Bitcoin
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Der Bitcoin Code auf einem Tablet des Kunden, welches bei einer Bitcoin Transaktion verwendet wird, anlaesslich der ersten Bitcoin Transaktion in einer Stadtverwaltung am Freitag, 1. Juli 2016, in der Stadtverwaltung der Stadt Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bitcoin basiert auf der Blockchain-Technologie. Sie erlaubt zum Beispiel anonyme, sichere Transaktionen in Echtzeit ohne Umwege über Banken oder Kreditkartenfirmen. Bild: KEYSTONE

«Die Schweiz hat die Chance, weltweit führend bei der Blockchain zu werden»

Programmierer, Jungunternehmer und Forscher arbeiten an einer Blockchain 2.0, die mehr Funktionen bietet und die Schwächen der digitalen Währung Bitcoin ausmerzen soll. Ihre Anwendungsmöglichkeiten gehen weit über ein Zahlungssystem hinaus.



Zahlreiche Start-ups arbeiten in der Schweiz an Blockchain-Anwendungen. «Die Schweiz ist beim Thema Blockchain schon weit und hat die Chance, weltweit führend zu werden», sagt Daniel Gasteiger, Mitgründer des Startups Nexussquared.

Im «Kryptovalley» in Zug, wo über zwanzig Start-ups angesiedelt sind, seien schon wertvolle Erfahrungen gesammelt worden. So akzeptiert die Stadt beispielsweise auch Bitcoin als Zahlungsmittel. Zug ist unter anderem der Sitz der Ethereum Foundation, die die weitverbreitete Blockchain-Plattform Ethereum entwickelt. Auch in Zürich tun sich Jungfirmen rund um das Thema Blockchain zusammen.

Bild

Drei entscheidende Vorteile zeichnen das neue Blockchain-System aus: Erstens können Transaktionen in Echtzeit abgewickelt werden. Zweitens erfolgen sie anonym und drittens braucht es für dafür keine Zwischenhändler wie Banken oder Kreditkarteninstitute. bild: watson/shutterstock quelle: spiegel

Mit der Blockchain verbindet Gasteiger die gleichen Werte wie mit der Schweiz: Sicherheit, Neutralität, Stabilität, Demokratie und Datenschutz. Indem die Blockchain Transaktionen direkt zwischen Personen und ohne einen Mittelsmann erlaube, ermächtige sie Individuen – so wie es das politische System der Schweiz auch tue.

Die Schweiz bringe zudem wichtige Voraussetzungen mit, um der Technologie einen Schub zu verleihen: Ein Netzwerk an Blockchainunternehmen und hervorragenden Hochschulen, die ebenfalls zur Blockchain forschen.

Die Förderung von Blockchain werde dem Land umgekehrt zugute kommen, sagt Gasteiger. Denn nicht nur die Schweizer Finanzindustrie, sondern auch andere wichtige Branchen wie die Pharma- oder die Uhrenindustrie könnten davon profitieren.

Unternehmen setzen auf Blockchain

Inzwischen sind auch einige Konzerne auf die Blockchain-Technologie aufmerksam geworden. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die Versicherungen Swiss Re und Zurich haben sich entsprechenden internationalen Konsortien zur Entwicklung von Standards und Anwendungen angeschlossen.

Blockchain-Anwendungen für Unternehmen bietet etwa der US-Technologiekonzern IBM an. Bei Schweizer Unternehmen stellt IBM ein grosses Interesse an solchen Systemen und Lösungen fest. Fast wöchentlich kämen neue Anfragen, sagt Urs Karrer, Leiter Digital Consulting bei IBM Schweiz.

Einerseits würden strategische Überlegungen die Kunden motivieren. Denn durch zunehmende Konkurrenz, zum Beispiel durch Start-ups innerhalb und ausserhalb der Branche, werden etablierte Unternehmen gefordert, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Andererseits wollen sie mit der Blockchain ihre Prozesse, Kosten und Risiken optimieren.

Neben Finanzdienstleistern setzten vermehrt auch Unternehmen aus anderen Branchen auf die Technologie, beispielsweise aus der Pharmaindustrie oder der Logistik. Vieles sei derzeit zwar noch in der Anfangsphase. Allerdings sollen entwickelte Konzepte etwa im Pharma- und Bankenumfeld bereits dieses Jahr getestet werden. «2017 wird die Dynamik zunehmen», sagt Karrer.

