Fussball
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Liverpools Robbie Fowler jubelt als Kokser. Keine gute Idee. Bild: Getty Images Europe

Doppeladler-Fall: 11 streitbare Torjubel, die Folgen hatten

Der Doppeladler-Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri ist längst nicht der erste umstrittene in der Geschichte des Fussballs. Häufig folgte auf ein bisschen Jubel ganz viel Trubel.

24.06.18, 22:57 25.06.18, 06:13


Am Montag wird bekannt, ob die FIFA die drei Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Stephan Lichtsteiner bestraft. Sie hat gegen das Trio ein Verfahren eröffnet, weil es beim 2:1-Sieg gegen Serbien mit den Händen einen Doppeladler geformt hat, das Wappentier Albaniens. Untersucht wird, ob dies eine politisch motivierte Provokation der serbischen Fans darstellt.

Der Schweizerische Fussballverband geht nicht davon aus, dass der Jubel sanktioniert wird. Ein Blick auf andere streitbare Torjubel lässt hingegen den Schluss zu, dass man in der Doppeladler-Causa mit allem rechnen sollte. Bei diesen 11 Torjubeln stand nicht nur die Freude über einen Treffer im Mittelpunkt, sondern auch die Verachtung für den Gegner, dessen Fans oder beides.

Paul Gascoigne, Glasgow Rangers (1998)

Bild: getty

Die englische Skandalnudel bejubelt ein Tor im Glasgower Derby gegen Celtic, indem er das Spielen auf einer Flöte imitiert. Für die katholischen Fans von Celtic ein Affront, denn auf den Flöten blasen die Oranier auf ihren Märschen – also Protestanten, wie es die Rangers sind.

Konsequenz: Die Rangers büssen Gascoigne wegen unreifen Benehmens mit umgerechnet 50'000 Franken.

Giorgios Katidis, AEK Athen (2013)

Der 20-Jährige feiert den 2:1-Siegestreffer im Liga-Spiel gegen Veria FC mit dem Hitlergruss. Als er sich entschuldigt, macht er das mit den Worten, ihm sei der politische Zusammenhang nicht bewusst gewesen.

Konsequenz: Der Verband sperrt ihn für fünf Spiele und büsst ihn mit 1000 Euro. Der Klub suspendiert ihn im April für den Rest der Saison und aus dem Nationalteam wird der ehemalige U21-Captain lebenslang ausgeschlossen.

Deniz Naki, St.Pauli (2009)

Video: Youtube/Rene8002

Der Torschütze zum 2:0-Siegestreffer bei Hansa Rostock bejubelt seinen Treffer, indem er das Durchtrennen der Kehle symbolisiert. Und beklagt sich anschliessend über einen Wurfgegenstand aus dem Rostocker Block ...

Konsequenz: Der DFB sperrt Naki für drei Spiele.

Pascal Nouma, Besiktas (2003)

Video: Youtube/perumaperuma

Besiktas-Stürmer Pascal Nouma erzielt den Siegestreffer im Istanbuler Derby gegen Fenerbahce. Danach zieht er sein Trikot aus und schiebt sich die Hand in die Hose.

Konsequenz: Besiktas löst den Vertrag mit dem Franzosen auf.

Nicolas Anelka, West Bromwich (2013)

Video: Youtube/pipolitique niouz

Beim 3:3 von West Bromwich Albion gegen West Ham United zeigt der Franzose den Quenelle-Gruss. Die linke Hand auf dem durchgestreckten rechten Arm wird in Frankreich mit Antisemitismus in Verbindung gebracht.

Konsequenz: Der englische Verband sperrt Anelka für fünf Partien und brummt ihm eine Busse von 80'000 Pfund auf. West Brom entlässt den Stürmer.

Robbie Fowler, FC Liverpool (1999)

Video: Youtube/20Mar1boro's channel

Der kontroverse Stürmer löst im Derby gegen Everton einen Skandal aus, als er nach seinem verwandelten Penalty die Torlinie schnupft, als wäre sie aus Kokain.

Konsequenz: Fowler wird für vier Spiele gesperrt und kassiert eine Busse von 32'000 Pfund.

Ruud van Nistelrooy, Holland (2005)

Video: Youtube/GillsMan7

Als Ruud van Nistelrooy gegen die Habenichtse aus Andorra zum 4:0 trifft, stellt er sich zwei Zentimeter vor seinem Gegenspieler hin und reckt triumphierend die Arme in die Luft – weil der ihn zuvor nach einem verschossenen Penalty ausgelacht hat.

