Walmart-Angestellte liefern Einkäufe auf ihrem Nachhauseweg aus

02.06.17, 09:52

Der US-Supermarktriese Walmart testet im Kampf gegen den Online-Händler Amazon die Lieferung von Lebensmitteln und anderen Waren durch die eigenen Mitarbeiter. Sie bringen nach Feierabend auf ihrem Nachhauseweg die online bestellten Produkte zu den Kunden.

Für die Beschäftigten sei die Teilnahme an diesem Programm freiwillig, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Sie würden extra für die Lieferungen bezahlt.

Walmart testet die Lieferung durch eigene Mitarbeiter zunächst in drei Filialen in den USA - zwei im Ostküsten-Bundesstaat New Jersey und einer in Arkansas im Süden der USA. Insgesamt hat der Supermarktriese 4700 Filialen im ganzen Land; 90 Prozent der Bevölkerung haben einen Walmart im Umkreis von zehn Meilen (16 Kilometer).

Beim Konzern arbeiten 1.4 Millionen Menschen. Walmart zahlt seit Februar 2016 einen Mindestlohn von zehn Dollar pro Stunde. Die Angestellten, die sich freiwillig als Boten melden, «können entscheiden, wie viele Pakete sie ausliefern können, und Grösse und Gewicht angeben, die sie bewältigen können», erklärte der für den Onlinehandel bei Walmart zuständige Manager Marc Lore. «Sie können ihre Wahl jederzeit ändern.»

Lore machte keine Angaben, wie hoch der Zusatzverdienst für die Angestellten ist. Er teilte auch nicht mit, wonach dieser bemessen wird - nach Entfernung, Zeitaufwand oder Lieferumfang.

Walmart versucht derzeit mit einiger Verspätung, seinen Anteil am boomenden Online-Handel auszubauen. Der Supermarktriese kaufte bereits den Online-Discounter Jet.com für 3.3 Milliarden Dollar, die Startups Shoebuy.com für 70 Millionen Dollar und ModCloth für 45 Millionen Dollar sowie den Outdoor-Spezialisten MooseJaw für 51 Millionen Dollar. Das Unternehmen arbeitet in drei Städten mit den Fahrdiensten Uber und Lyft bei der Lieferung von Einkäufen zusammen.

Das Mitarbeiter-Liefer-Programm ist nicht die erste Idee, die Walmart testet. 2013 hatte das Unternehmen ausprobiert, seine Kunden für Lieferungen an andere Kunden einzuspannen. Als Anreiz dafür gab es Rabattmarken. (sda/afp)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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