Terrorismus
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Diese 7 Dinge haben fast alle Dschihadisten aus der Schweiz gemeinsam

Eine Fedpol-Analyse zeigt, welche Gemeinsamkeiten die Islamisten haben, die aus der Schweiz in ein Konfliktgebiet gereist sind.

Andreas Maurer / ch media



ADVANCE TO GO WITH STORY MIDEAST ISLAMIC STATE KILLING SPIES BY BASSEM MROUE AND QASSIM ABDUL-ZAHRA, FILE - In this undated file image posted on Monday, June 30, 2014, by the Raqqa Media Center of the Islamic State group, a Syrian opposition group, which has been verified and is consistent with other AP reporting, fighters from the Islamic State group parade in Raqqa, north Syria. The U.S. -led coalition has been targeting top IS officials. Over the past months, American officials have said that the U.S. has killed a string of top commanders from the group, including its

92 Dschihadisten sind bisher aus der Schweiz in ein Konfliktgebiet ausgereist. (Symbolbild) Bild: AP/Raqqa Media Center

Die Schweiz hat 92 Dschihadisten. So viele Personen sind bisher in ein Konfliktgebiet ausgereist, die meisten nach Syrien oder in den Irak. Nicht alle sind Kämpfer. Einige unterstützten die Terrororganisationen IS oder al-Kaida auf andere Weise: Frauen als Nachwuchsproduzentinnen, Männer als Fahrer. 31 Dschihadisten wurden getötet und 16 sind inzwischen in die Schweiz zurückgekehrt. 45 befinden sich derzeit also noch immer in Konfliktgebieten. Ein Drittel hat die Schweizer Staatsangehörigkeit.

Die Daten stammen vom Nachrichtendienst des Bundes. Auf seiner Website schreibt die Behörde, sie gebe keine weiteren Angaben zu Identität, Alter, Nationalität und Wohnsitz der Personen bekannt. Diese Informationen wären aber von Interesse, da sich die Schweiz nach dem Fall der letzten IS-Hochburg in Syrien auf weitere Rückkehrer vorbereiten muss. Es stellt sich die Frage: Wer sind diese Dschihadisten? Antworten würden helfen, die Gefahr einzuschätzen und Deradikalisierungsprogramme zu organisieren.

Einen Teil des Geheimnisses lüftet jetzt eine Partnerbehörde des Nachrichtendienstes: die Bundespolizei Fedpol. Analysten haben Ermittlungen und Strafuntersuchungen von Dschihad-Fällen zwischen 2012 und 2018 ausgewertet. Nach 2018 wurden keine Ausreisen mehr registriert. Die Ergebnisse publiziert die Bundespolizei heute Donnerstag in ihrem Jahresbericht. Das ist demnach das Profil der Schweizer Dschihadisten:

Wohnen nicht auf dem Land

Die Mehrheit stammt aus Städten und Agglomerationen. Ländliche Regionen sind «deutlich weniger betroffen». Die sprachliche Verteilung entspricht hingegen ungefähr der Gesamtbevölkerung: Fast zwei Drittel kommen aus der Deutschschweiz, ein Drittel aus der Romandie und einige wenige aus der italienischen Schweiz.

Sind im Ausland geboren

60 Prozent der analysierten Dschihadisten sind im Ausland geboren. Es handelt sich um die erste Einwanderergeneration. Die Mehrheit dieser Migranten hat sich erst in der Schweiz radikalisiert.

Von Geburt an Moslem

Drei Viertel der Personen gehören seit Geburt dem Islam an. Ein Viertel ist konvertiert. Die grosse Mehrheit verkehrt in einer Moschee.

Männlich

Der IS zieht vor allem Männer an (über 80 Prozent). Das Durchschnittsalter beträgt 32 Jahre.

Eher schlecht gebildet

Bei der Abreise hatte jeder zweite Dschihadist weder eine Arbeit noch eine Ausbildung. Die meisten hatten einst eine Lehre oder eine Fachschule begonnen, aber nicht abgeschlossen. Nur ganz wenige studierten an einer Universität. Am weitesten gebracht haben es zwei Islamisten mit einem Bachelor-Titel. Alle anderen haben das Studium vorher abgebrochen.

Die Kriminalität

Jeder dritte Dschihadist hat eine kriminelle Vergangenheit. Bekannt sind vor allem Gewalt-, Drogen- und Eigentumsdelikte.

