Motorsport
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Moto2-GP von Italien, Qualifying

1. Sam Lowes (GB)
2. Dominique Aegerter (Sz)
3. Esteve Rabat (Sp)
4. Tom Lüthi (Sz)
20. Randy Krummenacher (Sz)
25. Robin Mulhauser (Sz)
29. Jesko Raffin (Sz)

Die Schweizer Moto2 Rennfahrer Dominique Aegerter, Technomag Racing Interwetten, Thomas Luethi, Derendinger Racing Interwetten, und Robin Muhlhauser Technomag Racing Interwetten, von links, praesentieren sich, waehrend den letzten Testtagen, am Donnerstag 19. Maerz 2015, in Jerez. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Dominique Aegerter und Tom Lüthi verschaffen sich eine vielversprechende Ausgangslage für den Moto2-GP von Italien. Bild: KEYSTONE

Glanzresultat bei Quali zum Moto2-GP von Italien: Die unbegrenzten Möglichkeiten der Schweizer «Töff-Mafia»

Nach dem aufregendsten Abschlusstraining seit Menschengedenken steht Dominique Aegerter beim GP von Italien in der ersten Startreihe. Ausgerechnet sein Rivale Tom Lüthi hat ihm dazu verholfen.



Das Abschlusstraining der Moto2-Klasse läuft seit vielleicht einer Viertelstunde. Im Medienzentrum höhnt auf einmal einer: «Swiss Mafia!». Die TV-Kameras haben zwei Schweizer Töff-Titanen erfasst. Zum ersten Mal überhaupt machen Dominique Aegerter und Tom Lüthi im Abschlusstraining gemeinsame Sache. Lüthi braust über den Rundkurs, Aegerter im Windschatten. Dann wechseln die beiden die Rollen. Zehn Runden absolvieren sie so und vorübergehend hält Dominique Aegerter sogar die Pole-Position. Erst Sekunden vor Schluss kann Weltmeister Tito Rabatt Tom Lüthi noch aus der ersten Reihe verdrängen: 1. Sam Lowes, 2. Dominique Aegerter, 3. Tito Rabat, 4. Tom Lüthi.

epa04775714 Swiss Moto2 rider Dominique Aegerter of Technomag Racing Interwetten celebrates with teammates his second place in the qualifying session for the Motorcycling Grand Prix of Italy at the Mugello circuit in Scarperia, central Italy, 30 May 2015. The Motorcycling Grand Prix of Italy will be held on 31 May 2015.  EPA/ETTORE FERRARI

Dominique Aegerter darf im Qualifying von Mugello wieder einmal ein Top-Resultat feiern. Bild: EPA/ANSA

Bestes Quali-Resultat seit zehn Monaten

So beginnt Dominique Aegerter zum ersten Mal seit dem 9. August 2014 wieder ein Rennen aus der ersten Reihe. Damals kam er im Abschlusstraining zum GP von Indianapolis hinter Mika Kallio und Tito Rabat auf den dritten Platz – und holte diese Klassierung am nächsten Tag auch im Rennen. Tom Lüthi hat den Platz in der ersten Reihe nur um fünf Tausendstel einer Sekunde verpasst.

Zum ersten Mal hat sich das im Grunde unbegrenzte Potenzial gezeigt, das im Schweizer «Dream-Team» steckt. «Wir haben für das Abschlusstraining eine ideale Abstimmung gefunden», sagt Dominique Aegerter. «Tom Lüthi hat mir dann geholfen.» Die Zusammenarbeit war also kein Zufall. Es war Absicht. Strategie. Der Zeitpunkt kann auch kein Zufall sein. Zum ersten Mal in dieser Saison ist hier in Mugello Olivier Metraux vor Ort. Schöpfer und Hauptsponsor des «Töff-Dreamteams».

