Astronomie
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FILE - In this Feb. 15, 2013 file photo provided by Chelyabinsk.ru, shows a meteorite contrail over the Ural Mountains' city of Chelyabinsk, about 930 miles east of Moscow, Russia. After a surprise meteor hit Earth at 42,000 mph and exploded over a Russian city in February, smashing windows and causing minor injuries, scientists studying the aftermath say the threat of space rocks hurtling toward our planet is bigger than they had thought. Meteors like the one that exploded over Chelyabinsk _ and those that are even bigger and more dangerous _ are probably four to five times more likely to hit Earth than scientists thought before the February mid-air explosion, according to three studies released Wednesday in the journals Nature and Science.  (AP Photo/Chelyabinsk.ru, Yekaterina Pustynnikova, File)

Eine der grössten dokumentierten kosmischen Attacken der jüngeren Geschichte: Der Meteor von Tscheljabinsk ging im Februar 2013 nieder.  Bild: AP Chelyabinsk.ru

Was passiert bei einem Meteoriteneinschlag?

Am Sonntagabend ist vermutlich ein Meteor über der Schweiz verglüht. Wenn solche Brocken in die Erdatmosphäre eindringen, spielt sich Spektakuläres ab. 



Zahlreiche Augenzeugen berichteten am Abend des 15. März von einem Licht, das sie über den Himmel ziehen sahen. Manche vernahmen auch einen lauten Knall. Beide Wahrnehmungen weisen auf einen Meteoriteneinschlag hin. 

Meteore sind Himmelskörper, die aus dem Weltall in die Erdatmosphäre eintauchen. Vom Boden aus ist dann eine helle Leuchterscheinung zu beobachten, die man «Meteor» nennt – oder auch «Sternschnuppe», wenn es nur ein kleines Objekt ist. Die Anfangshöhe dieser Leuchterscheinungen liegt gewöhnlich zwischen 10 und 330 Kilometer über der Erdoberfläche, die Endhöhe bei 130 bis wenige Kilometer über dem Erdboden.

Meteor oder Meteorit?

Solange die Himmelskörper, die kleiner als Asteroiden, aber grösser als Moleküle sind, sich noch im interplanetaren Raum ausserhalb der Erdatmosphäre befinden, nennt man sie «Meteoroiden». Dringen sie in die Erdatmosphäre ein, nennt man die dabei auftretende Leuchterscheinung «Meteor». Sind sie heller als die Venus, werden sie auch «Feuerkugeln» genannt, noch hellere heissen auch «Boliden». Erreicht tatsächlich ein Teil des Körpers die Erdoberfläche, dann nennt man diese Bruchstücke «Meteoriten». Täglich fallen bis zu 40 Tonnen kosmische Trümmer auf die Erde – der Löwenanteil davon besteht allerdings aus Mikrometeoroiden, die kleiner als 0,1 Millimeter sind. 

Ionisierte Luft macht den Schweif

Früher dachte man, die Leuchterscheinung entstehe durch die Reibung mit der Luft. Das ist aber nicht der Fall: Sie wird vielmehr durch die Ionisation der Luft verursacht. Auf diese Weise entsteht auch der bekannte Meteorenschweif, der mehrere Minuten bestehen kann.

Die Objekte, die meistens aus Gestein (Aerolite) oder einer Eisen-Nickel-Legierung (Siderite) bestehen, sind mit enormer Geschwindigkeit unterwegs, wenn sie auf die Erdatmosphäre treffen – ihre Maximalgeschwindigkeit liegt bei 72 Kilometer pro Sekunde (das sind atemberaubende 260'000 km/h). 

Die Luft vor diesen Objekten wird dann stark komprimiert; es entsteht enorme Hitze. Diese und der Luftwiderstand können dazu führen, dass die Körper auseinanderbrechen oder explodieren.

Schockwelle kann Schäden verursachen

Wenn ein grösseres Objekt auseinanderbricht, vergrössert sich dessen gesamte Oberfläche schlagartig und die Reibungshitze erhöht sich ebenfalls ganz plötzlich. Die Bruchstücke explodieren dadurch und es entsteht eine grosse Schockwelle – der sogenannte «Airburst». Diese Schockwelle kann den Boden erreichen und dort Schäden verursachen. 

Genau dies geschah mit dem grossen Meteorit von Tscheljabinsk, der am 15. Februar 2013 im russischen Uralgebiet niederging. Es handelte sich dabei um eine der grössten dokumentierten kosmischen Attacken der jüngeren Geschichte: Die Schockwelle des Meteoriten beschädigte rund 3700 Gebäude – es zerbrachen vornehmlich Fensterscheiben. Fast 1500 Menschen wurden damals verletzt, meistens durch splitterndes Glas. In den Wochen und Monaten danach wurden mehr als 100 Bruchstücke des Meteoriten gefunden, zum Teil Hunderte Kilogramm schwer. 

RETRANSMITTING FOR IMPROVE QUALITY In this photo provided by E1.ru a meteorite contrail is seen over a vilage of Bolshoe Sidelnikovo 50 km of Chelyabinsk on Friday, Feb. 15, 2013. A meteor streaked across the sky of Russia’s Ural Mountains on Friday morning, causing sharp explosions and reportedly injuring around 100 people, including many hurt by broken glass. (AP Photo/ Nadezhda Luchinina, E1.ru)

Der Meteor von Tscheljabinsk verursachte grössere Schäden. Bild: AP E1.ru

Knall oder Donnergrollen

Das Geräusch, das ein Meteor erzeugt, kann ein lauter Knall oder ein tiefes Donnergrollen sein. Da es sich mit Schallgeschwindigkeit fortbewegt, erreicht es den Beobachter erst lange nach dem Lichtereignis. Hört man den Meteor, so hat er eine recht niedrige Endhöhe – schätzungsweise unter 35 Kilometer – erreicht.

Ob der aktuelle Meteor die Erdoberfläche erreicht hat – und falls ja, wo genau –, wird in den nächsten Tagen von den Astronomen untersucht. Sie werden dabei unter anderem Bilder von Augenzeugen auswerten und den möglichen Einschlagsort durch die Messtechnik der Triangulation zu bestimmen versuchen.

Rauchende Krater sind allerdings nicht zu erwarten, denn Meteoriten – also kosmische Körper, die die Erdoberfläche erreicht haben – sind im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht glühend heiss. Sie kühlen bei ihrem Fall ziemlich schnell aus, da die oberen Luftschichten sehr kalt sind. (dhr)

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Der Meteorit vom 15. März über dem Tirol.  Video: Youtube/simi366

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