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Glitter-Cappuccino und die Generation, die sich weigert, erwachsen zu werden

Hier wird die gesamte Millennial-Generation anhand einer kulinarischen Randerscheinung erklärt (und verunglimpft). Oder so.
06.05.2018, 16:3407.05.2018, 06:19

Meine Tochter ist 9 Jahre alt. Sie steht auf Glitzerzeugs. Und auf Einhörner und Pandas Pande Panden und dergleichen. Logisch fände sie einen Glitter Donut das Grösste überhaupt. Sie ist schliesslich ein Kind.

Aber die folgenden Produkte sind längst nicht nur auf Kinder ausgerichtet. Glitter Beer oder Glitter Cappuccino, anyone?

Und vor allem: WHY?

Besucht man Shoreditch in Richtung East End von London, befindet man sich in Hipster Central. An der Brick Lane verdrängen lustige Läden mit aufblasbaren Avocados und ähnlichem Schnickschnack die traditionellen Curry Houses der Gegend. Dort befindet sich zum Beispiel auch das berüchtigte Cereal Killer Café, wo man ausschliesslich Frühstückszerealien serviert bekommt. Auch findet man ein Bällebad – für Erwachsene! Oder ein Baumhaus-Café. Oder einen Brettspiel-Club. Oder Indoor-Minigolf-Anlagen – aber ironisch, selbstredend.

Sprich: Hier darf ein junger Erwachsener den Freuden aus der Kindheit frönen und dabei trotzdem cool sein. Ironiefrei Minigolf-Fan sein? Natürlich nicht! Das hat man schliesslich zum letzten Mal als kleiner Knirps in den Ferien mit den Grosseltern gespielt. Aber als totally instagrammable new age fun with a retro vibe taugt das allemal.

Bild: pinterest

Glitter Bagels und Glitter Beer und ähnlicher Quatsch sind genau gleich einzuordnen. Sie stellen einen weiteren Aspekt der Infantilisierung der Millenial-Kultur dar.

Mal ehrlich – dieser Bagel dürfte kaum besonders fein sein:

A post shared by Emma Jensen (@mumblern) on

Er wird vor allem nach etwas schmecken: Zucker.

Bild: shutterstock

Es werden kindliche Geschmacksvorlieben angesprochen: Süss gepaart mit bunter Ästhetik. Glitter-Lollipops, Selfies im Bällebad in Shoreditch, T-Shirts mit Retro-Cartoon-Figuren – passt alles.

Bild: shutterstock

Der Grund? Letztendlich darf man den Millenials diese Entwicklung nicht vorwerfen, schliesslich sieht die Realität ihres Erwachsenseins einiges düsterer aus als bei ihren Eltern oder Grosseltern. Junge Menschen aus wohlhabenden Gesellschaften in Westeuropa und Nordamerika sehen sich etwa damit konfrontiert, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis sie ihre Studentendarlehen abbezahlt haben. Unfähige Politiker sind an der Macht, Ökosysteme stehen vor dem Kollaps und so weiter. Da ist die Flucht in eine kindliche Scheinwelt nachvollziehbar.

A post shared by June Biswas (@junebiswas) on

Es gibt Glitter Jack Daniels. What a time to be alive.

WIR WOLLEN TELLER, VERDAMMT!

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Liebe Hipster-Restaurants: WIR WOLLEN TELLER, VERDAMMT!
quelle: twitter/wewantplates / twitter/wewantplates
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