EU
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Polnischer Politiker vergleicht Abtreibungs-Befürworterinnen mit Nazis



epa08777543 Female opposition deputies block the rostrum of the Sejm as the 'For Life' programs were announced in the Lower House in Warsaw, Poland, 27 October 2020. The beginning of the Sejm's sitting was interrupted by female opposition deputies with a demonstration supporting the protests against the Constitutional Tribunal's controversial abortion law ruling. Tens of thousands of protesters across the country continue to take to the streets as part of the ongoing protests against the tightening of the abortion law after Poland's Constitutional Tribunal on 22 October ruled that laws currently permitting abortion due to fetal defects are unconstitutional.  EPA/Piotr Nowak POLAND OUT

Polnische Abtreibungs-Befürworterinnen im Parlament. Bild: keystone

Die Proteste gegen die drastische Verschärfung des Abtreibungsrechts haben in Polen nun auch das Parlament erreicht. Am Dienstag kam es laut polnischer Nachrichtenagentur PAP zu emotionalen Szenen, nachdem der stellvertretende Parlamentsvorsitzende Ryszard Terlecki von der nationalkonservativen Regierungspartei PiS die Symbole auf den Masken der Oppositionsabgeordneten mit denen von Nazis verglichen hatte. Abgeordnete der Opposition liefen daraufhin zum Rednerpodium.

Terlecki, auch PiS-Fraktionschef, sagte laut PAP: «Ich bedauere, sagen zu müssen, dass es im Saal unter den Abgeordneten der Linken und der Bürgerplattform Mitglieder gibt, die Masken mit Zeichen tragen, die den Symbolen der Hitlerjugend und der SS ähneln.» Das Protestsymbol auf der Maske zeigt einen roten Blitz - und richtet sich gegen das Urteil des Verfassungsgerichtshofs zur Abtreibung.

Eine Abgeordnete der Bürgerplattform lief daraufhin zum Rednerpult, machte auf die laufenden Massenproteste aufmerksam und kritisierte den PiS-Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski. Mehrere Linken-Abgeordnete kamen zum Podium und hielten Karten mit der Aufschrift «Frauen entscheiden» und «legale Abtreibung» in der Hand. Zwei Abgeordnete der Opposition wurden aus dem Plenarsaal verwiesen.

Am Abend gab es den sechsten Tag in Folge im ganzen Land Proteste gegen die Verschärfung. Nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts, wonach auch Schwangerschaftsabbrüche aufgrund schwerer Fehlbildungen des ungeborenen Kindes verfassungswidrig seien, gibt es in Polen seit Tagen Proteste. Das polnische Abtreibungsrecht zählte schon zuvor zu den strengsten in Europa. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

1,6 Millionen für Franziskus – Der Papst besucht Polen

Versteckte Kamera bei geheimen Neonazi-Treffen in Polen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Auf der Flucht: Das sind die 19 gefährlichsten Sexualverbrecher Europas

Europol hat die Suche nach 19 der gefährlichsten Sexualstraftäter Europas intensiviert. Mit Hilfe der Kampagne «Europe's Most Wanted» (Europas Meistgesuchte) sollen die flüchtigen Verbrecher gefasst werden, teilte die Polizeibehörder der EU mit. Die Gesuchten seien entweder bereits verurteilt oder dringend tatverdächtig.

Sexualverbrechen gehörten zu den schlimmsten Straftaten, erklärt Europol. «Fast alle zwei Minuten wird in der EU ein Sexualverbrechen begangen.» Sexualgewalt könne jeden …

Artikel lesen
Link zum Artikel