Für den Erfolg sei letztlich wichtig, dass die Unternehmen sich mit anderen besser vernetzen könnten und so ein Ökosystem aufbauten. Denn die Blockchain-Lösung entfaltet ihre Wirkung gerade dann, wenn es über Unternehmensgrenzen hinaus geht.

China investiert in grossem Stil in die Blockchain

Die Technologie Blockchain erfährt derzeit unter Start-ups auf der ganzen Welt einen regelrechten Hype. Doch in der Start-up-Wiege Silicon Valley in Kalifornien ist es erstaunlich ruhig um das Thema. Ganz anders ist das in China.

«China hat eine wahnsinnig aktive Risikokapitalszene, die in die Blockchain investiert», sagt Mathias Bucher, Blockchain-Dozent der Luzerner Fachhochschule HSLU. So werde die Blockchain-Plattform Ethereum gefördert deren Stiftung in Zug sitzt. Auch bei Bitcoin ist China für sein starkes Engagement bekannt: Zahlreiche sogenannte Miner, die neue Bitcoin schürfen, sind dort angesiedelt.

China bietet laut Bucher auch gute Anreize, um solche Technologien zu unterstützen. Denn als grosser Produzent von IT-Hardware profitiert das Land von neuen Technologien. Anwendungen auf der Blockchain erhöhen die Nachfrage nach intelligenter Hardware.

Deshalb wolle beispielsweise Wanxiang, der grösste Autoteileproduzent in China, in den nächsten sieben Jahren 30 Milliarden Dollar in den Aufbau von Smartcitys auf Basis von Blockchain investieren.

Hingegen könnte Blockchain laut Bucher die Geschäftsmodelle grosser Silicon-Valley-Techfirmen wie Google oder Facebook bedrohen. «Ich glaube aber, dass diese intern an eigenen Blockchain-Projekten arbeiten.» Diese würden sie jedoch nicht an die grosse Glocke hängen. Sollte sich die Blockchain durchsetzen, könnten die Konzerne aber schnell reagieren - und damit die Entwicklung weiter beschleunigen. (sda)

(sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • LisaSimpson 09.01.2017 17:33
    Highlight Highlight Gut zu wissen:
    Blockchain ist heute und jetzt:
    1) nicht anonym
    2) Rechen intensiv = langsam
    3) und kosten sehr viel energie

    GARTNER informiert schon länger darüber und hier ein link von srf
    http://m.srf.ch/news/wirtschaft/die-schattenseiten-von-blockchain

    Das wird sicherlich noch besser aber heute und jetzt hat die Technology noch einige Nachteile..... ;-)
    • http://bit.ly/2mQDTjX 09.01.2017 18:17
      Highlight Highlight Mit anderen Worten: Da wartet noch viel Arbeit! ;)
  • dracului 09.01.2017 08:06
    Highlight Highlight Wenn die "Late Follower" wie eine UBS, CS, Swiss Re oder Zürich etwas anpacken, dann ist wohl keine Innovation, sondern eher eine Verteidigung der bestehenden Pfründe zu erwarten. Twint/Apple Pay, die digitale Swiss-ID, ein gemeinsamer Zahlungsverkehr sind gute Beispiele für die fehlende Innovationskraft bzw. für die Zerstrittenheit der Schweiz. Falls, dann sind es höchstens kleine Schweizer ICT Firmen oder ETH-Studenten, die bei der Entwicklung von Bitchain einen Mehrwert bieten werden. Es wäre Zeit, dass sich die Schweizer Traditionsfirmen vom Träumen den aktuellen Realitäten zuwenden.
  • Pitsch Matter 09.01.2017 01:38
    Highlight Highlight Besteht bei Blockchain nicht die Gefahr, dass man heimlich die Anzahl der jeweiligen Einheiten erhöht und so sich auf Kosten anderer bereichert? Eine Art Schneeballsystem?
    • http://bit.ly/2mQDTjX 09.01.2017 02:02
      Highlight Highlight Du hast schon recht, Fabio. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. ;)

      Es gibt Blockchains, die haben von Anfang an eine fixe Geldmenge. Andere haben variable Geldmengen, man kann Blockchains auch an reale Währungen binden, oder Blockchains können auch Verträge oder sonstwas abbilden.