Konsequenz: Van Nistelrooy sieht Gelb.

Mark van Bommel, Bayern München (2007)

Video: Youtube/Markii99

An der WM ist der Holländer aktuell Co-Trainer Australiens. Als Spieler schiesst er Real Madrid ab und lässt sich danach zu einer obszönen Geste hinreissen.

Konsequenz: Die UEFA sperrt van Bommel für zwei Champions-League-Spiele.

Rubin Okotie, Sturm Graz (2012)

Video: Youtube/AustriaHD

Rubin Okotie jubelt lässig vor den Fans des Gegners, Rapid Wien. Eine Aktion, die nicht nur auf Freude stösst.

Konsequenz: Gelb vom Schiedsrichter und nach dem Match die Faust eines Rapid-Anhängers ins Gesicht.

Paolo Di Canio, Lazio Rom (2005)

Video: Youtube/ale-vidal

Der Italiener bezeichnet sich selber als Faschist und rechtsradikal und so jubelt er auch bisweilen mit dem Hitler-Gruss. Wobei Di Canio ihn als römischen Gruss bezeichnete, der Benito Mussolini gelte. Wer im Geschichtsunterricht geschlafen hat: Das war der italienische Verbündete Adolf Hitlers.

Konsequenz: Di Canio muss 10'000 Euro Strafe zahlen, als er 2005 seinen Gruss vor einem Römer Derby zeigt.

Cristiano Lucarelli, Livorno (2004)

Video: Youtube/Simon Kay

Eine Provokation allererster Güte im stockkatholischen Italien: Livornos Cristiano Lucarelli zieht nach dem Tor zum 3:0 gegen Piacenza sein Trikot aus und zeigt seine Zuneigung zum Klub, indem er mit dem Stück Stoff kopuliert.

Konsequenz: Gerüchten zufolge entstehen neun Monate später kleine Trikots für die F-Junioren des Vereins.

Die besten Bilder der Fussball-WM 2018 in Russland

Wandervogel Emily liebt die Schweizer Bergwelt

Video: watson/Emily Engkent

Fasten your seat belt! So war der Flug der Nati ins WM-Quartier

Nicht schön, aber ruhig – so lebt es sich im Schweizer WM-Camp in Togliatti

Die schönsten und bemerkenswertesten Nationalhymnen der 32 WM-Teams

Du willst im WM-Tippspiel gewinnen? Dann mach, was die Forscher dir raten

So funktioniert der Videobeweis bei der WM-Premiere in Russland

FIFA-Schiriboss Busacca: «Mit dem Videobeweis wird der Fussball korrekter»

Flirt-Tipps für Russland, dann Shitstorm – Argentiniens Fussballverband entschuldigt sich

Keine Ahnung von Fussball? Mit diesen 11 Floskeln wirkst auch du wie ein Profi

präsentiert von

Nehmt euch in acht, Fussballfans: Die Saison der Temporär-Fans hat wieder begonnen

«Extrem durch Social Media geprägt» – Hummels kritisiert «Generation Sané»

Weltmeister der Outfits: Nigeria ist jetzt schon das stylischste Team der WM 2018

Fünf Volltreffer und eine «Kanterniederlage» – so daneben liegt Panini mit seinem WM-Album

Nochmals 12 Prozent mehr – soviel Preisgeld verteilt die FIFA an der WM

Nur ein WM-Star pro Rückennummer und die Frage: Welchen wählst du aus?

Diese Fussballer musst du im Auge haben – die Schlüsselspieler der 32 WM-Teilnehmer

Die offizielle WM-Hymne heisst «Live It Up»  – und ist ... hach, wir geben auf

So hast du die besten WM-Momente aller Zeiten noch nie gesehen

Wären wir Nati-Trainer, so würden wir gegen Brasilien aufstellen – und du?

Die 23 besten WM-Momente, die du schon wieder vergessen hast

Alkohol, Party und Sex in DJ-Antoines Fan-Song: «Wir haben die Leitplanken breit gesetzt»

Wir haben alle WM-Spiele analysiert – eine Spielminute hat es besonders in sich

Die Schweiz hat einen neuen WM-Song – er ist das Gegenteil von DJ Antoines Olé-Olé-Lied

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von
Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

20
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • me myself 25.06.2018 11:14
    Highlight Bin grundsätzlich dagegen dass alles gebüsst wird. Irgendwann darf man sonst gar nichts mehr sagen. Im Falle des Doppeladlers ist es für mich einfach ein Afront and die Schweiz.
    12 16 Melden
  • die 200 25.06.2018 10:47
    Highlight Der von Daniel Baier war auch nicht grad schön...