Fred Corminboeuf, left, team manager of TECHNOMAG-Carxpert team, speaks with the main team sponsor of the TECHNOMAG-Carxpert team Olivier Metraux, right, at the presentation of the TECHNOMAG-Carxpert team for the 2013 Grand Prix season, during a press conference at the 83rd Geneva International Motor Show in Geneva, Switzerland, Tuesday, March 5, 2013. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Olivier Metraux (rechts) ist in Mugello persönlich vor Ort. Bild: KEYSTONE

Nach den Trainingsrängen 25, 9, 17, 16 und 19 ist es eine spektakuläre Rückkehr an die Spitze – und der Beweis: Dominique Aegerters Problem in dieser Saison ist nicht die Technik. Es ist seine mentale Verfassung. Der Schock durch die Verbannung auf den «Campingplatz» – er hat hier aufgrund seiner WM-Klassierung (20.) erstmals keinen Platz in den Boxen und er muss im Zelt hausen – hat offensichtlich eine heilsame Wirkung. Dominique Aegerter wirkt so locker, so entspannt wie noch nie in dieser Saison. Er hat seinen Frieden mit der Krise der ersten Rennen gemacht. Die hohen Erwartungen sind weg, der Erfolgsdruck damit auch.

Mugello ist im besten Wortsinne ein neuer Anfang für Dominique Aegerter. Seine Saison hat mit dem Abschlusstraining zum GP von Italien begonnen.

Interview mit Dominique Aegerter

Nach den Rängen 25, 9, 17, 16 und 19 jetzt Platz 2 und nun zum fünften Mal in Ihrer Karriere erste Startreihe. Wie ist diese Steigerung möglich?
Dominique Aegerter: Es stimmte alles. Das ist die Voraussetzung, um schnell zu sein. Die Maschine machte das, was ich wollte.

Sie sind den Töff gefahren und der Töff hat nicht sie gefahren.
So können wir das sagen. Die Techniker im Team konnten mir schon immer sagen, wo ich zu weit von der Ideallinie abgekommen war, oder wo ich zu spät gebremst hatte. Aber es gelang mit einfach nicht, anders zu fahren weil der Töff nicht so wollte wie ich wollte.

Tom Lüthi hat Sie im Windschatten zur Superzeit gezogen, Sie haben gut und gerne zehn Runden lang gemeinsam mit Ihrem Teamkollegen Jagd auf die Bestzeit gemacht. War die Zusammenarbeit mit Tom Lüthi Absicht, eine geniale Strategie oder Zufall?
Eher Zufall.

Hat Teambesitzer Olivier Métraux nicht gesagt: So Jungs, jetzt arbeitet mal besser zusammen?
Nein, überhaupt nicht. Es hat keine Absprache und keine Aufforderung zur Zusammenarbeit gegeben. Es muss so viel zusammenpassen, wenn es so funktionieren soll, dass eine Absprache fast nicht möglich ist. Aber es ist so, dass mir Tom sehr geholfen hat.

Waren Sie überrascht, dass Sie Tom so gut folgen konnten?
Ja schon. Ich hatte aber schon kurz zuvor hinter Rabat gemerkt, dass es sehr gut läuft. Aber ich war schon verblüfft, wie schnell ich unterwegs war. Ja die Rundenzeiten sind geradezu verrückt. Jetzt muss ich erst einmal dieses Resultat im Rennen bestätigen. Das wird nicht einfach sein.

Mussten Sie weit übers Limit hinausgehen um diese Superzeiten zu fahren?
Ich war am Limit. Aber ich war dazu in der Lage, mehrere Runden auf diesem Niveau zu fahren und das stimmt mich fürs Rennen zuversichtlich.

Hat diese Steigerung auch etwas mit Ihrer mentalen Verfassung zu tun?
Wie meinen Sie das?

Die Erwartungen waren beim Saisonstart sehr hoch und damit auch der Erfolgsdruck. Nach dem missglückten Saisonstart ist dieser Druck weg und sie können ruhiger arbeiten.
Ich setze mir hohe Ziele. Da kann ich nicht sagen, der Druck sei nun weg. Aber es ist schon so, dass ich meine Ziele zurückgestuft habe. Am Anfang der Saison wollte ich einfach unbedingt immer in die ersten fünf. Das ist mir nicht gelungen. Inzwischen habe ich mir vorgenommen, unter die ersten zehn zu kommen und das ist mir jetzt zumindest im Training gelungen.

Die Schweizer Fahrer in der Moto2-WM 2015

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