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Lil Nas X präsentiert seinen

Lil Nas X präsentiert seinen «Satan-Schuh». Screenshot: watson.de / bild: MSCHF

Nach Blutschuh-Skandal: Nike startet Rückrufaktion



Der Rapper Lil Nas X hat mit seinem «Satan-Schuh» für Furore gesorgt. Um den Sneaker gab es so viel Aufregung, dass Nike Klage einreichte – und das mit Erfolg. Jetzt startet der Konzern eine Rückrufaktion des Schuhs, wie das Magazin TMZ berichtet. Der US-Rapper beschwert sich unterdessen auf Twitter über eine «Einschränkung der Meinungsfreiheit».

Lil Nas X wollte eigentlich passend zum Albumrelease einen neuen Sneaker auf den Markt bringen. In seiner Single «Montero (Call Me by Your Name)» entthront er den Teufel, nachdem er ihm einen Lapdance geliefert hat. Was wäre also passender als ein Schuh im Höllen-Design? Mit dem Designstudio MSCHF entwarf er einen Sneaker, der sogar einen Tropfen Blut – vermischt mit roter Tinte – in der Sohle hatte.

Nike reichte Klage ein und gewann

Dem Sportbekleidungshersteller Nike gefiel das nicht, denn die Firma habe «diese Schuhe nicht entworfen oder verkauft». In einem offiziellen Statement sagte der Konzern ganz deutlich zu den Schuhen: «Wir befürworten sie nicht.» Der Rapper dürfe das Nike-Design nicht ohne Erlaubnis abändern und verkaufen, sagte der Hersteller und reichte Klage ein.

Der Gerichtsprozess ging nicht gut aus für den Rapper und das New Yorker Designstudio. Am 4. April entschied das Gericht, MSCHF müsse von allen zukünftigen Verkäufen des Schuhs absehen. Jetzt erreichten beide Parteien aber eine Einigung.

Das Designstudio muss den Käufern ihr Geld zurückzahlen

MSCHF muss eine Rückrufaktion starten und alle Schuhe, die bisher in Umlauf geraten sind, wieder einsammeln. Das Studio muss dabei den vollen Verkaufspreis an die Kunden zurückzahlen. Der Schuh ging für 1018 Dollar (etwa 942 Franken) über die virtuelle Ladentheke.

Nike weist alle Beteiligung an dem Design von sich. Als Teil der Streitbeilegung müssen alle Kunden, die den Schuh nicht zurückgeben, MSCHF kontaktieren, sollte es Beschwerden geben. Produktprobleme, Defekte oder gesundheitliche Bedenken müssen also von nun an von dem Designstudio geklärt werden.

Lil Nas X beschwert sich über eine Einschränkung der Meinungsfreiheit

Auf Twitter äusserte sich Lil Nas X zu den Geschehnissen. «Ich habe mich bis heute nicht aufgeregt», schrieb er und fügte hinzu, «ich finde es beschissen, dass sie so viel Macht haben, dass sie Schuhe stornieren lassen können.»

Der Rapper prangerte das Vorgehen von Nike an und warf dem Konzern Zensur vor. «Die freie Meinungsäusserung wurde zum Fenster hinausgeworfen», sagte er. Dazu kündigte er an: «Das wird sich bald ändern». Was er mit dieser Ankündigung meinte, liess er offen, aber hinsichtlich der Einigung vor Gericht wird sich kaum etwas ändern lassen.

(watson.de)

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