Grossbritannien
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epa04253525 British passports in London, Britain, 13 June 2014. The Home Office has said on 12 July that to help clear the huge backlog of passport applications it will scrap charges for urgent renewals. Some 30,000 people have been impacted by the delays.  EPA/ANDY RAIN

Die alten Pässe der Briten. Bild: EPA/EPA

Briten brauchen wegen des Brexits neue Pässe – und eine EU-Firma kriegt den Auftrag dafür



Die neuen blauen Reisepässe der Briten sollen nach dem Brexit ausgerechnet von einem Unternehmen in der Europäischen Union hergestellt werden. Die Regierung in London hatte die Abschaffung der burgundroten EU-Pässe im Land als Meilenstein auf dem Weg zur Selbstbestimmung nach der Trennung von Brüssel gefeiert.

Jetzt sollen die neuen Pässe nach britischen Medienberichten von der französisch-niederländischen Firma Gemalto produziert werden – und nicht wie in den vergangenen Jahren üblich von einem heimischen Unternehmen. Das brachte am Donnerstag die Befürworter des EU-Ausstiegs im Parlament auf die Palme. Sie forderten Aufklärung.

Schon seit 2009 sei es zulässig, Reisedokumente ausserhalb Grossbritanniens herzustellen, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Ohnehin seien bereits viele britische Pässe im Ausland produziert worden.

Bei dem favorisierten Angebot spare der Steuerzahler etwa 120 Millionen Pfund (160 Millionen Franken) während der Laufzeit des Vertrages. Stärker noch als der Preis sei aber die Qualität berücksichtigt worden. Den Namen des Unternehmens nannte das Innenministerium jedoch nicht.

Auch der Chef der bisher zuständigen Firma namens De La Rue in Grossbritannien war erbost: Die Entscheidung für ein Unternehmen im Ausland sei «enttäuschend und überraschend», sagte Martin Sutherland. «Jetzt wird dieses Symbol der britischen Identität in Frankreich hergestellt.» Zehn Jahre lang habe er die Pässe produziert, «ohne ein einziges Problemchen». Nun sei er preislich unterboten worden. (sda/dpa)

Demonstration gegen den Brexit

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