Ein Bruch in der Biografie

Bei den meisten Dschihadisten hat ein prägendes Ereignis zu einem Bruch in der Biografie geführt: eine Krankheit, eine Kündigung, eine gescheiterte Ausbildung, familiäre Probleme oder ein schwerer Unfall.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ziitglogge 25.04.2019 23:25
    Highlight Highlight Müsste die Überschrift von Punkt drei nicht eher lauten "Konvertiert"? Der Anteil an Konvertiten ist mit 25% ja bestimmt höher als bei der islamischen Gesamtbevölkerung.
  • sgrandis 25.04.2019 12:23
    Highlight Highlight Interessant und nicht wirklich unerwartet. Schätze mal dass eine Person mit einer solchen Lebensgeschichte aber Fußballfan statt muslim mit migrationshintergund, dann Hooligan wird, während andere je nach politischer Orientierung Schwarzer Block oder Neo-nazi werden... Wäre spannend zu wissen wie wirksam die erwähenten deradikalisierungs Behandlungen sind
  • E-Smoking 25.04.2019 11:47
    Highlight Highlight Von der Schweizer Wohnbevölkerung (8,42 Mio) sind ca. 400'000 Anhänger des Islam. Wenn man nun darüber einen Filter mit den obigen 7 Kriterien legt, werden wohl tausende übrig bleiben, welche diesen Kriterien auch entsprechen. Und nun - was macht ihr nun mit dieser Erkenntnis? Wie will man die frühzeitig erkennen?
  • why_so_serious 25.04.2019 11:45
    Highlight Highlight Ich gebe da mehr den Eltern die Schuld - eine ordentliche Erziehung mit Liebe und einer unterstützten Schulausbildung würde dem ein Ende setzen
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 25.04.2019 11:08
    Highlight Highlight Ein Bruch? Ich dachte immer, man hört mit dem Studium oder der Lehre auf, da es nicht das richtige ist. ;-)
    • Enzasa 25.04.2019 11:48
      Highlight Highlight Ein Bruch im Leben, bedeutet ein traumatisches Ereignis, was den betreffenden in seinen Grundsätzen erschüttert.
      Das betrifft alle Menschen und es betrifft auch alle Menschen, dass man in dieser Zeit leichter zu beeinflussen ist.

  • Don Quijote 25.04.2019 10:29
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Alterssturheit 25.04.2019 10:18
    Highlight Highlight Auf mindestens 5 der 7 Punkte wäre ich auch ohne langes Studium der Akten gekommen.
  • "Sünneli" 25.04.2019 10:12
    Highlight Highlight Und wo liegt der Zuwachs an Erkenntnissen? Der Zuwachs liegt m. E. in den Ausnahmen: Dass z. B. 1/4 aller Dschihadisten erst zum Islam konvertiert sind und nicht als Moslems gross wurden. Mich interessiert auch, wieso sich die meisten Dschihadisten, welche Einwanderer der ersten Generation sind, erst in der Schweiz radikalisiert haben und nicht schon vorher. Das heisst doch, dass diese Leute zum Zeitpunkt ihrer Einwanderung noch "normale" Menschen waren, und dass ihre Gefahr erst später erkannt werden kann. Was sind die Gründe für ihre nachträgliche Radikalisierung? Misslungene Integration?
    • sealeane 25.04.2019 10:27
      Highlight Highlight Musslungene integeration meist vor allem in beruflicher Hinsicht. Viele Einwanderer stellen es sich hier einfacher for als es ist. Dazu kommt der kultur Shock, teilweise fehlende Anpassung der Einwandere , teilweise ausgrenzung durch die Geselschaffe. Das führt zu "Verlierern" in unserem System. Wenn sich dann noch Kriesen summieren und ein zuflüsterer kommt der ihnen einredet das "die anderen" die Bösen sind und schuld an der Situation tragen wird all der Frust etc. kanaliesiert...
    • Rabbi Jussuf 25.04.2019 10:30
      Highlight Highlight Interessant wäre, woher die Konvertiten kommen. Sind das Schweizer? Mit welchem Migrationshintergrund?
      Dass die Integration der anderen gescheitert ist, dürfte eine Binse sein, aber keine Information. WARUM sind diese Leute überhaupt in die Schweiz gekommen? Etc.
      Die interessanten Fragen werden nicht beantwortet.
    • Bene86 25.04.2019 11:18
      Highlight Highlight Das wurde vor ca. 2 Jahren bereits in verschiedenen Medien publiziert.. Den Artikel fand ich (so glaube ich) bei Welt.de.

      Es betrifft vor allem 1-2 Länder vom Balkan.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kaspar Floigen 25.04.2019 09:00
    Highlight Highlight Ausserdem haben alle vor ihrer Radikalisierung Brot konsumiert. Entsprechend sollte man über ein Verbot von Brot zumindest Mal debattieren.
    • sealeane 25.04.2019 10:23
      Highlight Highlight Was wollen sie mit ihrem Kommentar mitteilen? Der Artikel listet nur gmeinsame problematische Faktoren auf. Es ist schon länger bekannt das die meisten Jlhadisten im Westen viele Probleme mit sich rum getragen haben und manipulative Menschen dies jeweils ausnützen und diesen Frust in bestimmte bahnen lenken...
      Der Artikel wertet keiner der Faktoren sondern beschreibt diese....
    • Thomas Oetjen 25.04.2019 10:23
      Highlight Highlight Niemand redet von Verboten. Es ist eine Analyse. Ist das eine Art neue Volksparanoia, überall drohende Verbote zu sehen, satt der drohenden Probleme?
    • Rabbi Jussuf 25.04.2019 10:31
      Highlight Highlight Kaspar
      Recht hast du.
      Die Gemeinsamkeiten sind banal, ohne weiterführenden Inhalt.
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