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«Was zum Teufel tut ihr?»: In Schweden brennen die Autos – und das Land rätselt, weshalb



Was ist passiert?

Am Dienstag haben vermummte Jugendliche im Südwesten Schwedens Dutzende Autos in Brand gesteckt. Dies ist nicht das erste Mal, dass es im skandinavischen Land zu so einem Zwischenfall gekommen ist. Laut Angaben der schwedischen Polizei werden seit 2009 immer wieder Autos angezündet, zerstört oder beschädigt.

Die Behörden nehmen an, dass die Aktion am Dienstag über Social Media geplant und dann koordiniert durchgeführt wurde. Ein Video zeigt, wie vermummte Personen Autos auf einem Parkplatz in Brand stecken.

Auch dieser Tweet zeigt die Feuer:

Wo ist es passiert?

Der grösste Schaden entstand in Göteborg. Dort habe die Polizei in der Nacht zu rund 20 verschiedene Orte ausrücken müssen, an denen Autos gebrannt haben. Darunter befanden sich auch Lastwagen und Wohnwagen. 

Auch in der Stadt Trollhättan, die 70 Kilometer von Göteborg entfernt ist, brannten sechs Autos. Dort bewarfen Jugendliche Polizisten auch mit Steinen.

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Video: srf

In der ganzen Region wurden rund 80 Autos angezündet. Ausserdem gibt es Berichte aus Malmö und Helsingborg, wo es zu ähnlichen Zwischenfällen gekommen ist. Rund ein Dutzend Autos brannten ausserdem in Stockholm, Uppsala und Åkersberga.

Wieso passiert es?

Die genauen Hintergründe für die Taten sind unklar. Auffallend ist, dass sich die Brandstiftung jeweils in den Wochen vor dem Beginn des neuen Schuljahrs häufen. Die Polizei rätselt jedoch über die Täter und deren Motive. Auch der Premierminister von Schweden, Stefan Lofven, ist ratlos. Er richtete sich am Morgen an die Täter und sagte: «Was zum Teufel tut ihr?»

Im Jahr 2013 hatten sich die Krawalle verstärkt, nachdem ein 69-jähriger Mann von Polizisten in Selbstverteidigung erschossen worden war. Dies brachte Husby, einen Vorort im Norden Stockholms, in Aufruhr. 

Eine Woche lang wurden auf den Vorfall folgend aus Protest jede Nacht Autos angezündet. Weshalb aber auch in den Jahren davor und danach immer wieder Feuer in Autos gelegt wurde, bleibt ungewiss.

Was wird dagegen unternommen?

In diesem Jahr konnte die Polizei mehrere der mutmasslichen Täter recht schnell identifizieren. Zwei junge Männer wurden am Dienstag festgenommen, ein weiterer wird noch gesucht. Die meisten Täter sind laut Polizei ältere Teenager oder knapp über 20 Jahre alt.

epa06948668 Burned out cars at Frolunda Square in Gothenburg, Sweden, 14 August 2018. According to reports, dozens of cars had been set on fire or damaged in Gothenburg and surrounding towns the previous evening. Police suspect that gangs of youth were involved in the coordinated riots.  EPA/ADAM IHSE SWEDEN OUT

Seit Jahren werden in Schweden immer wieder Autos in Brand gesteckt. Bild: EPA/TT NEWS AGENCY

Es sei nicht schwierig, die Feuer selbst unter Kontrolle zu bringen, berichtet die schwedische Polizei. Oft könne ein Brand sogar gestoppt werden, bevor er auf weitere Fahrzeuge übergreife.

Schwieriger sei es, die Taten an sich zu stoppen. Da nicht bekannt ist, wer hinter der Brandstiftung steckt und was die Hintergründe dazu sind, sei es beinahe unmöglich, diese vorauszusagen oder frühzeitig zu verhindern. Dies könne insbesondere dann gefährlich werden, wenn die Feuer zur Ablenkung von einem grösseren Verbrechen anderorts gelegt werden. (doz)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schlange12 14.08.2018 21:52
    Highlight Highlight Wer sagt eigentlich das dies mit Integration zu tun hat? Hjällbo 21:00, Frölunda 21:02, Lysekil 21:02, Trollhättan 21:15 und Aladors 21:30.
    8 36 Melden
  • Kong 14.08.2018 19:38
    Highlight Highlight Das passiert weltweit häufiger und ruft sicherlich Nachahmer immer wieder auf dieselbe Tour. Einerseits lässt sich so ein Auto relativ einfach anzünden ohne sich zu sehr zu gefährden, andererseits bringt es Publicity und wirkt nach aussen „krass“. Ich glaube nicht das die Täter aus politischen bzw nachvollziehbaren Gründen handeln. Das sind doch einfach gelangweilte Deppen, die mal gross da stehen möchten. Den Schaden... hat man sowieso. Schade um den Ärger, würde mich reichlich nerven.
    16 11 Melden
  • smoothdude 14.08.2018 19:22
    Highlight Highlight finde es eher bedenklich dass polizei und politiker ratlos sind bzw. ratlos tun
    28 9 Melden
    • Schlange12 14.08.2018 22:55
      Highlight Highlight Was würde die Polizei in der Schweiz machen wenn in einem Wohngebit mehrere Autos angezündet werden?
      Die warten auf die Feuerwehr, schauen dass diese Löschen können und schauen das keine weitere Autos angesteckt würden.
      Was soll man da machen? Auf die Leute schiesse? Aus diese Grund werde leider die Autos angezündet. Geht schnell, grosses Spektakel und viel Schaden.
      6 4 Melden
    • smoothdude 15.08.2018 08:51
      Highlight Highlight in schwedens vorstädten brennen seit jahren autos, da darf man sich doch langsam einen handlungsplan der regierung und von der polizei erhoffen.
      11 0 Melden
    • Schlange12 16.08.2018 22:04
      Highlight Highlight Schon einmal in Schweden gewesen?
      0 1 Melden
  • Flughund 14.08.2018 18:54
    Highlight Highlight Interessanter Artikel der die Hintergründe etwas ausführlicher beschreibt.

