Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bischof Huonder sei «dankbar» für diesen Schritt. Bild: KEYSTONE

Huonder ist «dankbar»

Bischöfe entlassen Urner Pfarrer nach Segnung von lesbischem Paar

Der Pfarrer von Bürglen UR, der im Herbst 2014 ein lesbisches Paar gesegnet hatte, muss auf bischöfliches Geheiss seinen Dienst quittieren. 

08.02.15, 15:55 25.02.15, 10:11

Vergangene Woche hatte auch die Bischofskonferenz (SBK) zwei Kündigungen ausgesprochen. Nun wollen zwei Mitglieder der SBK-Medienkommission zurücktreten. 

Das für Uri zuständige Bistum Chur bestätigte am Sonntag einen Bericht der «NZZ am Sonntag» zum Pfarrer von Bürglen. Die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares sei aufgrund der katholischen Lehre nicht möglich, hiess es. Nach Rücksprache mit dem Churer Bischof Vitus Huonder rufe Bischof Charles Morerod den Pfarrer zurück ins Bistum Lausanne, in dem der Pfarrer geweiht worden sei.

Bischof Huonder sei «dankbar» für diesen Schritt. Er habe den Pfarrer gebeten, seine Demission einzureichen. «Sein Dienst im Bistum Chur soll spätestens im Sommer 2015 zu Ende gehen», heisst es in einer Mitteilung.

Der Pfarrer hatte nach der Segnung zum «Urner Wochenblatt» gesagt, er habe sich den Schritt reiflich überlegt. Heutzutage würden Tiere, Autos und sogar Waffen gesegnet. Warum solle nicht auch ein Paar gesegnet werden können, das den Weg gemeinsam mit Gott gehen möchte.

Der Geistliche hatte vor der Segnung der beiden Frauen das Pfarreiteam, den Kirchenrat und den Pfarreirat informiert. Dieser befasste sich an einer Sitzung mit dem Thema und sprach sich im Grundsatz dafür aus.

De Schepper und Bäriswil haben genug

In den vergangenen Tagen hatte auch die Bischofskonferenz mit Kündigungen für Schlagzeilen gesorgt. Ihren Posten verlieren der stellvertretende Generalsekretär Marco Schmid und der Informationsbeauftragte Simon Spengler. Offiziell werden die Aufgabenbereiche im Generalsekretariat und in der Kommunikationsstelle neu geregelt.

Insbesondere die Kündigung für Simon Spengler hat jedoch Wellen geworfen und den Verdacht genährt, der ehemalige «Blick»-Journalist sei zu fortschrittlich und zu offensiv gewesen. Zwei Mitglieder der SBK-Medienkommission ziehen nun die Konsequenzen. Werner de Schepper, Interimspräsident der Kommission, und Othmar Baeriswyl haben ihren Rücktritt angekündigt.

Auf dem Kirchenportal kath.ch geht de Schepper – ab 1. März Co-Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten» – mit der Bischofskonferenz hart ins Gericht. Sie habe Spengler auf eine «nicht-christliche Art» und hinterrücks entlassen. Die Medienkommission sei nicht mit den Tatsachen konfrontiert worden. Der SBK gehe es nur um die eigene Macht. (pma/sda)



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

9
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Cardea 09.02.2015 00:42
    Highlight Finde auf jeden Fall die Argumentation dass alles andere ja auch gesegnet wird ziemlich unschlagbar und genial. :-) Da muss man gar nicht mit der Bibel oder dem was daraus interpretiert wird argumentieren, sondern nur mit der Praxis die in der Kirche momentan herrscht.
    2 2 Melden
  • Der Tom 08.02.2015 23:08
    Highlight Wozu denn eine Segnung? Heiraten hat doch nichts mit Kirche zu tun oder?. Die Kirche ist ein Verein mit Regeln an die man sich halten muss wenn man dabei sein will. Für mich unvorstellbar... Wieso malten die früher eigentlich immer so viele nackte Kinder mit Flügeln an Wände und Decken? Echt gruslig irgendwie.... Macht man das heute immer noch?
    1 4 Melden
  • Angelika 08.02.2015 21:57
    Highlight In der Bibel steht doch nur, dass ein Mann nicht mit einem anderen Mann liegen soll, wie mit einer Frau. Also... Lesben kein Problem? Aber da sieht man auch die Inkonsequenz der Bibel. Alles nur halb so ernst nehmen und selbst denken (wie der Pfarrer aus Uri) sollte wichtiger sein.
    6 5 Melden
  • Maxim Roschi 08.02.2015 21:31
    Highlight Ich finde es übertrieben das sie Ihn entlassen haben.
    9 2 Melden
  • Lumpirr01 08.02.2015 20:41
    Highlight Die katholische Kirche wird offenbar auch nach dieser Negativwerbung immer noch genug Zahler der Kirchensteuer haben, sodass sie in diesem Stil weiter wursteln bzw. existieren kann! Herr Bischof Huonder erhält ein Jahresgehalt unabhängig von der Anzahl der nun folgenden Kirchenaustritten. Dies ist leider komplett im Gegensatz zum Leistungsausweis eines Unternehmensmanagers.
    7 2 Melden
  • Caturix 08.02.2015 17:12
    Highlight Diesen Bischof sollte man dorthin jagen wo er hin gehört, zum Teufel.
    40 5 Melden
    • Adonis 08.02.2015 18:36
      Highlight Caturix..., was machst du wenn es den Teufel nicht gibt?? Ich denke eher, dass man den Vatikan schliessen und die Vatis in den Stollen zum Arbeiten schicken sollte und: die haben alle Röckchen an..., seltsam:-)
      15 3 Melden
    • Maxim Roschi 08.02.2015 21:33
      Highlight Ich bin auch deiner Meinund:-)
      4 3 Melden

Europarat ist besorgt über Pläne für Flüchtlingslager ausserhalb der EU

Die von einigen EU-Staaten angestrebte Verlagerung von Asylverfahren in Drittstaaten – etwa durch die Einrichtung von Flüchtlingslagern – hat im Europarat Besorgnis ausgelöst. Diese Lösung berge «gravierende Risiken bezüglich der Menschenrechte».

In einem ausserhalb der Zuständigkeit der EU vorgenommenen Asylverfahren könnten sich Migranten in einer «rechtlichen Grauzone» wiederfinden – zumal viele Drittstaaten die internationalen Standards für Menschenrechte nicht einhielten, erklärte …

Artikel lesen