DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nahost

Leichen von drei vermissten israelischen Jugendlichen gefunden

30.06.2014, 19:4130.06.2014, 20:39

Die seit mehr als zwei Wochen im Westjordanland vermissten israelischen Jugendlichen sind tot. Ihre Leichen seien unter einem Steinhaufen auf einem Feld in der Nähe von Hebron gefunden worden, berichtete das israelische Fernsehen am Montag. Schüler einer nahe gelegenen Feldschule, die sich an der breit angelegten Suchaktion beteiligt hatten, seien auf den Steinhaufen unter einem Gebüsch aufmerksam geworden.

Bild: JIM HOLLANDER/EPA/KEYSTONE

Israel beschuldigt die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas, hinter der Entführung zu stehen. Die 16- und 19-jährigen Jugendlichen seien offenbar schon kurz nach der Entführung erschossen worden, hiess es in dem TV-Bericht. Die Jagd nach den mutmasslichen Entführern dauere noch an. Der Geheimdienst hat zwei Hamas-Mitglieder als Tatverdächtige genannt.

Das israelische Sicherheitskabinett wollte sich am Abend zu einer Sondersitzung zusammentreten und über eine mögliche Reaktion beraten. Die erwartete Abstimmung im Parlament über ein umstrittenes Gesetz zur Zwangsernährung hungerstreikender Palästinenser wurde angesichts der Entwicklungen verschoben.

Schusswechsel mit Palästinensern

Nördlich der Stadt Hebron seien starke Truppenverbände im Einsatz, berichtete der israelische Rundfunk am Montagabend. Es sei zu Schusswechseln mit Palästinensern gekommen. Es sei auch im Gebiet der Kleinstadt Chalchul zu gewaltsamen Konfrontationen zwischen der Armee und Palästinensern gekommen, hiess es. Die Stadt Hebron wurde abgeriegelt.

Seit dem Verschwinden der Jugendlichen auf dem Heimweg am 12. Juni hat die israelische Armee bei Razzien nach eigenen Angaben etwa 420 Palästinenser festgenommen, die meisten davon Hamas-Mitglieder.

Gewaltausbruch im Gazastreifen

Auch im Gazastreifen eskaliert die Gewalt. Israel und militante Palästinenser liefern sich dort einen immer heftigeren Schlagabtausch. Militante Palästinenser feuerten am Montag knapp 20 Kleinraketen auf Israel ab. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sprach von einer «Rekordzahl» binnen zwölf Stunden seit dem letzten grossen Schlagabtausch zwischen Israel und der Hamas im November 2012.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: «Wenn die Ruhe, die nach der Operation »Säule der Verteidgung« herrschte, durch Raketenangriffe gestört wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Hamas stoppt sie oder wir werden sie stoppen.» Netanjahu hatte am Sonntag bereits mit einer Ausweitung der Einsätze im Gazastreifen gedroht.

Die israelische Luftwaffe hatte am Sonntag ein Mitglied der militanten Kassam-Brigaden getötet, der Miliz der Hamas. Nach Angaben der Armee war der Mann dabei, Raketen auf Israel abzufeuern. Hamas veröffentlichte anschliessend eine Stellungnahme, nach der sie um das Mitglied der Kassam-Brigaden trauerte. In Israel wurde dies als Beweis gewertet, dass Hamas sich erstmals seit fast zwei Jahren wieder an Raketenangriffen beteiligt. (pma/sda/dpa) 

Mehr zum Thema

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kritik an US-Vize Harris nach Äusserung einer Studentin zu Israel

US-Vizepräsidentin Kamala Harris ist wegen ihrer Reaktion auf die Äusserungen einer Studentin zu Israel unter Druck geraten. Videos zeigen, wie Harris Mitte der Woche eine Universität im US-Bundesstaat Virginia besucht hat, um dort das Thema Wahlrecht zu diskutieren. In diesem Zusammenhang sprach eine Studentin über pro-palästinensische Demos und sagte: «Aber erst vor ein paar Tagen wurden Gelder bewilligt, um Israel weiterhin zu unterstützen, was mir im Herzen weh tut, denn es ist ein …

Artikel lesen
Link zum Artikel