      Bei Bitcoin ist die Geldmenge stetig wachsend aber auf ein Maximum begrenzt. Es ist praktisch unmöglich, heimlich daran was zu tricksen.

      Aber es gibt natürlich auch zahlreiche Schneeballsystem-Blockchain-Betrüger und andere krumme Machenschaften.

      Daher ist Vorsicht auf alle Fälle angebracht.
  • b4n4n4j03 08.01.2017 23:11
    Highlight Highlight Wer stellt die Infrastruktur zur Verfügung? Wer bringt die Resourcen zum Unterhalt? Es wurde erwähnt, dass keine Mittelsmänner mehr gebraucht werden... Ich kann mir gut vorstellen, dass sich mit den Subscriptions für die Nutzung der Infrastruktur eine menge Geld verdienen lässt... Danach liegt die Obhut dieses Services bei einer Firma... Wie weit wurden diese Themen schon von der Politik aufgegriffen?
    • http://bit.ly/2mQDTjX 09.01.2017 01:20
      Highlight Highlight Im Idealfall (idealisierten Modell) stammen alle Ressourcen von allen gleichberechtigten Teilnehmern. Es braucht dazu keine Firma. Jeder schaut für sich.

      Stell dir vor, du stellst die Hälfte deines Disks zur Verfügung. Und auch die Rechenzeit deines Computers, während du am Kaffee trinken bist. Und alle anderen würden das auch tun. Da käme einiges zusammen. Es gibt Techniken, um so sehr zuverlässige (fehlertolerante) riesige Datenspeicher zu bauen, oder um Berechnungen von ein paar zufällig ausgewählten Anderen durchführen zu lassen. Mit Blockchain liesse sich das alles abrechnen. Ohne Firma.
    • gnp286 09.01.2017 09:39
      Highlight Highlight Genau das ist der Vorteil: Es wird keine zentrale Infrastruktur benötigt. Dort liegt eine der Stärken der Blockchain.
  • http://bit.ly/2mQDTjX 08.01.2017 23:10
    Highlight Highlight Schön, dass Daniel Gasteiger schweizerische Werte mit Blockchain verbindet: "Sicherheit, Neutralität, Stabilität, Demokratie und Datenschutz" - fehlt noch: Gerechtigkeit.

    "die Blockchain ermächtige Individuen - so wie es das politische System der Schweiz tue"

    Solche politisch korrekte, ERMÄCHTIGENDe Blockchains werden vielleicht in der Schweiz entwickelt. Aber ihren Erfolg werden sie in den Slums von Lagos, Mumbai, Nairobai usw. unter Beweis stellen müssen. Denn dort würde das grösste Ermächtigungspotential herrschen. Dort wird sich zeigen, ob eine Blockchain ihre Versprechen halten kann.
  • t.i.m 08.01.2017 21:46
    Highlight Highlight der gsnze vorgeil von blockchains besteht doch in deren sicherheit, dass sie nicht gefälscht werden können bzw. dafür die rechenkapazität beinahe aller teilnehmer benötigt würde. was ist also der vorteil wenn blockchains in logistikprozessen verwndet werden, wo niemand was fälschen will, ausser dass alles au einer neuen datenstruktur aufbaut?
    • http://bit.ly/2mQDTjX 08.01.2017 23:20
      Highlight Highlight In der Logistik, vorallem beim Import/Export oder wenn sich Lieferant und Abnehmer nicht kennen/vertrauen, ist das Dokumenten-Akkreditiv eine Lösung. Dazu braucht es zur Zeit zwei Banken: die Bank des Lieferanten und die Bank des Abnehmers.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Akkreditiv

      Diese zwei Banken könnten durch eine Blockchain (Smart-Contract) ersetzt werden. Das könnte die Warenflüsse erheblich liquider machen. Weil es spart Gebühren, vereinfacht die Abläufe, und öffnet den Markt. Zumindest in der Theorie. ;)
    • G. Schmidt 08.01.2017 23:33
      Highlight Highlight Sicherheit + Effizienz!
      Durch die dezentrale Struktur weiss das "ganze" Netzwerk Bescheid und benötigt keine zentralen (Verarbeitungs-)Knotenpunkte mehr (Im Finanzwesen wären das z.B. die Banken).

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