    https://www.nzz.ch/international/schwedens-zerplatzter-integrations-traum-ld.1362803
    36 10 Melden
  • kafifertig 14.08.2018 18:10
    Highlight Highlight Schuld ist der Klimawandel.
    Ganz klar.
    43 16 Melden
  • pun 14.08.2018 17:14
    Highlight Highlight In einer kapitalistischen Gesellschaft, die jegliche Form von Protest früher oder später zu Kohle macht, ist womöglich die einzige unvereinnahmbare Form des Protests sinnloses Entzünden von fremdem Eigentum. Muss an "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch denken.
    49 131 Melden
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 14.08.2018 18:32
      Highlight Highlight Musste lachen als ich ihren Text lass, gewisse Menschen schaffen es immer wieder das Problem auf ein Wort zu reduzieren. Bei Rechten ist es wahlweise Flüchtling oder Islam, bei Linken Kapitalismus und Patriarchat. Different ist für Anfänger. Schweden gehört wohl zu den am strengsten regulierten Volkswirtschaften des Westens. Das nordische Modell setzt ja auf einen ausgebauten Wohlfahrtsstaat und einen eingriffslustigen Markt. Im Vergleich zu Schweden müssten bei uns die Städte brennen.
      45 9 Melden
    • pun 14.08.2018 22:12
      Highlight Highlight Ich nehme nicht an, du kennst das Ende vom erwähnten Theaterstück?

      Und zum Schweden Argument: Das mein ich ja mit dem alles vereinnahmenden kapitalistischen Staat. Das lindert das Leid einiger, was gut ist, löst aber nicht das Systemproblem.
      1 7 Melden
  • G. Schmidt 14.08.2018 16:50
    Highlight Highlight Eins kann man sicher sagen, die Typen sprechen kein Schwedisch im Video...

    Schwedens Integrationsproblem ist leider bekannt.
    263 87 Melden
    • Howard271 14.08.2018 17:15
      Highlight Highlight Das will man in Schweden leider nicht sehen, sondern gibt sich lieber gegen aussen hin solidarisch mit allen und sonnt sich in irgendwelchen Rankings und sieht sich als das beste Land der Welt.

      So ähnlich wie die Schweiz bei gewissen Dingen auch (EWR, Europa etc.)
      136 79 Melden
    • ingmarbergman 14.08.2018 17:47
      Highlight Highlight Dass Schweden ein Problem mit Einwanderung haben soll, sind fake news aus dubiosen Online Medien, welche die Fakten verdrehen.
      Tatsache ist, dass Schweden etwa ähnlich viele Probleme hat mit Integration wie die anderen nordischen Ländern.
      Jugentliche Krawalle sind ein Problem - das es übrigens auch in DE oder der Schweiz gibt - das man angegehen muss.
      Aber die rassistische Hetzte die ihr zwei hier betreibt, entstammt aus der Ecke Breitbart und ähnlicher Verschwörungstheorien.
      32 73 Melden
    • arthos 14.08.2018 19:51
      Highlight Highlight Seit über 40 Jahren, passiert so etwas alles 5-10 Jahre in Schweden. Schon zu einer Zeit als Integration noch kein Thema war.
      Im Herbst sind übrigens Wahlen in Schweden, à qui profite le crime ou?
      26 35 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Armend Shala 14.08.2018 15:29
    Highlight Highlight Ein dänischer Comedian zeigt in einem Sketch sehr amüsant auf, was mit ihren Nachbarn alles falsch läuft.

    Play Icon
    132 9 Melden
    • Schlange12 14.08.2018 18:47
      Highlight Highlight Trotzdem hundert mal lieber Schwede als Däne! Schon immer so zusprechen als man Halskrank sei würde mich mega stören.
      8 34 Melden
    • Armend Shala 15.08.2018 10:09
      Highlight Highlight @SeKu

      Englische Untertitel altivieren.
      User Image
      2 0 Melden
  • Fischra 14.08.2018 15:26
    Highlight Highlight Das wäre den Wikingern nicht passiert. Aber heutzutage fehlen da schon einige die diesen Leuten entgegentreten. Schön finde ich das man nicht eine Terrorwarnung ausruft, sondern zugibt das es wohl Jugendliche auf Chaostour waren. Gibt es immer wieder inSchweden.
    70 75 Melden
    • supremewash 14.08.2018 15:38
      Highlight Highlight Stimmt. Wikinger und brandschatzen passt so gar nicht zusammen;)
      205 14 Melden
    • James McNew 14.08.2018 16:21
      Highlight Highlight Lieber Fischra, "Wikinger" waren etwa dasselbe wie später die Piraten: Raubende, mordende Glücksritter, meist junge Männer, die nur Geld und Ruhm in Kopf hatten. Später wurden soe wieder normale Bauern – oder blieben unintegrierbare Outlaws.
      63 20 Melden
    • Silverstone 14.08.2018 16:33
      Highlight Highlight ROFLCopter
      18 10 Melden
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