Bäumle wird interimistischer Green-Cross-International-Präsident

28.02.17, 10:52

Der Vorstand von Green Cross International hat GLP-Nationalrat Martin Bäumle interimistisch zum Präsidenten der Organisation gewählt. Ob damit Ruhe in die gebeutelte Umweltschutzorganisation einkehrt, ist unklar.

Wie vergangene Woche publik wurde, warf Green Cross International (GCI) seiner Schweizer Sektion unter der Führung von Bäumle vor, vorgesehene Zahlungen an GCI bewusst zurück zu halten, um die internationale Organisation zu übernehmen. Dies führe GCI an den Rand der Insolvenz, hiess es auf der Webseite.

Der Streit ging so weit, dass Gründungspräsident Michail Gorbatschow aus Protest zurück trat. Und auch sein Nachfolger, Jean-Jacques Cousteau, warf das Handtuch. Am Dienstag hat auch der Vizepräsident und der ehemalige Genfer Stadtpräsident Pierre Muller seinen Rücktritt per Ende Mai eingereicht, wie er der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage sagte.

Die Mitteilung von GCI mit den Vorwürfen an Bäumle und Green Cross Schweiz ist über das Wochenende von der Website von GCI verschwunden. Ersichtlich ist nur noch ein kurzes Statement von Gorbatschow zu seinem Rücktritt.

Finanzielle Sanierung

Green Cross Schweiz teilte am Dienstag schliesslich mit, dass die Vorstandsmitglieder von Green Cross International Bäumle interimistisch zum Vorsitzenden gewählt hätten, bis zur Generalversammlung im Herbst 2017.

Unter seiner Leitung soll eine Task-Force die finanzielle Sanierung in Angriff nehmen und die Generalversammlung vorbereiten. Gemäss der Mitteilung beträgt das Organisationskapital von GCI minus 1.7 Millionen Franken.

«Aufgrund der misslichen Finanzlage hat der GCI-Vorstand beschlossen, das Geschäftsgebaren der bisherigen Finanzverantwortlichen von GCI einer genauen Prüfung zu unterziehen», heisst es weiter. Es könne nicht ausgeschlossen werden, «dass Gelder aus zweckbestimmten Fonds für die Deckung der Administrationskosten von GCI verwendet wurden».

Bäumle will die administrativen Kosten senken und bei den Büro- und Personalkosten anfangen. Dafür seien auch Entlassungen notwendig, heisst es in der Mitteilung. Die Überschuldung soll bis 2018 abgebaut werden. Ab 2019 sollen wieder zusätzliche Projekte von nationalen Green-Cross-Organisationen unterstützt werden können. (sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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