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Angesengte Überreste einer alten Ausgabe der «Hamburger Morgenpost».
Angesengte Überreste einer alten Ausgabe der «Hamburger Morgenpost».Bild: FABIAN BIMMER/REUTERS
Nach Brandanschlag

«Hamburger Morgenpost» verschärft Sicherheitsmassnahmen

«Wir werden nicht in Panik verfallen»: Die «Hamburger Morgenpost» will sich nach dem Brandanschlag der vergangenen Nacht nicht einschüchtern lassen. Der Staatsschutz ermittelt, Politiker sagen der Redaktion Unterstützung zu.
11.01.2015, 17:3611.01.2015, 17:51
Ein Artikel von
Spiegel Online

Nach dem Brandanschlag auf das Verlagsgebäude sind die Schutzmassnahmen bei der «Hamburger Morgenpost» (Mopo) verstärkt worden. «Unsere Sicherheitsmassnahmen haben wir in enger Absprache mit der Polizei verstärkt», sagte Chefredakteur Frank Niggemeier am Sonntag der Nachrichtenagentur DPA.

Die Beschäftigten seien schockiert und besorgt. «Ein solcher Anschlag lässt hier niemanden unberührt. Aber wir werden jetzt weder in Panik noch in Hysterie verfallen», so Niggemeier.

Karikaturen nachgedruckt

In der Nacht zum Sonntag war auf das Gebäude der Boulevardzeitung ein Brandanschlag verübt worden. Da sich zu dem Zeitpunkt keine Menschen in dem Haus aufhielten, wurde niemand verletzt. Akten und Zeitungsausgaben verbrannten aber.

Die «Morgenpost» hatte nach dem Terroranschlag in Paris Karikaturen des religionskritischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» auf ihrer Titelseite mit der Schlagzeile nachgedruckt: «So viel Freiheit muss sein!» Es gebe derzeit keine Fakten darüber, dass der Anschlag damit in Verbindung stehe, sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky. «Es gibt noch keine Erkenntnisse, keine Bekennerschreiben oder andere Hinweise.»

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sagte in Brüssel, dieser neue Angriff unterstreiche, dass umfassender Respekt für die Meinungs- und Pressefreiheit nötig ist. «Wir werden unsere Werte verteidigen.»

«Feiger und hinterhältiger Terrorakt»

Die Landespressekonferenz (LPK) bezeichnete die Tat als «feigen und hinterhältigen Terrorakt gegen die Pressefreiheit». Die Kollegen könnten sich der Solidarität aller Journalisten in Hamburg sicher sein, erklärte der LPK-Vorsitzende Jürgen Heuer. «Die Medien werden sich nicht einschüchtern lassen.»

Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) stärkte der Mopo-Belegschaft den Rücken: «Presse- und Meinungsfreiheit gehören zum Fundament, auf dem die Demokratie ruht. Jeder Angriff auf diese Freiheiten ist in seiner Wirkung und unabhängig von fragwürdigen Motiven, ein Angriff auf die Demokratie.» Auch von Seiten der anderen Parteien, darunter CDU und Linkspartei, waren ähnliche Bekundungen zu hören.

Kurz nach dem Anschlag nahm die Polizei zwei 35 und 39 Jahre alte Männer in einer S-Bahn fest, die zuvor im Bahnhof Bahrenfeld – wenige Hundert Meter vom Mopo-Gebäude entfernt – vor Beamten davongelaufen waren. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

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