatte sich am Dienstag freiwillig der Polizei gestellt. 

Der linke Staatschef Staatschef Nicolás Maduro schlug angesichts der andauernden Proteste erneut harte Töne an. «Wir stehen vor einem sich weiter entfesselnden Staatsstreich gegen Venezuela. Der Chef des Faschismus ist schon gefangen, und ich werde das mit allen Faschisten machen, wo immer sie sein mögen», sagte Maduro mit Blick auf López. 

Demonstrators throw rocks to the National Bolivarian Police (BNP) during a protest in Caracas, Venezuela, Wednesday, Feb. 19, 2014. Venezuelan security forces backed by water tanks and tear gas dispersed groups of anti-government demonstrators who tried to block Caracas' main highway Wednesday evening. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Bild: AP

Die Regierung zeigte Videos, auf denen teils vermummte Demonstranten Gebäude und Barrikaden in Brand setzen und Polizisten mit Steinen bewerfen. Die Opposition beschuldigte dagegen Regierungsanhänger, mit schweren Waffen auf Demonstranten zu feuern. Für Samstag rief das Oppositionsbündnis MUD zu einem Protestmarsch auf. 

A demonstrator stands next to a burning barricade during an opposition protest outside La Carlota airport in Caracas, Venezuela, Tuesday, Feb. 18, 2014. Members of the opposition are protesting after their leader Leopoldo Lopez surrendered to authorities Tuesday. Lopez was being sought by authorities for allegedly inciting violence during protests last week in which three people were killed as government forces clashed with protesters. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Bild: AP

Die Studentenproteste richten sich vor allem gegen die mangelnde Sicherheitslage in Venezuela, das über eine der weltweit höchsten Mordraten verfügt. Zudem leidet das ölreiche Land unter einer drastischen Wirtschaftskrise, für die die Regierung Spekulanten und die rechte Opposition verantwortlich macht. 2013 verzeichnete Venezuela eine Inflationsrate von über 55 Prozent.

(kad/aeg/sda)

epa04086586 Thousands of demonstrators participate in a protest summoned by Venezuelan Opposition leader Leopoldo Lopez before he was taken into custody by Venezuelan National Guard (GNB, military police), in Caracas, Venezuela, 18 February 2014. Lopez, against whom was released an arrest warrant for the incidents last Wednesday following a march that killed three people, was taken by the GNB between hundreds of supporters. On the poster it reads

Bild: EPA



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 22.02.2014 10:23
    Highlight Die Menschen in Venezuela demonstrieren friedlich gegen die Regierung. Das ist auch in Venezuela ein geschütztes Recht. Die Regierung schickt ihre Schlägertrupps und Polizei, die willkürlich die Demonstranten angreifen. Alle unabhängigen Medien sind geschlossen worden und die ausländischen Sender werden blockiert.
    Ein schönes Land wird vollständig zerstört.
    Die Venezolaner drücken das so aus: "No todas en Venezuela es cara, una vida cuesta nada". ( Nicht alles in Venezuela ist teuer, ein Leben kostet nichts! )
    0 0 Melden

Die Liebeserklärung an Kim Jong Un und 4 andere Trump-Momente, die du verpasst hast

Die letzten paar Tage waren voller ungeskripteter Trump-Momente. In einem beleidigt der US-Präsident eine ABC-News-Reporterin. In einem anderen behauptete er, in den Diktator Nordkoreas verliebt zu sein. Wie bitte? 

Artikel lesen