Fussball
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Praesident Bernhard Burgener spricht an einer Medienkonferenz des FC Basel 1893 in Basel, am Dienstag, 18. Juni 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Noch will Bernhard Burgener nichts zum Thema sagen. Bild: KEYSTONE

Steigen Briten beim FC Basel ein? Präsident Burgener droht Ärger

Bernhard Burgener will bis zu 30 Prozent seiner Anteile am Verein an eine britische Investmentfirma verkaufen. Damit befeuert der Präsident des FC Basel einen Machtstreit mit dem Mitaktionär David Degen.

Céline Feller / CH MEdia



Ein 3:2-Sieg über Meister YB, ein 4:0 gegen einen coronageschwächten FCZ: Man könnte meinen, der FC Basel hat eine ruhige Woche vor sich. Aber der FC Basel wäre nicht mehr der FC Basel, wenn sich das nicht ganz schnell ändern würde. Keine 24 Stunden nach dem Sieg über die verstärkte U21 des FCZ platzt eine nächste, kleine Bombe. Wie die «Handelszeitung» am Mittwochabend schreibt, ist FCB-Präsident und Mehrheitseigner Bernhard Burgener dabei, Anteile des Klubs zu verkaufen.

Burgener, seit 2017 Besitzer des Klubs, hält aktuell 82 Prozent am FC Basel. Diesen Anteil wolle er um 20 bis 30 Prozent reduzieren. Abnehmer soll der britische Assetmanager Centricus sein, wie die «Handelszeitung» weiter schreibt. Das Investmenthaus aus London, gegründet von einem ehemaligen Deutsche-Bank-Mann sowie einem ehemaligen Partner von Goldman Sachs, verwaltet 27 Milliarden Dollar. Der Einstieg beim FCB solle aber nicht mittels Kundengeldern gestemmt werden, sondern mit eigenem Geld.

In Basel tobt ein Machtkampf

Für die 20 bis 30 Prozent am FCB würde die britische Firma ein paar Millionen bezahlen müssen – und Burgener könnte mit diesem Verkauf immer noch die Mehrheit am Verein halten. Dies auch, nachdem er im vergangenen Herbst bereits 10 Prozent an den ehemaligen Basler Spieler David Degen veräussert hatte. Doch Degen könnte genau das Problem werden rund um die potentielle Anteils-Übernahme durch Centricus.

Wie die «Handelszeitung» weiter schreibt, herrsche im Klub nämlich mittlerweile ein erbitterter Machtkampf. Dass die Stimmung zwischen dem Präsidenten und dem Mitbesitzer eher frostig ist, ist rund um den St.Jakob-Park keine Neuigkeit mehr. Zu unterschiedlich sind die Ansichten der beiden, zu stark das fussballerische Interesse Degens, zu stark das finanzielle Burgeners. Die beiden sollen mittlerweile gar nur noch über ihre Anwälte verhandeln.

David Degen, Marco Streller und Alex Frei, von links, vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem Grasshopper Club Zuerich, im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Mittwoch, 25. Mai 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Mitbesitzer des FCB: Ex-Nationalspieler David Degen. Bild: KEYSTONE

Degen könnte dafür sorgen, dass Burgener seine Mehrheit verliert

Ein Fakt, der den Centricus-Deal nicht eben vereinfacht. Denn in Degens Aktionärsvertrag soll festgehalten sein, dass dieser ein Vorverkaufsrecht besitzt. Degen müsste also jene Anteile, die Burgener aktuell veräussern will, nicht erwerben wollen – nur dann könnte Centricus an seine Stelle treten. Aber damit nicht genug. Denn Degen soll darüber hinaus ein Recht bis Herbst 2021 besitzen, maximal 35 Prozent von Burgeners Anteil zu kaufen. Der Preis soll ebenfalls im Aktionärsvertrag Degens vordefiniert sein. Lehnt Degen also jetzt den Kauf der 20 bis 30 Prozent ab, die Centricus erwerben will, und ebnet den Briten damit den Weg, zieht aber in einem Jahr seine Option, um seinen aktuellen Anteil von 10 auf 35 Prozent der Aktien am FCB zu erhöhen, dann verlöre Burgener die Mehrheit an seinem Verein.

Mehr zum Thema:

Dass der FC Basel auf finanzielle Hilfe angewiesen ist, ist spätestens nach dem publik gemachten Verlust von 19,6 Millionen Franken kein Geheimnis mehr. Dass Centricus überhaupt Interesse an einer Minderheitsbeteiligung hat, gründe darin, dass die Investmentmanager «ein strategisches Engagement in der Region Basel» anstreben. Derweil Centricus die Anfrage der «Handelszeitung» unbeantwortet liess, wollten sich Degen und Burgener nicht äussern.