    0 0 Melden
  • Der Mann im Mond 25.06.2018 10:44
    Highlight Italian mag katholisch sein. Livorno jedoch ist, was die Fangemeinschaft betrifft, kommunistisch.
    8 1 Melden
  • mbr72 25.06.2018 10:19
    Highlight Das ganze Theater zeigt einmal mehr, wie ein grosser Teil der Schweizer mit ihrem penetranten Toleranzdenken (in diesem Fall ggü den Serben und ihren mimimimi Befindlichkeiten) tickt. Völlig egal, von welcher Seite dies kommt: Nimm es hin und halt den Rand! Wenn du das nicht aushältst, geh in den Keller heulen!
    Aber heute muss es wohl auch noch Regeln und Gesetze geben für korrektes und garantiert für alle störungsfreies Kopfkratzen.
    Bei Gewaltausübung ist das eine andere Geschichte: da sollte mit aller Härte durchgegriffen werden, aber dazu sind wir ja auch wieder zu tolerant!
    10 18 Melden
    • Fulehung1950 25.06.2018 16:46
      Highlight Auf die Gefahr hin, allen doof zu erscheinen: ich verstehe die Blitze zu mbr72 Beitrag überhaupt nicht. Genau so ist es!

      Man toleriert offenbar, dass unsere eigenen Nati-Kicker „getötet werden sollen“ (serbische Gesänge mit russischer Bassstimme unterlegt). Und wenn einer einen 🦅 flattetn lässt, gibts Zoff.
      3 1 Melden
  • Duscholux 25.06.2018 09:54
    Highlight Warum stört es eigentlich niemanden wenn Griezmann allen die Looserfinger zeigt?
    11 2 Melden
    • Darth Unicorn 25.06.2018 11:37
      Highlight Weil es ja eine "popcultur" Anspielung ist von Foritnite und er Griezmann heisst..
      1 2 Melden
    • Duscholux 25.06.2018 13:47
      Highlight Stone Cold Steve Austin hat immer allen den Mittelfinger gezeigt. Das wäre doch auch Popkultur? Darf ein Fussballer jetzt seinen Gegnern den Stinkefinger zeigen?
      1 0 Melden
    • Darth Unicorn 25.06.2018 13:54
      Highlight Keine Ahnung, frag mal bei der Fifa nach.

      Da Griezmann ja noch nicht getroffen hat wissen wir ja nicht ob der ebenfalls gerügt wird für das Loser Zeichen. Sehr wahrscheinlich schon, da dieser Fortnite Looser Dance dann gemacht wird wenn man seinen Gegner "umbringt" : " The move is a trolling move after you have killed another player on the massively co-op sandbox survival video game." Vielleicht sind die bei der Fifa aber auch zu Alt um dies zu begreifen.. Spätestens wenn er trifft wissen wir es auf sicher
      0 0 Melden
  • Fulehung1950 25.06.2018 09:52
    Highlight Man erkläre mir, wen Segio Ramos mit seinem Doppeladler provozieren wollte. Dann können wir reden. Aber erst dann!
    13 5 Melden
  • Hardy18 25.06.2018 09:31
    Highlight Also bis auf die Antisemitischen Grüsse habe ich herzlichst gelacht. Vor allem der Jubel vor dem Gegenspieler. 😂 bei dem Kokainjubel bin ich vom Stuhl gefallen.
    13 1 Melden
    • Heinz Nacht 25.06.2018 20:18
      Highlight Naja, wenn man die irische Geschichte ein Bisschen kennt und weiss, was die Oranierorden mit ihren Schergen (UDA etc.) angerichtet hatten, war der Jubel von Gascoigne nicht weniger schlimm als Di Canio's. Dass er noch zu doof war, um die Flöte oder Pfeife richtig "in den Händen" zu halten, sagt an sich genug über ihn aus.

      @Ralf Meile: Beim Nordirlandkonflikt spielt die Religion nur eine stark untergeordnete Rolle. Erst recht auf der Irisch-Republikanischen Seite. Auf der Seite der WASPs jedoch natürlich schon, engagierten die Rangers doch erstmals BEWUSST einen Katholiken im Jahr 1986!
      0 0 Melden
  • Turi 25.06.2018 09:27
    Highlight "Der Torschütze zum 2:0-Siegestreffer bei Hansa Rostock bejubelt seinen Treffer, indem er das Durchtrennen der Kehle symbolisiert."

    Naja. Denselben Jubel hat Neymar vor wenigen Tagen beim ersten Tor des 2:0 gegen Costa Rica gemacht. Ohne Folgen.
    25 0 Melden
    • Fulehung1950 25.06.2018 16:47
      Highlight Neymar - der darf das! Das Rechtdazu war in den 222 Mio. inbegriffen
      1 0 Melden
  • alex DL 25.06.2018 07:16
    Highlight Oben genannte Beispiele mit dem aktuellen Thema zu vergleichen ist unsinnig und schädlich. Der Doppeladler ist in keinster Weise provokativ, es sei denn, man stört sich an der Herkunft des Absenders. Kommt es zu einer Strafe, kann man auch gleich Dunkelhäutige Spieler bestrafen, weil sie mit ihrer Hautfarbe rechte Fans provozieren. Die einzig konsequente Antwort auf eine Sperrung der 3 Spieler wäre das Abreisen der ganzen Manschaft.
    51 21 Melden
    • MGPC 25.06.2018 10:53
      Highlight Das ist ja wohl der beste Kommentar den ich über das ganze Thema bis jetzt gelesen habe. 👏🏻👍🏻
      10 5 Melden
  • namib 25.06.2018 06:40
    Highlight Ungeschickt war die Aktion allemal. Sie ist aber keinesfalls mit den hier beschriebenen Fällen von zum Teil äusserst primitiven und abstossenden Gesten vergleichbar. Das hat offensichtlich auch die Watson-Redaktion gemerkt: Der ursprünglich gewählte Titel dieses Artikels war nämlich mindestens ebenso ungeschickt.
    Im Gegensatz zu nationalsozialistischen Zeichen stellt der Doppeladler auch ausserhalb des Fussballplatzes auch für Nicht-Secondos absolut kein Problem dar.
    Hoffentlich können wir uns ab morgen wieder auf Fussball konzentrieren.
    97 22 Melden
  • Tamoio 25.06.2018 04:51
    Highlight Serbien,Kosovo,Russland....alle haben den Doppel Adler in der Flagge...ich weiss nicht wo das Problem der bestechlichen, korrupten, Mafia Organisation namens Fifa ist? Den Rasen zu Berühren und das Kreuz zu machen beim Spielanfang für die Katholiken ist anscheinend ok......
    Ein Adlersymbol nicht?
    Darum hopp Schwiiz!
    161 70 Melden
  • Pafeld 25.06.2018 01:44
    Highlight Wer sich provoziert fühlt, weil die Leute, die man aus ihrem Land vertrieben hat (und darauf heute noch stolz ist) es wagen, rund 20 Jahre später noch einen Reststolz auf ihre Vergangenheit zu haben, hat so derbe einen an der Klatsche, dass man ihn kaum mehr als zurechnungsfähig bezeichnen kann. Es ist nicht die Aufgabe von Shaqiri, Xhaka und Lichtsteiner, die Serben dazu zu zwingen, sich mit ihren Verbrechen von vor 20 Jahren auseinander zu setzen. Der Doppeladler in dem Zusammenhang ist keine Beleidigung. Sondern eher eine Demonstration von "uns habt Ihr nicht gekriegt".
    205 54 Melden
    • rodman 25.06.2018 12:47
      Highlight Ich habe persönlich aus kein Prpblem mit dem Jubel der Schweizer. Den Serben allerdings pauschal (grobe) Unzurechnungsfähigkeit vorzuwerfen und die serbischen fans ebenso pauschal für Kriegsverbechen verantwortlich zu machen, feht nicht.
      5 2 Melden

Erdogan-Affäre: Mesut Özil tritt aus der deutschen Nationalmannschaft zurück

Mesut Özil tritt aus der deutschen Nationalmannschaft zurück. Der 29-Jährige, der bei Arsenal Teamkollege von Granit Xhaka und Neuzugang Stephan Lichtsteiner ist, zog die Konsequenzen aus der öffentlichen Kritik und den Attacken wegen seiner Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Zuvor hatte der Weltmeister von 2014 den Deutschen Fussball-Bund (DFB) und vor allem dessen Präsidenten Reinhard Grindel, deutsche Medien und Sponsoren für ihren Umgang mit ihm kritisiert.

Wenige …

Artikel lesen