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    Alle Leser-Kommentare
  • der_senf_istda 16.07.2020 10:18
    Highlight Highlight Burgener ist eine Fehlbesetzung, sowohl fachlich wie auch menschlich. Heusler/Heitz haben sich in ihm getäuscht, das muss man den beiden leider vorhalten.
    @Herr Burgener: sehen Sie doch bitte ihr Versagen ein. Bitte seien Sie nicht zu Stolz um die Notbremse zu ziehen und die Aktien in Hände zu geben, die damit umgehen können. Ihre guten Absichten sind unbestritten, aber das reicht halt nicht.
  • gunner 16.07.2020 09:40
    Highlight Highlight Da würde die gute gigi aber in ihrem solarium rotieren, wie ein knusprig werdendes hühnchen.
  • N. Y. P. 16.07.2020 09:21
    Highlight Highlight @FC Basel

    Goldmann Sachs !

    Wer mal dort unter Vertrag stand, bringt eine ganz spezielle Mentalität mit. Viel Glück dem FCB, wenn dieser ex Goldmann Sachs - Jünger beim FCB einsteigt.

    Da zahlt ihr dann bald 10.- , wenn ihr in der Pause kacken müsst.
    • Cpt Halibut 16.07.2020 09:51
      Highlight Highlight Man steht jetzt schon 30 Minuten für eine verbrannte Bratwurst an wegen dem tollen neuen Bezahlsystem. Dann kostet die Wurst auf der Toilette halt auch noch 10 Stutz. Ist doch Wurst.
    • N. Y. P. 16.07.2020 10:17
      Highlight Highlight Nun denn, die Goldmann Sachs - Jünger ticken so:

      Du wirst in Bälde ein Doppelwurstticket erstehen können.
      Bratwurst + Wurst 18.-

      Jede zehnte Bratwurst + Abseilen selbiger wäre dann gratis.
    • N. Y. P. 16.07.2020 11:49
      Highlight Highlight Etwas nümmt mich wunder.

      Ihr könnt die Würste doch noch bar bezahlen ? Oder wieso steht ihr plötzlich solange an ?

      Ihr braucht doch nicht etwa eine Art Pre Paid - Karte für eine hundskomune Wurscht ?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Black Cat in a Sink 16.07.2020 09:19
    Highlight Highlight .... als hätte in Basel niemanden, der der sich beim FCB engagieren könnte, sucht der Präsident das Geld in London. Das sagt alles über das Standing von Burgener in der Stadt.
    • Toerpe Zwerg 16.07.2020 09:21
      Highlight Highlight Oder des FCB
  • Toerpe Zwerg 16.07.2020 09:16
    Highlight Highlight David Degen ist genau der intelligente und weitsichtige Clubbesitzer, der man sich wünscht.

    Als Gegner des FCB.
    • Helios 16.07.2020 09:51
      Highlight Highlight @ Toerpe Zwerg

      Vielleicht tut man ihm auch unrecht und unterschätzt ihn, offenbar ist er, wie dem Artikel zu entnehmen ist, einen klugen Deal eingegangen, der ihm nun einiges an Verhandlungsspielraum eröffnet hat.

      Raz und Ruch vom dritten Halbzeit Podcast, die ihn etwas besser kennen gelernt haben, attestiertem ihm zumindest, neben einer ausgeprägten Rastlosigkeit und Tatendrang auch Cleverness.
  • DarkRessiveSystem 16.07.2020 08:45
    Highlight Highlight Ich hoffe für Burgener, dass er diesen Fehler nicht begeht...

  • PlayaGua 16.07.2020 08:08
    Highlight Highlight Burgener ist wohl einer der grössten Fehler in der Geschichte des FCB.
    • tinu77 16.07.2020 10:06
      Highlight Highlight Sehe ich nicht so, der Mann ist ein wahrer Segen! 🤣🤣🤣
    • Linus Luchs 16.07.2020 12:38
      Highlight Highlight @PlayaGua: Nicht "einer der grössten Fehler", sondern der grösste Fehler in der Clubgeschichte. Der FCB 2017 verhält sich zum FCB 2020 wie ein neuer Porsche zu einem alten, rostigen Opel. Noch selten wurde ein gesunder, glanzvoller Fussballclub so schnell und zielsicher abgewirtschaftet. Das Tragische ist, dass die Verantwortlichen für die Erfolgsstory dieselben sind, die Burgener ausgewählt haben. Nicht vergessen darf man aber auch die Mitwirkung von Streller. Sein Versagen als Sportchef hat die Abwärtsspirale ganz wesentlich angetrieben. Sinnbild dafür: Die 4,9 Millionen für Oberlin.

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